Sabotage: Mechaniker beschädigt American-Airlines-Flieger

Abflug gestoppt: Mechaniker beschädigt Flieger absichtlich

Die 150 Passagiere bei American-Airlines dürften ziemlich angefressen sein: Ihr Flugzeug hob wegen eines Defekts nicht ab. Schuld soll ein Mechaniker sein, der den Flieger manipulierte – für Überstunden.

Mehrere A320 von American Airlines stehen am Flughafen.
Überwachungskameras sollen aufgenommen haben, wie sich der Mechaniker vor dem Abflug an der Maschine zu schaffen machte. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Aviation-Stock

Streik, Unwetter oder ein Defekt: Gründe, mit denen Passagiere bei einem Flugausfall überlicherweise rechnen. Dass aber ein Mechaniker absichtlich eine Maschine beschädigt, um Überstunden einzuheimsen? Das klingt wie erfunden, soll aber der Grund sein, warum der American-Airlines-Flug AA 2834 am 17. Juli 2019 mit 150 Menschen an Bord nicht abhob.

Der verdächtigte Mechaniker wurde festgenommen und musste sich vergangenen Freitag dem Gericht stellen.

Lockere Sonde: Mechaniker soll absichtlich das Flugzeug beschädigt haben 

Aus den Gerichtsunterlagen soll, wie der „Miami Herald“ berichtet, Folgendes hervorgehen: Die Maschine sollte von Miami nach Nassau auf den Bahamas fliegen. Allerdings habe der Bordcomputer den Piloten kurz vor dem Start einen Fehler gemeldet – sie stoppten den Abflug.

Das Flugzeug kehrte zum Gate zurück, wo ein Mechaniker eine gelockerte Sonde entdeckt habe, die wichtige Daten an den Flugcomputer übermittelt. Informationen wie Flughöhe und Geschwindigkeit fließen dort zusammen. Kein versehentlicher Defekt, sondern, wie Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen sollten, eine gewollte Sabotage.

Sabotage bei American Airlines: Mechaniker sauer wegen Arbeitsbedingungen

Der angeklagte Mechaniker sagte am Freitag vor Gericht aus, dass er weder Passagieren noch dem Flugzeug habe Schaden zufügen wollen. Er sei über sein Arbeitsverhältnis und die frustrierenden Tarifverhandlungen zwischen American Airlines und der Mechaniker-Gewerkschaft sauer gewesen und wollte sich durch die Verspätung der Maschine und die notwendigen Reparaturarbeiten Überstunden verschaffen.

Ungefähr sieben Minuten soll der Mechaniker für die Manipulation des Flugzeugs gebraucht haben. Das Urteil steht noch aus.

Der reisereporter hat bei der Airline um ein Statement gebeten. Das Flugzeug soll nach Aussagen dieser nach einer gründlichen Inspektion wieder die Flugerlaubnis bekommen haben.

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