Großarl: Mein persönlicher Top Place 2020 | reisereporter.de

Großarl: Mein persönlicher Top Place 2020

Großarl ist ein echtes Naturjuwel in Österreich – und der Top Place 2020 von reisereporter Marc. Denn dort entdeckte er im Familienurlaub seine Liebe zu den nicht schneebedeckten Alpen im Sommer.

Marc Herrgott
Großarl: Nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer ein echter Top Place!
Großarl: Nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer ein echter Top Place!

Foto: Marc Hergott (Montage)

Orte, an denen wir als Berliner Großstadt-Familie dem Trubel entkommen und auf andere Gedanken kommen können, bietet die Region viele. Zum Beispiel die Mecklenburgische Seenplatte oder die Ostsee. Doch dann passierte für unsere „kleine Urlaubswelt“ das Unglaubliche: Meine Familie wollte weiter weg. Nach Großarl. Nach Österreich. Im Sommer.

Ich bin leidenschaftlicher Skifahrer und mein erster Gedanke war: „Da liegt zu dieser Jahreszeit kein Schnee, was wollen wir da?“ Aber die Region im größten Naturschutzgebiet der Alpen ist für mich zu einem echten Top Place geworden.

Großarl: Tal der Almen oder Die Eroberung der Einzigartigkeit

Wir hatten uns auf einem der vielen Bauernhöfe einquartiert, um von dort die Alpen zu besteigen. Unsere erste Tour führte uns auf eine der vielen Almen auf rund 1.700 Metern Höhe – und wir tauchten in eine andere Welt ein.

Tour über die Alpen – das ist ein Eintauchen in eine andere Welt.
Tour über die Alpen – das ist ein Eintauchen in eine andere Welt. Foto: Marc Herrgott

Unsere Kinder (zwei und sechs Jahre alt) rasten bergauf durch die Natur, vorbei an Fliegenpilzen, kletterten über kleine Bäche und Flussläufe, staunten über das Rauschen von Wasserfällen, pflückten Blümchen auf den Almwiesen, suchten Stöcke und schnitzten daraus Wanderstäbe.

Nach etwa eineinhalb Stunden Aufstieg erreichten wir die Alm – und es war um mich geschehen. Ein unbeschreiblicher Ausblick über das gesamte Großarltal breitete sich vor uns aus. Um uns herum spielten die Murmeltiere.

Großarl: Der Top Place 2020 in Bildern

Das nächste Highlight: die Einkehr. Die Almhütten in der Region bieten nicht nur einen ursprünglichen Ausblick auf die Natur, sondern verwöhnen mit allen Köstlichkeiten, welche die Alpen zu bieten haben.

Getränke lagen inmitten eines klaren und kalten Bergbaches, und wir konnten uns am Barbecue für den Abstieg stärken – ein einmaliger Moment. Auf den Pfaden der „Bella Cascinaia“ und dem „Kupfergeist“ haben wir unseren Tourenplan abgerundet.

Brettljause auf einer Almhütte.
Viele Almhütten bringen auf den Tisch, was sie selbst produzieren. Foto: Lisa Eiersebner

Großarler Ache: Wasserfälle, Bäche und Fliegenfischen

Durch das Großarltal schlängelt sich die Großarler Ache. Du denkst, nichts Besonderes in einem österreichischen Tal? Weit gefehlt – du solltest dem Bach, der dich am imposanten Kreealm-Wasserfall und am Ötzlsee vorbeiführt, unbedingt folgen, denn danach gelangst du entlang eines Natur-Lehpfades in das Schödertal mit gleichnamigem See.

Wenn du wie wir in den Sommermonaten unterwegs sein solltest, dann wird dir der Schödersee nur als kleines Rinnsal begegnen, denn er wird ausschließlich durch die Schneeschmelze gefüllt und verliert auch in ähnlich schneller Zeit wieder sein Wasser. 

Ein kleiner Bach in Großarl.
Die Wanderungen in Großarl führen vorbei an kleinen Bächen und Wasserfällen. Foto: Marc Herrgott

Auf dem Rückweg solltest du noch einen Aufenthalt am Ötzlsee einlegen, denn der Bergsee mit eiskaltem und klarem Bergwasser direkt am Talschluss des Großarltals bringt dir nicht nur die nötige Abkühlung, du triffst hier oft auch auf Fliegenfischer. 

Wenn du die Gelegenheit bekommst, dann probier es selbst einmal aus. Was bei den Profis wie mit Leichtigkeit durch die Luft fliegende Schnüre aussieht, bedarf wirklich viel Übung – ich bin bei meinen ersten Versuchen kläglich gescheitert. Wer allerdings ein wenig die Technik beherrscht, der findet hier ein Eldorado zum Fliegenfischen.

Würstchen grillen am Lagerfeuer.
Würstchen grillen am Lagerfeuer. Foto: Marc Herrgott

„Downhill Singletrail“ oder „Runter kommt man immer“

Wandern, Baden und Fliegenfischen ist dir zu wenig Action? Die kannst du auch haben: Für uns ging es mit den Mountainbikes über den „Downhill Singletrail“: Bergab auf einem gefühlt viel zu kleinen Pfad mit extrem hoher Geschwindigkeit – was für ein Adrenalinkick!

Die Aussicht, wenn wir mal eine Pause einlegten, war atemberaubend. Und irgendwie fühlte ich mich dann doch ein wenig ans Skifahren erinnert – ein vertrautes Gefühl.

Ich muss neidlos anerkennen: Großarl ohne Schnee ist großartig. Und ich werde mit Sicherheit noch mal hinreisen!

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