„Heirate einen Local“: Frau heiratet Fremden in Amsterdam!

Amsterdam: Touristin heiratet einen völlig Fremden

Es dauerte keine 15 Minuten, dann waren eine Touristin aus England und ein Local aus Amsterdam miteinander verheiratet. Und die Ehe führte sie in unbekannte, weniger überlaufene Touri-Ecken der Stadt.

Ein Paar, das an den Grachten entlangradelt.
Die Flitterwochen verbrachte das Ehepaar natürlich auf dem Fahrrad in Amsterdams versteckten Gassen. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Westend61

Dieser Urlaubsschnappschuss schafft es sicherlich ins Fotoalbum – oder ins Instagram-Profil. Im Secondhand-Hochzeitskleid unter einem kitschigen Bogen aus Tüll und Plastikblumen legten Touristin Joanna Whitehead und der Amsterdammer Pieter ganz spontan ihr Ehegelübde ab. 

Beide versprachen sich, die Stadt Amsterdam zu lieben, zu achten und zu ehren – und sie als Ehepaar wenigstens für einen Tag nicht wie ein typischer Tourist, sondern wie ein echter Local zu zu erleben.

Touristin heiratet fremden Local – untypische Flitterwochen durch Amsterdams geheime Ecken

Und genau dieses Versprechen lösten sie mit ihren Flitterwochen in Pieters Heimatstadt ein. Auf einem quietschorangefarbenen Fahrrad erkundeten sie im Hochzeitsdress die Stadt abseits der Touri-Pfade. Das wünschte sich Journalistin Joanna Whitehead für ihren Besuch und berichtet von ihrer verrückten Aktion im „Independent“. 

Anstatt sich durch die engen Straßen im alternativen Viertel De Pijp zu drängen oder im Watschelgang von Boutiqe zu Café im angesagten Jordaan-Viertel zu trotten, entführte Pieter die Braut zu „geheimen“ wilden Orten, gegenüber vom Zoo gelegen.

Dort gab es für das Ehepaar sogar mitten in den Niederlanden den Hauch eines Safari-Urlaubs in Namibia. Weiter ging es mit einem tropischen Abstecher nach Indonesien, zum Jakarta-Hotel, was sich selbst als „grünstes“ Hotel des Landes betitelt. Weniger spektakulär dürften für Joanna die Solarplatten zur Energieversorgung gewesen sein, dafür umso mehr der Indoor-Dschungel.

Währenddessen führten beide intensive Gespräche über Sozialwohnbauten in Amsterdam – klingt für dich wenig romantisch? Doch genau das soll eine der Intentionen der Kampagne „Marry an Amsterdammer for the Day“ sein, die Urlaubern das alltägliche Leben der Einheimischen mit einer inszenierten Hochzeit für einen Tag näherbringen möchte.

Getraut haben sich das offenbar seit Juni auch schon andere Fremde, wie dieses Foto eines Fake-Paares zeigt. 

Außergewöhnliche Kampagne soll Tourismus in Amsterdam verändern

Es ist ein weiterer Versuch, die Stadt sowohl für Bürger als auch für Touristen lebens- und liebenswert zu erhalten. Beide Seiten spüren die negativen Auswirkungen des Overtourism. Mehr als 17 Millionen Menschen verschlägt es in die Grachten-Hauptstadt – zu viele.

Einschränkungen wie das Tourenverbot durchs Rotlichtviertel oder aber Gebühren für Kreuzfahrt-Passagiere sollen den Massen Einhalt gebieten, Einheimische klagen über steigende Mietpreise, auch wegen umfunktionierter Wohnungen, die über Airbnb angeboten werden.

Daher ist Joannas Ehemann Pieter, der einst für die Regierung arbeitete, sehr glücklich mit seiner Frau, die dem gegensteuern möchte, und dankte ihr für ihre Neugierde in Amsterdam, dafür, „dass sie nicht mitten auf dem Fahrradweg Fotos von Gebäuden schießen würde“, und dafür, „dass sie nicht den ganzen Tag im Rotlichtviertel in Coffeshops abhängen und high werden würde“.

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