Ob Markusplatz oder Rialtobrücke: Wenn es nach den Vorstellungen des amtierenden Bürgermeisters Luigi Brugnaro geht, könnte das Rauchen im historischen Zentrum Venedigs bald tabu sein. Gerade dort, wo sich die meisten Touristen während eines Städtetrips aufhalten.

Wo genau er die rauchfreien Bereiche abstecken würde, erwähnte Brugnaro nicht.

Markusplatz und Rialtobrücke: Ist das Rauchen in Venedigs Zentrum bald tabu?

Angenehm sei ihm das bei seinem jüngsten Besuch in Tokio aufgefallen, wo im Vorlauf auf die Olympischen Spiele 2020 bereits jetzt das Rauchen in der Öffentlichkeit stärker eingeschränkt wurde. Er selbst greift gern mal zum Glimmstängel, doch ein Verbot würde helfen, die Stadt sauberer zu machen, sagte er am vergangenen Montag in Rom bei einer Zusammenkunft von verschiedenen Bürgermeistern des Landes.

Die Luftqualität Venedigs ist ohnehin schon bedenklich, dafür sorgt auch die Kreuzfahrtbranche. In puncto Luftverschmutzung durch Schiffe liegt die Lagunenstadt europaweit neben Barcelona und Palma de Mallorca vorne.

Bürgermeister Brugnaro würde in der Öffentlichkeit auf das Quarzen verzichten, zitiert ihn die italienische Tageszeitung „Corriere della Sera“. Und dasselbe fordert er nun auch von Einheimischen und Touristen, um der eigenen Gesundheit, aber auch der Stadt, Respekt entgegenzubringen.

In Bars und Restaurants ist das Rauchen in ganz Italien verboten

Dazu gehört auch, die Kippenstummel nicht einfach auf den Bürgersteig zu werfen und nicht mehr auf den Boden oder gar in die Kanäle zu aschen. Deshalb sollen laut Brugnaro die lokalen Behörden darüber nachdenken, kleine Plastikbeutel zu verteilen und Rauchern tragbare Aschenbecher in die Hand zu drücken.

Punktuell müssen Touristen in dem Land ohnehin schon auf Nikotin verzichten: In Bars und Restaurants gilt das Rauchverbot bereits, der beliebte Strand Bibione in der Provinz Venedig ist der erste rauchfreie Strand Italiens. Brugagnos Vision würde die Vielzahl an Verboten in der Lagunenstadt erweitern, die dem Overtourism mit jährlich 30 Millionen Touristen entgegenwirken sollen.