Flug verpasst, weil Personal die Passagiere im Treppenhaus eingeschlossen hat? Klingt absurd, soll aber genau so am Flughafen von Edinburgh geschehen sein.

Dort strandeten am Dienstag 35 Passagiere, nachdem plötzlich vor und hinter ihnen die Türen in einem Treppenaufgang verbarrikadiert worden seien – und das angeblich vom Ryanair-Personal, beschuldigen die Betroffenen die Airline, wie „Edinburgh Live“ berichtet.

Passagiere in Treppenhaus von Flughafen eingeschlossen

Die 35 Passagiere hatten das Boarding für Flug FR6624 nach Krakau gerade passiert und waren auf dem Weg zur Maschine, als sich der kuriose Vorfall ereignet haben soll. Priority-Passagiere, die schon früher ins Flugzeug durften, hatten da mehr Glück.

Dass 35 Sitze leer blieben, schien nicht weiter aufgefallen zu sein – die Maschine hob tatsächlich mit dem bereits eingecheckten Gepäck in Richtung Polen ab! Ein Passagier twitterte kurz darauf: „Erster Tweet! Ryanair-Flug FR6624 beschloss, ohne mehr als ein Dutzend Passagiere, darunter auch ich, zu starten. WTF.“

Passsagier betätigt Notfallknopf – Flieger hebt trotzdem ohne sie ab

Erst nach einer Stunde Wartezeit konnten die Gefangenen entkommen, nachdem ein Passagier den Notfallknopf drückte, damit sich die Türen von selbst öffneten. Das berichtet der schottische „Daily Record“. Frustration am Schalter: Fotos zeigen die verärgerten Fluggäste.

Zu sehen sind auf diesen einige ältere Menschen, Passagier Nicolas Vasquez erzählt, dass es für sie besonders hart gewesen sei, da sie die ganze Zeit stehen mussten und nicht auf Toilette gehen konnten. Er will auch ein Dokument gesehen haben, auf dem gestanden haben soll, dass alle eingecheckten 179 Personen im Flugzeug gewesen seien.

Der reisereporter hat diesbezüglich bei der Airline nachgehakt, eine Antwort steht noch aus. Gegenüber dem „Daily Record“ bestätigt Ryanair zwar, dass der Flug FR6624 ohne die bereits geboardeten Passagiere startete, schiebt jedoch die Schuld auf das Bodenpersonal von Swissport. 

Der Grund werde derzeit untersucht, die Passagiere wurden auf einen Flug für 21 Uhr, also rund fünf Stunden später, umgebucht. Währenddessen erhielten sie Gutscheine – ein schwacher Trost.