Brasilien: Naturschutzgebiet Tamoios soll Touristen-Hotspot werden

Brasilien: Naturschutzgebiet soll Touri-Hotspot werden

Südlich von Rio de Janeiro hütet Brasilien einen wahren Schatz: das Naturschutzgebiet Tamoios. Die nahezu unberührte Landschaft könnte dem Massentourismus zum Opfer fallen. Was Präsident Bolsonaro plant.

Viel ist bisher nicht in der Bucht von Angra dos Reis los – viele Touristen könnte genau diese Menschenleere anziehen. Natur pur.
Viel ist bisher nicht in der Bucht von Angra dos Reis los – viele Touristen könnte genau diese Menschenleere anziehen. Natur pur.

Foto: imago images/Zuma Press

Vom Naturparadies zur Touristenhölle? Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro möchte aus dem Naturschutzgebiet Tamoios ein „brasilianisches Cancún“ machen, so zitiert ihn der lokale Nachrichtensender „R7“. Dafür erntet er massig Kritik.

In der Gegend steckt zwar noch großes touristisches Potenzial – Massentourismus mit Resorts und Casinos wollen die Einheimischen jedoch nicht.

Naturschutzgebiet Tamoios soll touristische Top-Destination in Brasilien werden

Sollte der Partyort und Urlaubshotspot in Mexiko tatsächlich als Vorbild gelten, könnten Ruhe und Einsamkeit im „Estação Ecológica Tamoios“ bald Geschichte sein.

Das Naturschutzgebiet umfasst 29 Inseln, es grenzt an den traumhaften Strand von Mambucaba. Der liegt in der Bucht von Angra dos Reis, rund um den Strand erheben sich dicht bewachsene Hügel.

Die Costa Verde zwischen Rio de Janeiro und São Paulo zählt zu den schönsten Küstenabschnitten Brasiliens, nicht weit entfernt vom Naturschutzgebiet Tamoios liegt auch die paradiesische und bekannte Ilha Grande.

   

So schön ist es um das Naturschutzgebiet Tamoios

Massentourismus auf Kosten der Natur in Brasilien?

40 Maßnahmen plant das Tourismusministerium, um die Region für Urlauber attraktiver zu machen. Erhebliche Verbesserungen der Infrastruktur wie ein weiteres Terminal am lokalen Flughafen Angra dos Reis oder der Bau einer Kläranlage wären dafür nötig – alles, um die Region zu einer „weltweit führenden Destinationen“ zu machen, wie Stadtentwicklungssekretär Daniel Nepomuceno ankündigte.

Zwar würde mehr Tourismus auch mehr Arbeitsplätze schaffen, aber selbst in der Hotelerie gibt es Bedenken. Alfredo Lopes, Präsident des brasilianischen Verbandes der Hotelindustrie in Rio de Janeiro, sagte, Tourismusinitiativen seien willkommen, aber: „Die Leute wollen paradiesische Inseln sehen, klares Wasser. Wir können das nicht zerstören. Es muss alles sehr gut geplant sein, sonst wird unser Cancún zu einem Albtraum.“

Umweltschützer wünschen sich Nachhaltigkeit in der Bucht von Andros dos Reis

Und diesen Albtraum befürchten auch Umweltschützer: „Wenn man hier auf Qualitätstourismus setzen will, dann muss man zuerst in den Umweltschutz investieren“, sagt Biologin Suzana Raminelli, die nach einem Bericht der „Deutschen Welle“ selbst in Mambucaba wohnt.

Statt Billig-Urlauber wünsche sie sich umweltbewusste Öko-Touristin, Stichwort Nachhaltigkeit. Warum eigentlich auf einmal die radikalen Pläne seitens der Regierung? Aktivisten glauben an eine Art Rache Bolsonaros, da die Umweltbehörde Ibama den Präsidenten beim illegalen Angeln am Mambucaba-Strand erwischte. Ein Bußgeld von 10.000 US-Dollar wurde ihm auferlegt – das hat er nie bezahlt und seither die Lust am Angeln verloren.

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