Auch wenn die Summe relativ gering war – die Verwunderung über diese Rechnung war umso größer: Nachdem sie vor rund drei Jahren einen Tag lang mit einem Mietwagen durch Portugal gefahren war, erhielt eine Frau aus München eine Rechnung. Der Grund: Sie habe eine Autobahn in Portugal genutzt, ohne dafür Maut zu zahlen. Jetzt solle sie innerhalb von drei Wochen 16,26 Euro zahlen.

Zunächst sei ihr die Rechnung kurios vorgekommen, erzählt sie gegenüber der „TZ“. Vor allem, da der Bescheid von einem Inkassounternehmen in England ausgestellt worden ist. Ein ADAC-Sprecher bewertet die Forderung trotzdem als authentisch – trotz der geringen Summe und der langen Zeitspanne. „Mautgebühren können in Portugal acht Jahre lang eingefordert werden.“

Rund 15 Euro sind zum Glück noch zu verkraften – aber was, wenn teurere Knöllchen ins Haus flattern?

Wenn Mautrechnungen aus dem Urlaub ins Haus flattern 

Solche Verwarngeldbescheide über nicht gezahlte Mautgebühren im Ausland sind dem ADAC zufolge keine Seltenheit. Das britische Inkassounternehmen Euro Parking Collection, das auch in diesem Fall mit der Einforderung beauftragt wurde, schickt die sogenannten „Penalty Charge Notices“ beispielsweise auch raus, wenn Urlauber die Maut fürs Darford Crossing nicht bezahlt haben. 

Das betrifft zwei Tunnel und eine Brücke an der Themse östlich von London. Zu bestimmten Zeiten ist die Überquerung des Flusses auf diesen Wegen nämlich mautpflichtig. Bezahlt werden kann im Voraus oder bis 24 Uhr am Folgetag online, per Telefon, postalisch oder bei einer Payzone-Verkaufsstelle. 

Einige Urlauber wissen dies nicht – und werden nachträglich vom Verwarnungsgeldbescheid überrascht. Neben der Maut (2,50 Pfund, also rund 2,75 Euro) musst du dann zusätzlich ein Verwarngeld von rund 100 Euro bezahlen, das sich auf 147 Euro erhöht, wenn du die Rechnung nicht innerhalb von 28 Tagen begleichst. Der ADAC rät deshalb, die Summe direkt nach dem Erhalt des Briefes zu überweisen und zusätzlich Einspruch gegen das Verwarngeld einzulegen. 

Wer die Rechnung nicht bezahlt, riskiert, dass die Verwarnungsgelder in Deutschland vollstreckt werden, indem ausländische Inkassounternehmen beispielsweise deutsche mit der Vollstreckung beauftragen.