Weiß, weiß, weiß sind… alle meine Flieger – zumindest bei Japan Airlines, Avianca, Iberia und Finnair. Seit Neuestem verzichten auch Aer Lingus und Lufthansa auf farbenfrohe Spielereien. Die großen Fluggesellschaften setzen auf das Standard-Weiß, auch „Eurowhite“ genannt.

Die meisten Flieger lassen sich deshalb nur noch durch farbige Schriftzüge und Logos auf ihrem Rumpf den jeweiligen Airlines zuordnen. Sonst sind sie optisch kaum voneinander zu unterscheiden. Aber warum verwenden so viele Fluggesellschaften „Eurowhite“ bei ihren Lackierungen?

1. „Eurowhite“ reflektiert das Sonnenlicht

Ein Flugzeug mit heller Lackierung wärmt sich weniger stark in der Sonne auf – „Eurowhite“ reflektiert das Sonnenlicht und damit auch die Strahlung. Weil sich das Flugzeug nicht so schnell erhitzt, muss es weniger von der Klimaanlage abgekühlt werden.

Das spart nicht nur Strom, der aus den Hilfstriebwerken bezogen wird, sondern auch Geld. Ein Flugzeug mit dunklen Farben würde das Licht absorbieren und sich schneller erhitzen.

Die schwarze Lackierung des Air New Zealand-Fliegers ist zwar ein echter Hingucker, bietet aber einige Nachteile.
Die schwarze Lackierung des Air-New-Zealand-Fliegers ist zwar ein echter Hingucker, hat aber einige Nachteile. Foto: imago images / ZUMA Press / Bayne Stanley

2. Flugzeuge wiegen weniger mit einfacher Lackierung

Eine Lackierung verursacht ziemlich viel Gewicht. Obwohl es sich nur um eine Farbschicht handelt, kann sie mehrere Hundert Kilogramm wiegen. Beim Airbus A380 wog bei den Arbeiten im Jahr 2004 im Montagewerk Finkenwerder in Hamburg allein die Lackierung rund 700 Kilogramm, berichtete die „Welt“.

Ganz ohne Lackierung geht es natürlich trotzdem nicht – aber „Eurowhite“ ist eine besonders günstige und leichte Variante, weil mit dieser Farbe nicht so viele Lackschichten benötigt werden.

Die amerikanische Flugsicherheitsbehörde FAA (Federal Aviation Administration) geht von einem Durschnittsgewicht von 86 Kilogramm pro Passagier aus – das Gewicht der A380-Lackierung entsprach also bis zu acht Fluggästen. Den Airlines entgeht schlichtweg Geld, wenn sie mit aufwendigen Lackierungen fliegen. 

3. Vögel können weiße Flugzeuge besser erkennen

Amerikanische Forscher veröffentlichten im Jahr 2011 eine Studie die zeigte, dass weiße Flugzeuge besser von Vögeln gesehen werden können – was vermutlich daran liegt, dass sie sich auf der Rollbahn besser von der grünen Umgebung abheben. Das Risiko von Vogelschlag wird durch Lakierungen wie „Eurowhite“ demnach reduziert.

Flugezug und Vögel.
Vögel können weiße Flugzeuge besser erkennen. Foto: imago images / Arnulf Hettrich

4. Weiße Lackierung hält länger

Ein Flugzeug muss alle sieben bis acht Jahre neu lackiert werden. Die meisten Sonderbemalungen sind deshalb nur aufgeklebt. Außerdem sind viele Flugzeuge nur geleast – mit weißer Lackierung lassen sie sich einfacher von anderen Airlines verwenden. Und: „Eurowhite“ bietet gegenüber bunten Lackierungen den großen Vorteil, dass es nicht verblasst.