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Tasmanien: Insider-Tipps für deine Reise

Umwerfende Landschaften, spektakuläre Attraktionen und großartiges Essen – Tasmanien lässt keine Wünsche offen. reisereporterin Sabrina verrät dir, was du auf der australischen Insel getan haben musst.

Der Zugang zur Bucht Macquarie Harbour an der Westküste von Tasmanien heißt Hells Gates. Gefangene auf dem Weg zur Strafkolonie von Sarah Island gaben der Meerenge den Namen.
Der Zugang zur Bucht Macquarie Harbour an der Westküste von Tasmanien heißt Hells Gates. Gefangene auf dem Weg zur Strafkolonie von Sarah Island gaben der Meerenge den Namen.

Foto: Sabrina Friedrich

Attraktionen in Tasmanien

Mona – Museum of Old and New Art

Das am Fluss Derwent gelegene Mona (655 Main Road, Berriedale) von Selfmade-Millionär David Walsh ist garantiert eines der außergewöhnlichsten Museen der Welt. In dem Bau im Felsgestein ist alles andere als Alltägliches zu sehen. Die meisten der rund 300 Werke, die gezeigt werden, beschäftigen sich mit den Themen Sex und Tod.

Zur Ausstellung gehört auch ein lebendiges Kunstwerk: Tattoo Tim. Der belgische Künstler Wim Delvoye hat den Rücken des Schweizers Tim Steiner dafür in eine lebendige Leinwand verwandelt, indem er eines seiner Werke darauftätowiert hat.

Tattoo Tim ist das wohl aufsehenerregendste Kunstwerk im Mona, dem Museum of Old and New Art in Hobart. Der belgische Künstler Wim Delvoye hat dafür den Rücken des Schweizers Tim Steiner in eine lebendige Leinwand verwandelt.
Tattoo Tim ist das wohl aufsehenerregendste Kunstwerk im Mona, dem Museum of Old and New Art in Hobart. Der belgische Künstler Wim Delvoye hat dafür den Rücken des Schweizers Tim Steiner in eine lebendige Leinwand verwandelt. Foto: Rémi Chauvin/Mona

Tim sitzt von November bis April täglich mehrere Stunden lang in der Ausstellung. Von Delvoye ist auch ein Apparat zu sehen, der täglich mehrfach gefüttert wird, das Futter verdaut und zu guter Letzt ausscheidet: die „Cloaca Professional“. Geruch inklusive.

Tipp: Das Museum ist vom Hafen in Hobart aus auf dem Derwent per High-Speed-Fähre erreichbar. Wer ein Ticket für den Posh Pit bucht, bekommt Drinks und Snacks im schicken Loungebereich.

The Wall in the Wilderness

Versteckt zwischen meterhohen Bäumen und dichtem Grün zwei Kilometer östlich des kleinen Ortes Derwent Bridge mittig zwischen Hobart und Strahan befindet sich eine der Attraktionen des zentralen Hochlandes von Tasmanien: die Wall in the Wilderness – die Wand in der Wildnis (15352 Lyell Highway).

Künstler Greg Duncan hat sein Werk der Vergangenheit und Gegenwart der Region gewidmet und würdigt damit diejenigen, die sie geprägt haben – und zwar auf 100 aneinandergereihten Holztafeln aus der Huon-Kiefer. Jede der Tafeln, in die er detailreich Motive geschnitzt hat, ist einen Meter breit und drei Meter hoch.

Sie zeigen sowohl die Ureinwohner als auch die Arbeiter, die später für die Forstwirtschaft in die Gegend kamen, aber auch typische Tiere und Pflanzen des zentralen Hochlandes. Noch arbeitet Duncan an dem beeindruckenden Werk, wenn es fertig ist, soll es insgesamt 100 Meter Kunst bieten.

„The Ship that Never Was“

„Freiheit oder Tod“ („Liberty or death“) – als die zehn Gefangenen der Strafkolonie von Sarah Island im Januar 1835 mit dem Schiff von der Insel in der Bucht Macquarie Harbour an der Westküste flüchteten, war ihnen klar, dass es nur zwei Möglichkeiten geben würde, wie der Versuch enden kann.

Die Geschichte ihrer Flucht erzählt seit 1994 das Theaterstück „The Ship that Never Was“. Es ist die am längsten laufende Theaterproduktion in Tasmanien. Und ein Besuch lohnt sich unbedingt. Innerhalb von etwa einer Stunde und 15 Minuten unternehmen die Darsteller mit ihren Zuschauern einen kurzweiligen Ausflug in die Geschichte.

In Strahan an der Westküste ist seit 1994 das Theaterstück „The Ship that Never Was“ zu sehen. Es zeigt die Geschichte der letzten Flucht aus der Strafkolonie auf Sarah Island.
In Strahan an der Westküste ist seit 1994 das Theaterstück „The Ship that Never Was“ zu sehen. Es zeigt die Geschichte der letzten Flucht aus der Strafkolonie auf Sarah Island. Foto: Sabrina Friedrich

Das Stück von Richard Davey beruht auf einer wahren Begebenheit. Die Strafkolonie von Sarah Island existierte von 1822 bis 1834. „The Ship that Never Was“ wird von September bis Mai im Richard Davey Amphitheatre (12 The Esplanade, Strahan) gezeigt. Beginn ist täglich um 17.30 Uhr.

Essen und Trinken in Tasmanien

Tasmanian Food & Wine Conservatory

Ein einstiges Gewächshaus ist heute ein beliebtes Ziele von Foodies aus der ganzen Welt: das Tasmanian Food & Wine Conservatory (9 Conservatory Road, Sassafras). Das weiße Art-déco-Gebäude mit den hohen, gewölbten Fenstern bietet den passenden Rahmen für die ausgesuchten Köstlichkeiten, die Gäste in dem hellen, einladenden Gastraum gereicht bekommen.

Die Speisen werden ausschließlich mit tasmanischen und saisonalen Produkten zubereitet und instagramtauglich angerichtet. Wer will, kann viele der Spezialitäten auch zum Mitnehmen kaufen.

Tasmanian Food & Wine Conservatory
Tasmanian Food & Wine Conservatory Foto: Sabrina Friedrich

Tipp: Es lohnt sich besonders, eine der üppigen Platten mit Früchten, Käse, Wurst, Fisch, Austern und Eingelegtem zu probieren.

Fredericks at Ormiston House

Das Fleisch von Lamm und Rind stammt aus Sassafras, der Lachs aus Macquarie Harbour, die Krebse von der Westküste und Salat, Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten. Im Fredericks at Ormiston House (1 Esplanade, Strahan) kommen ausschließlich tasmanische Zutaten in die Töpfe und auf die Teller.

Auch die Weine stammen von der Insel. Die Gäste speisen in historischem Ambiente. Das ehemalige Wohnhaus des Geschäftsmanns Frederick Ormiston Henry zeigt bis heute die Pracht vergangener Zeiten. Das Herrenhaus ist ein Glanzstück der sogenannten Föderationsarchitektur, die von 1890 bis 1915 in Australien vorherrschte. Heute ist es auch ein Bed and Breakfast. Jedes der Zimmer ist individuell eingerichtet.

Landscape Restaurant and Grill

Das mehrfach ausgezeichnete Landscape Restaurant und Grill (23 Hunter Street, Hobart) in einer ehemaligen Fabrik im historischen Hafenviertel zählt zu den besten Adressen in Hobart. Die steinernen Wände bilden einen gelungenen Gegensatz zur feinen Malerei des britisch-australischen Künstlers John Glover.

Die Bilder zeigen das Leben in der Kolonie Tasmanien im 19. Jahrhundert. Die heutige Landschaft der Insel spiegelt sich auch auf den Tellern wider: Küchenchef Alex Katsman kocht ausschließlich mit den besten Erzeugnissen tasmanischer Bauern.

   

Tasmanien: Der Top Place 2020 in Bildern

Unterkünfte

MACq 01 Hotel

Direkt an der historischen Hafenpromenade von Hobart am Fluss Derwent befindet sich das MACq01 Hotel (18 Hunter Street, Hobart). Das Haus ist umgeben von Jachten, Docks und alten Lagerhäusern, von den großen, modern eingerichteten Zimmern bietet sich ein unverstellter mit Blick auf das Wasser.

Ein Aufenthalt in dem Hotel, das sich als Storytelling Hotel bezeichnet, ist gleichzeitig ein Ausflug in die Geschichte. Jedes der 114 Zimmer und jede der Suiten ist nach einem bekannten Tasmanier benannt. Die Auswahl reicht von Ureinwohnern über Helden und Schurken bis zu Entdeckern und Erfindern.

Ein Schild an der Tür zeigt die berühmte Persönlichkeit, im Inneren des Zimmers erfährt der Gast Details aus deren Leben. Bei verschiedenen Touren, die gratis für Gäste sind, erfahren sie von einem Storyteller mehr.

Pumphouse Point

Ruhe und Abgeschiedenheit inmitten des Naturschutzgebietes: Das Pumphouse Point Hotel (1 Lake St. Clair Road) am Lake St. Clair, dem tiefsten See Australiens, ist ein einzigartiger Rückzugsort in der Wildnis Tasmaniens. Das Hotel bietet insgesamt 19 Zimmer. Zwölf davon befinden sich in dem Glanzstück auf dem Gelände: in einer ehemaligen Pumpenstation von 1940.

Das historische Gebäude steht am Ende eines 240 Meter langen Steges und ist umgeben von Wasser. Jedes Zimmer ist mit einer Art kleinen Speisekammer ausgestattet, aus der sich Gäste zu relativ günstigen Preisen bedienen können. Dafür sind die Zimmer nicht ganz billig. Eine Übernachtung im Pumphouse ist ab 495 Euro buchbar. Gäste müssen 18 Jahre und älter sein.

Peppers Cradle Mountain Lodge

Die Peppers Cradle Mountain Lodge (4038 Cradle Mountain Road) befindet sich nur wenige Minuten vom Eingang des Cradle-Mountain-Lake-St.-Clair-Nationalparks entfernt. Die Gäste übernachten in hölzernen Häuschen mit Kamin. Fernseher und WLAN gibt es in den Häusern nicht. Die Lodge ist also der perfekte Ort, um richtig abzuschalten.

Der Cradle Mountain ist eines der beliebtesten Ziele von Tasmanien-Reisenden. Wenn du um den Dove Lake wanderst, hast du ihn fast immer im Blick.
Der Cradle Mountain ist eines der beliebtesten Ziele von Tasmanien-Reisenden. Wenn du um den Dove Lake wanderst, hast du ihn fast immer im Blick. Foto: Jason Charles Hill/Tourism Tasmania

Dafür sind auf dem weitläufigen Gelände auch Filander und Wombats zu sehen. Sie sind vor allem in den Abendstunden und nachts auf der Suche nach Gräsern, Blättern und Knospen. Die Lodge ist von mehr als 20 Wanderwegen umgeben. Vom nahen Nationalpark-Eingang fahren Busse direkt an den Dove Lake, von dem aus es auch zum Cradle Mountain geht.

Anreise

Verschiedene Fluggesellschaften bieten Verbindungen mit Zwischenstopp nach Melbourne an. Von dort geht es weiter nach Hobart. Der Flug dauert etwa eine Stunde und 15 Minuten. Zwischen Melbourne und Devonport an der Nordküste Tasmaniens verkehrt außerdem eine Fähre.

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