Gefährlicher Insta-Hype um Wasserfall-Pool am Königssee

Gefährlicher Insta-Hype um Wasserfall-Pool am Königssee

Er ist ein extrem beliebtes Fotomotiv: Der Pool am Königsbach-Wasserfall über dem Königssee in Bayern. Doch die wenigsten Instagrammer und Touristen wissen: Sie bringen sich dort in Lebensgefahr!

Wunderschönes Motiv, aber nicht ungefährlich: der Wasserfall-Pool am Königssee.
Wunderschönes Motiv, aber nicht ungefährlich: der Wasserfall-Pool am Königssee.

Foto: instagram.com/ruzenasuchankova

Zugegeben – das Motiv ist atemberaubend: Ein kleines Becken mit klarem Wasser, im Hintergrund ein Wasserfall und davor das Panorama des Königssees. Der typische Instagram-Shot: ein Foto am Rande des Pools, natürlich in Bikini oder Badehose. Doch für dieses Foto riskieren hier Menschen ihr Leben!

An manchen Tagen kämen bis zu 200 Menschen, um sich im Pool zu knipsen, schreibt Fotograf Robert Gongoll auf seinem Instagram-Profil. Die Folge: Die Touristen müssen im steilen Gelände Schlange stehen.

Gefährliches Traumfoto: Klick dich durch die Instagram-Galerie

Hier besteht Gefahrenquelle Nummer eins, berichtet die „Bild“ und zitiert eine Sprecherin des Nationalparks Berchtesgaden: „Zu den Gumpen führen keine Wege, es gibt nur Trampelpfade. Viele Besucher wissen nicht, welchem Risiko sie sich aussetzen, in ungesichertem alpinen Gebiet zu wandern. Es besteht Lebensgefahr, zum Beispiel durch Abrutschen!“

Ende Juli kam es zu dramatischen Szenen: Eine Touristin aus NRW stürzte am Wasserfall über einen steilen Grashang ab, sie konnte sich noch festklammern und wurde gerettet. Die 23-Jährige überlebte, zog sich aber schwere Gesichtsverletzungen zu.

Touristen ertranken in Wasserfall-Pool am Königssee

Die zweite Gefahrenquelle ist der Pool selbst. Er ist übrigens auf natürliche Weise entstanden, es handelt sich hier um einen sogenannten Gumpen. Diese beckenartigen Strudeltöpfe werden durch Sturzbäche in den felsigen Untergrund gehöhlt. Im April ereignete sich ein tragischer Vorfall: Zwei Männer ertranken in der Gumpe am Wasserfall, das berichtete der „Bayerische Rundfunk“.

Ernsthafte Konsequenzen werden wohl nicht folgen. „Eine Sperrung vorzunehmen ist schwierig. Wir können ja nicht den ganzen See absperren“, so Scheiter weiter. Stattdessen sollen nun Warnschilder aufgestellt werden. 

Doch Warnungen halten Touristen nicht davon ab, ihr Leben fürs perfekte Foto aufs Spiel zu setzen – das zeigen jede Menge anderer Beispiele.

Immer wieder klettern Menschen über Absperrungen und stürzen Klippen, Wasserfälle oder Felsen hinunter. Die erschreckenden Zahlen: 259 Menschen starben beim Selfie-Machen innerhalb von sechs Jahren

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