Der Städtereisen-Test: Wie gut ist Sightseeing mit dem E-Scooter?

Der Städtereisen-Test: Sightseeing mit dem E-Scooter

Müde Füße auf der Städtereise? Statt in die Bahn zu steigen oder ein Taxi zu rufen, können Touristen auch auf E-Scooter ausweichen. Taugen Lime, Tier und Co. fürs Sightseeing? Der reisereporter hat’s getestet.

Sightseeing mit dem E-Scooter – taugt das was? reisereporterin Maike hat es getestet.
Sightseeing mit dem E-Scooter – taugt das was? reisereporterin Maike hat es getestet.

Foto: Nils Peuse

Abertausende E-Scooter stehen inzwischen in deutschen Großstädten herum – und nicht nur Locals, auch Touristen nutzen die Roller gern. Zum Beispiel, um die Kilometer zur nächsten Sehenswürdigkeit nicht zu Fuß zurücklegen zu müssen. Denn, so zumindest das Versprechen der Hersteller und Leihanbieter: Mit den E-Scootern kommt man schnell und günstig von A nach B. 

Der reisereporter wollte wissen, ob die Roller tatsächlich eine gute Alternative fürs Sightseeing sind, und war in Hannover unterwegs. In Niedersachsens Hauptstadt gibt es inzwischen Tier und Lime. Wir wollten wissen: Wie fahren sich die beiden Anbieter im Vergleich? Ist der E-Scooter schneller als die Bahn? Und wie teuer ist eine Fahrt im Vergleich zum Bahnticket?

Video-Test: So klappt das Sightseeing mit dem E-Scooter

Das reisereporter-Fazit: Eine Sightseeing-Tour mit den E-Scootern macht zwar Spaß und bringt durchaus mal Abwechslung in den Städtetrip. Aber: In puncto Zeit- und Kostenersparnis lohnt sich das Ausleihnen eines Tier- oder Lime-Rollers nicht wirklich.

Wie schnell ist der E-Scooter im Vergleich?

Tatsächlich ist der nächste Roller zwar meist näher als das nächste Taxi – bei all den Tausend Rollern, die in den Metropolen an jeder Ecke herumstehen. Und auch den Gang zur nächsten Bahnstation könntest du dir sparen.

Aber: In unserem kleinen Test U-Bahn gegen E-Roller (Fahrt in Hannover von der Markthalle bis zu den Herrenhäuser Gärten) war die reine Fahrzeit mit Start an der Bahn-Haltestelle auf die Minute gleich. Nicht eingerechnet sind der Fußweg runter zum Gleis und das Warten auf die Bahn.

Abbiegen auf der Kreuzung: Das ist mit dem E-Scooter nicht stressfrei.
Abbiegen auf der Kreuzung: Das ist mit dem E-Scooter nicht stressfrei. Foto: Nils Peuse

So teuer ist der E-Scooter im Vergleich zur Bahn

In puncto Kosten kann der E-Scooter nicht mithalten. In Hannover kostet eine Fahrt einen Euro Startgebühr und dann noch mal 15 Cent pro Minute bei Tier und 15 bis 20 Cent bei Lime. Der konkrete Vergleich in unserem Praxistest (Markthalle bis Herrenhäuser Gärten): Kosten fürs Bahnticket: 2,80 Euro. Kosten für den E-Scooter: 3,55 Euro (Tier) und 4,20 Euro (Lime).

Tatsächlich verlieren die E-Scooter nicht nur im reisereporter-Test. Auch eine Studie mit Zahlen aus mehreren Großstädten zeigt, dass die Roller auch im Vergleich zu anderen Sharing-Angeboten die teuerste Wahl sind.

Die wichtigsten Regeln für E-Scooter

Damit du dir unnötige Strafen ersparst und um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden, kommen hier die wichtigsten Regeln fürs E-Scooter-Fahren.

Auf diesen Wegen dürfen E-Scooter fahren

Ganz wichtig: Gehwege und Fußgängerzonen sind tabu, selbst wenn dort ein „Radfahrer frei“-Schild hängt. Das gilt nicht für E-Scooter! Ansonsten kostet das zwischen 15 und 30 Euro Bußgeld. 

Mit den Rollern darfst du auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen fahren. Wenn es keine gibt, dann darfst du auf die Straße ausweichen. Übrigens: Wenn du bei Rot über eine Ampel fährst, beträgt das Bußgeld zwischen 60 und 180 Euro.

Mindestalter und maximale Personenzahl auf dem E-Scooter

Um einen E-Scooter fahren zu dürfen, musst du mindestens 14 Jahre alt sein. Und du darfst nur allein darauf stehen, es ist verboten, zu zweit auf einem E-Scooter zu fahren. Auch nebeneinander fahren ist verboten, das kostet zwischen 15 und 30 Euro. Eine Helmpflicht besteht nicht, es wird jedoch empfohlen, einen zu tragen.

Betrunken E-Scooter fahren? Verboten!

Wenn du auf einen E-Scooter steigst, solltest du im Optimalfall komplett nüchtern sein. Das musst du sogar, wenn du unter 21 Jahre alt oder Führerscheinneuling in der Probezeit bist. Dann gilt: 0,0 Promille sind Pflicht!

Ansonsten ist der Alkoholgrenzwert derselbe wie bei Autofahrern: Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt und keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und erhält einen Bußgeldbescheid. In aller Regel sind das 500 Euro, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg.

Eine Straftat begehst du definitiv, wenn du mit mehr als 1,1 Promille unterwegs bist. Von einer Straftat kann aber auch schon ab 0,3 Promille die Rede sein, wenn du auf dem E-Scooter alkoholbedingte Ausfallerscheinungen zeigst.

Bahn- und Bus-Fahrten mit dem E-Scooter

Du willst den E-Scooter mit in den Zug nehmen? Die Deutsche Bahn erlaubt die kostenlose Mitnahme von zusammengeklappten Elektrorollern als Handgepäck in ihren Fernzügen. Für nicht zusammenklappbare E-Scooter musst du ein Fahrradticket kaufen.

Im regionalen öffentlichen Nahverkehr können unterschiedliche Regelungen gelten, da solltest du immer die Infos im jeweiligen Tarifverbund checken. Mancherorts sind nämlich nicht zusammengeklappte beziehungsweise nicht zusammenklappbare E-Scooter verboten. 

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