Mauritius: Mein persönlicher Top Place 2020 | reisereporter.de

Mauritius: Mein persönlicher Top Place 2020

Erstklassige Hotels, noch bessere Restaurants, paradiesisch schöne Strände, Menschen voller Wärme und ein nachhaltiges Tourismuskonzept – reisereporter Uwe ist von Mauritius verzaubert. Die Insel ist sein Top Place 2020.

Zu Füßen des Le Morne Brabant hat es sich reisereporter Uwe gut gehen lassen.
Zu Füßen des Le Morne Brabant hat es sich reisereporter Uwe gut gehen lassen.

Foto: imago images/Westend61 (Montage)

Kann denn Liebe eine Insel sein? Gibt es einen Platz auf der Welt, an dem Wünsche in Erfüllung gehen, Träume wahr werden, die Liebe ein Zuhause hat? Wo hinter dem Tourismus nicht nur Ausbeutung steht, sondern nachhaltige Konzepte für Einheimische und die Natur entwickelt werden?

Mauritius: Kann ein Reiseziel noch romantischer sein?

Auf der Suche lande ich auf Mauritius, 9.200 Kilometer von Frankfurt entfernt, mitten im Indischen Ozean – ungefähr auf einer Höhe mit Madagaskar. Im Rahmen der World Travel Awards wurde Mauritius zum „romantischsten Platz der Welt“ gekürt.

Traumhafter Ausblick auf Mauritius.
So lässt es sich aushalten – Mark Twain sagte mal: „Zuerst wurde Mauritius geschaffen, dann der Himmel. Und der Himmel ist eine Kopie von Mauritius.“ Foto: Uwe Dulias

Schon gleich nach der Ankunft wird dir klar: Mit Mauritius hat sich der liebe Gott besonders viel Mühe gegeben. Mark Twain hat das in etwa so ausgedrückt: „Zuerst wurde Mauritius geschaffen, dann der Himmel. Und der Himmel ist eine Kopie von Mauritius.“

Leider vergisst der Himmel oft, seine Pforten zu schließen. Denn wer über die Insel fährt, muss schon hinter der nächsten Kurve mit einem kräftigen Schauer rechnen, um zwölf Kilometer weiter am Beach von strahlendem Sonnenschein entschädigt zu werden. 

Die Strände: Die Insel ist von einem großen Riff umringt, das nur im Westen einmal unterbrochen ist. Zur Freude der Surfer. Denn ansonsten fallen fast alle Strände sanft ins Wasser ab, die Wellen plätschern ruhig vor sich hin und laden zum stundenlangen Schnorcheln, Schwimmen oder Planschen ein.

Aber Vorsicht! Im Wasser solltest du unbedingt Schwimmschuhe tragen. Die Stacheln der Seeigel sind nicht nur schmerzhaft, sondern können auch unbequeme Wartezeiten beim Arzt nach sich ziehen.

Klares Wasser auf Mauritius.
Das Wasser ist so klar, dass es fast aussieht, als würden die Boote schweben. Trotzdem versteckt sich auf dem Grund manchmal ein Seeigel – deshalb solltest du Schwimmschuhe tragen. Foto: imago images/alimdi

Wünsche? Es ist schon eine Art Schlaraffenland. Feinster Rum, exzellenter Tee, frische Vanille, Obst und Gemüse in Hülle und Fülle. Klar, dass auch hier nicht alle Wünsche erfüllt werden können: „Ich hätte gern eine blaue Mauritius“, die alte Dame im Case Noyale Postoffice lacht herzlich: „Then you have to go to the museum.“

Mauritius: Hotels mit Kolinialatmosphäre

Alles andere hätte mich auch gewundert oder wäre eine Fälschung gewesen. Schließlich gehört die blaue Mauritius, von der es weltweit nur noch zwölf Stück gibt, neben der roten zu den begehrtesten Briefmarken der Welt. Nur im „Blue Penny Museum“ in der quirligen Hauptstadt Port Louis kannst du die Millionen-Briefmarke bewundern.

Die rote und die blaue Mauritius.
Im „Blue Penny Museum“ kannst du die seltenen Briefmarken bewundern – die rote und die blaue Mauritius. Foto: imago images/Hans Blossey

Dafür werden Träume wahr. Im Club „Le Martello“ des Hotels „Paradis Beachcomber“ genießen wir typisch britische Kolonialatmosphäre. Kellner Ramke bedient dort seit 48 Jahren seine Gäste wie Könige und hat stets den Schalk im Nacken.

Spätestens beim zweiten Besuch fragt er nicht mehr, sondern bringt automatisch, was du gestern bestellt hast. In der exakt selben Reihenfolge (Bier, Bier, Whisky, Whisky, …). Sagst du nichts, ändert er auch an den Folgetagen nichts.

Kellner im Club „Le Martello“.
Im Club „Le Martello“ bedient Kellner Ramke seit 48 Jahren seine Gäste wie Könige und hat stets den Schalk im Nacken. Foto: Uwe Dulias

Mauritius – das ist die Liebe zum Leben. Wie kaum eine andere Insel wurde Mauritius durch seine Besatzer geprägt. Portugiesen (1507–1598), Niederländer (bis 1710), Franzosen (bis 1810), Engländer (bis 1968) – durch die wechselnden Besatzer wurde Mauritius zur Multikulti-Nation.

   

Mauritius: Der Top Place 2020 in Bildern

So hat sich das Land unter dem Regenbogen zu einem großen Meltingpot der Kulturen und Religionen entwickelt: Hindus, Tamilen, Moslems mischen sich mit westlichen Religionen. Jeder respektiert den anderen. Überall, an den öffentlichen Stränden, auf den Straßen, herrscht fröhliches Treiben, bestimmen die bunt bemalten Häuschen das Straßenbild.

Bunte Straße auf Mauritius.
Mauritius – das ist die Liebe zum Leben. Auf den bunten Straßen herrscht fröhliches Treiben. Foto: imago images/Travel-Stock-Image

Und dann ist da noch der Sega, die Multikulti-Musik. Ob Trauer, Teufelsaustreibung oder Party am Beach – bei Sega flippen alle aus. Wenn jetzt noch die Freunde des Reggaes dazukommen, geht die Post ab. Klar, dass dann beim Musik-Mix Seggae im Land des Zuckerrohrs auch der Rum nicht fehlen darf. Persönlich hat mir übrigens der Chamarel VS am besten geschmeckt.

Mauritius: Sanfter Tourismus aus Liebe zur Natur

Mauritius – das ist auch die Liebe zur Natur. Schon seit Jahren bestimmt der sanfte Tourismus die politische Richtung. Im Kestrel Valley leben heute wieder 300 Kestrels, das ist ein falkenartiger Vogel, den es nur auf Mauritius gibt. Mitte der Siebzigerjahre gab es gerade noch vier Exemplare.

Natur auf Mauritius.
Mauritius – das ist auch die Liebe zur Natur. Hier fühlen sich viele Pflanzen- und Tierarten wohl. Foto: Uwe Dulias

15 Autominuten von der Südwestküste entfernt hat der ehemalige Beachcomber-Manager Robert Speville seine „kleine Farm“ eröffnet. Auf „Vieille Cheminee“ (deutsch: der alte Kamin) verbringt er seinen Unruhestand. Namensgeber ist ein hoch in den Himmel ragender Kamin, Rest einer alten Zuckerfabrik.

Auf 75 Hektar Regenwald leben zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tiere wie Flughunde oder Rosentauben. Gäste seiner Chalets können das wunderschöne Areal durchwandern oder bei begleiteten Ausritten erkunden. Ganz in der Nähe der Farm befinden sich zwei Naturschauspiele: der Chamarel-Wasserfall und die siebenfarbige Erde, ein prächtiges Farbenspiel, das durch die Umwandlung von Basalt-Lava in Tonminerale entsteht.

Die siebenfarbige Erde auf Mauritius.
Die siebenfarbige Erde ist ein prächtiges Farbenspiel, das durch die Umwandlung von Basalt-Lava in Tonminerale entsteht. Foto: Uwe Dulias

Mauritius steht aber auch für Luxus. Kaum eine andere Insel auf der Welt weist eine so lange Perlenkette mit Fünf-Sterne-Hotels auf wie Mauritius. Preise bis 600 Euro für ein Zimmer pro Nacht sind keine Seltenheit. Dafür gibt es Luxus pur. Meine Frau Carolin und ich hatten uns für das „Paradis Beachcomber“ im Südwesten am Fuß von Le Morne Brabant entschieden. 

Ein absoluter Traum! Kleine Villen, jeweils acht bis zehn drapiert um einen eigenen Pool, garantieren ein individuelles Urlaubsfeeling. Alle Villen schmiegen sich so schön in die Gartenanlage ein, als hätte die Natur sie wachsen lassen.

Villa im „Paradis Beachcomber“.
Die Villen im „Paradis Beachcomber“ schmiegen sich so schön in die Gartenanlage ein, als hätte die Natur sie wachsen lassen. Foto: Uwe Dulias

Themen-Buffet und Bars werden rund um die Uhr bespielt. An der Beachbar mixt Dejay mit seinem Team die feinsten Cocktails zu traumhaften Sonnenuntergängen. Um mit Mary Poppins’ Worten zu sprechen: Einfach supercalifragilisticexpialigetisch.

Das Wassersportangebot und alle Restaurants des Schwesterhotels „Dinarobin“ kannst du kostenlos mitbenutzen. Zwischen den beiden Hotels pendeln Minibusse im 30-Minuten-Takt. Das Pendeln zwischen den Hotels haben wir vor allem abends genossen. Gleich vier Weltklasse-Restaurants tischen unter der Leitung von Chefkoch Guillaume Bregeat Delikatessen im Sternestil auf.

Delikatessen in Weltklasse-Restaurants.
Liebe geht durch den Magen: Gleich vier Weltklasse-Restaurants tischen Delikatessen im Sternestil auf. Foto: Uwe Dulias

Der Franzose hatte das Privileg, bei Meister-Koch Bernard Loiseau im La Cote de Or (zwei Michelin-Sterne) in Saulieu zu arbeiten. Unvergessen der traumhafte Geschmack des halbgegarten Roten Thunfisches (mit Tintenfisch-Tentakel und Gemüse-Mousseline-Trio). Ja, Liebe kann wirklich durch den Magen gehen.

Mauritius: Fast alle Hotels mit Hochzeits-Arrangements

Apropos Liebe: Natürlich ist und bleibt Mauritius die Insel der Herzen. Fast alle Hotels bieten Hochzeits-Arrangements an und überraschen Honeymooner mit Zimmer-Upgrades und kleinen Geschenken. Das „St. Regis“ und das „Four Seasons“ haben dabei die Nase ganz vorn.

Eine Eheschließung auf Mauritius ist übrigens auch in Deutschland gültig. Ihr müsst nur einige Formalitäten im Vorfeld erledigen und dann ab in den siebten Himmel.

Hochzeit auf Mauritius.
Ringe nicht vergessen: Eine Hochzeit auf Mauritius ist auch in Deutschland gültig. Fast alle Hotels bieten Hochzeits-Arrangements an. Foto: imago images/Travel-Stock-Image

Ja, ja, die Liebe. Hier auf Mauritius hat die Liebe wirklich ein Zuhause gefunden, und wie es sich für einen echten Top Place gehört, sehe ich nur einen einzigen Nachtteil: Du willst nicht wieder weg!

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