Abzocke in Jerusalem? Touristin muss 2.600 Euro für Shawarma zahlen

Abzocke in Jerusalem? Touri zahlt 2.600 Euro für Shawarma

Eigentlich kostet ein Shawarma wenige Euro – eine Touristin musste in einem Restaurant in Jerusalem aber satte 2.600 Euro dafür blechen. Die schwindelerregende Summe wurde einfach von der Kreditkarte abgezogen.

Shawarma kommt meist in einem dünnen Fladenbrot gewickelt daher, die Füllung besteht unter anderem aus Lammfleisch oder Geflügel. Oft wird es zusammen mit Tahina und in Milch sauer eingelegtem Gemüse und Salat serviert.
Shawarma kommt meist in einem dünnen Fladenbrot gewickelt daher, die Füllung besteht unter anderem aus Lammfleisch oder Geflügel. Oft wird es zusammen mit Tahina und in Milch sauer eingelegtem Gemüse und Salat serviert.

Foto: unsplash.com/Cindy Fernandez

Ein Shawarma-Teller – in Deutschland ein beliebter Imbiss und eine Abwechslung zum altbekannten Döner. Selbst für den kleinen Geldbeutel ein Sattmacher, und im Israel-Urlaub ein Muss für Foodies. Doch US-Touristin Laura Ziff hat dieser Snack ein riesiges Loch in die Urlaubskasse gerissen.

Shawarma-Teller in Jerusalem kostete Touristin 2.600 Euro!

Für das arabische Fleischgericht berechnete ihr das Restaurant „Old City Shawrma“ am Jaffator – einem der acht Tore in der Stadtmauer um die Altstadt – 10.100 Schekel, also umgerechnet mehr als 2.600 Euro! Doch das fiel ihr erst zu spät auf, der Bon war auf Hebräisch geschrieben. Verzweifelt suchte Laura Hilfe in der Facebook-Gruppe „Secret Jerusalem“ und postete den Beleg. 

Touri-Falle? Die Besitzer des Restaurants, Adam und Jacob, sollen Laura eine Rückzahlung versprochen haben, es solle sich um einen Fehler gehandelt haben. Allerdings warte die Amerikanerin nach eigenen Angaben seit dem 12. August darauf – 17 Tage später bat sie auf Facebook um die Hilfe der Locals, um die Besitzer ausfindig zu machen, damit sie mit ihnen in direkten Kontakt kommen könne.

Mit ihrem Kreditinstitut hatte sie indes schon wegen einer Rückbuchung des Betrages gesprochen. Doch auch noch drei Wochen nach dem Vorfall konnte sie keine Bewegung auf ihrem Konto feststellen. Ex-Mitarbeiter des Restaurants erzählten, dass das kein Einzelfall sei.

Zockt Restaurant in Jerusalem Urlauber ab? Mitarbeiter beschuldigt Besitzer

„Das ist das System des Besitzers“, packte ein ehemaliger Mitarbeiter bei der Morgensendung des israelischen Fernsehsenders „Keshet 12“ aus, wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtete. „Das ist einer der Gründe, warum ich gekündigt habe. Sie haben angefangen, mit den Preisen zu spielen – es ist schrecklich. Die Polizei kam dreimal mit Touristen.“

Ein schwerer Vorwurf. Aber wie sollen die Besitzer bei den Preisen tricksen? „Es funktioniert so: Sie haben keine Karte. Sie verlangen 80 Schekel (umgerechnet circa 20 Euro) und berechnen es aber den Gästen in Euro oder Dollar“, behauptete der Ex-Mitarbeiter. Touristen könne das nicht mal auffallen, da auf der Rechnung teilweise keine Rede von einer anderen Währung sei. 

Übrigens wäre selbst dieser Preis ziemlich teuer. Ein Shawarma kostet üblicherweise zwischen 20 und 45 Schekel, also ab fünf bis circa zwölf Euro.

Vorsicht, Touri-Falle! Keine Preise in Speisekarten

Für Laura hat die Odyssee hoffentlich bald ein Ende: Die Besitzer sollen sie angerufen und sich für die Umstände entschuldigt haben. Am 3. September habe sie dann sogar noch ein Einheimischer angeschrieben, der bestätigte, dass die Besitzer mit ihrer Bank wegen einer zügigen Abwicklung in Kontakt stünden.

Laura hat ihren Optimismus offenbar nicht verloren und sagt: „Ich glaube ihm absolut. Ich nehme an, dass mein nächster Post darüber sein wird, dass das Geld wieder auf dem Konto und die Sache damit abgeschlossen ist.“ Sie nehme an, dass es einfach nur ein paar Tage dauern würde.

Offenbar kein Fehler, sondern eine richtige Masche ist Touristenabzocke hingegen auf Mykonos. Dort klagten mehrere Urlauber über horrende Rechnungen in diversen Lokalen, Speisekarten sollen ihnen sogar verweigert worden sein. Dutzende Restaurants wurden auf der griechischen Insel nach Razzien geschlossen

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