Zahlreiche Touristen flüchteten in ihre Autos, als die riesige und bedrohlich aussehende Wolke auf den Strand von Rio de Janeiro zurollte. Sie befürchteten, dass es sich um einen gefährlichen Tornado handeln könnte. Tatsächlich war es jedoch eine sogenannte Rollwolke.

Andere Urlauber und Einheimische filmten das Spektakel. Die Videos zeigen, wie der Himmel immer dunkler wird und sich die Hunderte Kilometer lange Wolke mit einer Geschwindigkeit von bis zu 60 Kilometern pro Stunde immer näher Richtung Festland schiebt.

Video: Rollwolke an der Praia de São Conrado in Rio de Janeiro

„Alle waren schockiert“, sagte Jorge Ricardo (43) gegenüber der „Daily Mail“. „Als die Wolke dicker, dichter und dunkler wurde, rannten etliche Menschen vom Strand weg.“

Das bedrohlich wirkende Naturschauspiel soll fünf Minuten lang zu sehen gewesen sein. „Alles kam zum Stillstand, als die Leute sahen, wie sich die Wolke zusammenrollte“, sagte der Besitzer eines Strandkiosks an der Praia de São Conrado.

Wetterphänomen erklärt: Was ist eigentlich eine Rollwolke?

Eine Rollwolke an sich ist übrigens nicht gefährlich. Es handelt sich dabei nach Angaben des „Deutschen Wetterdienstes“ (DWD) um eine tiefe, horizontal ausgerichtete Wolke in Form einer Walze, die vor allem in Verbindung mit Gewittern und Böenfronten auftritt.

Sie dreht sich langsam um ihre horizontale Achse und sieht dadurch aus, als würde sie rollen.

Berühmte Rollwolke: Die Morning Glory Cloud in Australien

Eine berühmte Rollwolke ist die Morning Glory Cloud im nordaustralischen Golf von Carpentaria. Nach Angaben des DWD tritt sie vor allem von September bis November, dem australischen Frühling, auf. 

Den Namen erhielt die Morning Glory Cloud ursprünglich wegen ihrer Ankunftszeit an der Küste des Bundesstaates Queensland, denn sie näherte sich in der Morgendämmerung. Insgesamt kann sich die Wolke über mehrere Hundert Kilometer erstrecken und ist wenige Kilometer hoch und breit.