Pilot verschüttet Kaffee: Condor-Flugzeug muss umkehren

Condor-Pilot verschüttet Kaffee: Flugzeug muss umdrehen

Die Condor-Maschine war auf dem Weg von Frankfurt nach Cancún, als sie mitten über dem Atlantik umdrehen und notlanden musste. Der Grund dafür: Einer der Piloten hatte Kaffee im Cockpit verschüttet.

Ein Pilot verschüttete Kaffee auf die Armaturen – Teile des Kommunikationssystems fielen aus.
Ein Pilot verschüttete Kaffee auf die Armaturen – Teile des Kommunikationssystems fielen aus.

Foto: imago images/Panthermedia

Notlandung wegen eines Kaffees: Es klingt kurios, aber tatsächlich führte ein verschüttetes Getränk dazu, dass die Maschine mit 326 Passagieren an Bord einen Notruf absetzen musste. Die Crew hatte Rauch im Cockpit bemerkt und meldete eine außerplanmäßige Landung für den Condor-Flug DE2116 am irischen Flughafen Shannon an. 

Der Vorfall geschah am 6. Februar – wurde aber erst jetzt durch den Bericht der britischen Verkehrsbehörde Air Accidents Investigation Branch (AAIB) bekannt. „Die Crew servierte Kaffee in Bechern ohne Deckel. Das war normal für die Airline und die Route“, heißt es darin.

Pilot nutzte Becher-Halter im Cockpit nicht – Kaffee verschüttet

Die Besatzung habe auch die Halterungen in dem Airbus A330 nicht gerne genutzt, weil die Becher zu klein waren. Das habe es schwierig gemacht, sie hineinzustellen oder herauszuheben. 

Die Folge: Der Becher rutschte dem 46-jährigen Piloten aus der Hand und ein Teil des Heißgetränkes landete auf dem Audio-Bedienfeld (Englisch: audio control panel). Dort werden Funkfrequenzen für die Kommunikation mit den Bodenstationen eingegeben. Obwoh ldie Konsole unmittelbar saubergewischt wurde, fiel das Bedienfeld aus, etwa eine Stunde später auch das des Co-Piloten.

Beide Geräte wurden „sehr heiß wurden und einen elektrisch-brennenden Geruch und Rauch erzeugten“, heißt es in dem Bericht. Sogar einer der Kunststoffknöpfe schmolz.

Nach Kaffee-Malheur: Keine Funksprüche mehr möglich

Der 46-Jährige konnte wegen der technischen Schwierigkeiten selbst keine Funksprüche mehr empfangen oder absenden, sondern nur über den Lautsprecher seines Co-Piloten. Der Kapitän, der rund 13.000 Stunden Flugerfahrung hatte, entschied sich zu Umkehr und Landung in Shannon.

Die Maschine wurde dort von einem Rettungsteam empfangen, fünf Passagiere hatten über Unwohlsein geklagt, sie wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Die anderen Fluggäste verbrachten eine Nacht im Hotel und flogen dann weiter nach Cancún.

Condor stellt nun immer Becherdeckel bereit

Eine Condor-Sprecherin bestätigte auf Nachfrage des reisereporters den Vorfall. Das Flugzeug sei vom Ingenieurteam vollständig inspiziert und repariert worden.

„Da Sicherheit immer an erster Stelle steht, haben wir diesen Vorfall umfassend untersucht und den Umgang mit Flüssigkeiten im Cockpit überprüft. Unsere Besatzungen wurden auf eine sorgfältige Handhabung sowie die Verwendung geeigneter Behälter für ihr Wasser oder ihren Kaffee hingewiesen.“

Inzwischen seien Becherdeckel auf allen Condor-Routen vorhanden, und die Crew sei dazu angehalten, diese auch zu benutzen. Zudem sollten größere Becher angeschafft werden, die besser in die Halterungen passen.

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