Die „Aida Perla“ soll ab 2020 auch mit Strom betrieben werden. Das 300 Meter lange Schiff wird um einen Batterieakku erweitert – nach aktuellem Stand wird es das größte Batteriespeichersystem auf einem Kreuzfahrtschiff. Der Dampfer würde damit ab nächstem Jahr mit Hybridantrieb fahren.

Dadurch erwartet Aida Cruises einen geringeren Verbrauch von fossilem Treibstoff, zudem soll die Akkuleistung zu einer höheren Effizienz des Schiffbetriebes führen.

„Aida Perla“ bekommt Riesen-Batterie 

Erreicht werden soll das mittels des sogenannten „Peak Shaving“ oder „Peak Load Shaving“. Eine Technologie, die es der „Aida Perla“ ermöglicht, die Batterien sowohl per Landstromanschluss als auch mit überschüssiger Energie der Dieselgeneratoren aufzuladen.

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Während längerer Anliegezeiten im Hafen könnte das Batteriesystem dann auch zugeschaltet werden, was in der Folge weniger Emissionen bedeuten würde. Der neu eingebaute Speicher hat eine Leistung von zehn Megawatt. Damit könnten zeitweise ganze Orte bei einem Stromausfall mit Energie beliefert werden, vergleicht „Cruisetricks“.

Wie lange das Kreuzfahrtschiff dann tatsächlich mit dem elektrischen Antrieb auf See auskommt, dazu kann Aida derzeit noch keine Angaben machen, da es sich um einen Pilotversuch handelt. Erkenntnis soll die Detailplanung bringen

Norwegens Fjorde verbieten Kreuzfahrtschiffe mit Schweröl-Antrieb

 Die „Aida Perla“ schippert derzeit unter anderem wöchentlich ab Hamburg durch Nordeuropa, mit dem Hybridmotor wäre dann auch die Einfahrt in die Fjorde Norwegens langfristig möglich – ab 2026 sind dort Schiffe mit Schweröl-Antrieb verboten.

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Hybridmotor als Pilot: Aida will auch andere Schiffe grüner machen

Glückt das innovative Projekt, soll die Technologie auch auf andereren Schiffen der Reederei eingesetzt werden. Es ist eine weitere Anstrengung von Aida Cruises, Kreuzfahrten grüner zu machen. Bestnoten erhielt zuletzt die „Aida Nova“ im diesjährigen Umwelt-Ranking des Nabu. Das Schiff wird vollständig mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben, das im Vergleich zu anderen herkömmlichen Treibstoffen wie Diesel emmisionsärmer ist. 

Die „Aida Perla“ darf sich zwar dann der weltweit größte Hybridkreuzer nennen, neu ist das aber nicht. Die „Roald Amundsen“ von Hurtigruten benutzt den gleichen Antrieb und startete im Juli die erste Hybrid-Kreuzfahrt.

Elektro-Antrieb und Flüssigerdgas als Alternative? Kreuzfahrten belasten trotzdem die Umwelt

Das Ziel von Aida Cruises sei es, dass Ende 2023 94 Prozent aller Aida-Gäste auf Schiffen unterwegs sein werden, die mit der grüneren Variante oder im Hafen mit Landstrom betrieben werden. 

Von umweltfreundlich kann trotz aller Innovationen dennoch keine Rede sein, Kreuzfahrtschiffe bleiben Klimasünder – sowohl bei der Verbrennung von LNG als auch in Hybridmotoren mit Dieselkomponente werden umweltschädliche Gase wie COund Methan frei.