Am besten gehst du in Bristol sofort dorthin: Die Boston Tea Party in der Park Street war in den 90er-Jahren einer der ersten Plätze für exzellenten Kaffee. Schnell wurde daraus ein Treffpunkt der Studenten der Stadt, inzwischen ist es eine richtige kleine regionale Kette.

Das Stammhaus hier in der steil ansteigenden Park Street gibt es bis heute. Und es ist noch immer vor allem eines: ein Treffpunkt der Bristolians, wie sich die Einwohner der Stadt nennen.

Boston Tea Party: Hol dir deine Bristol-Tipps

Bei schönem Wetter sitzen sie von morgens an im idyllischen Garten, in dem du nichts vom Lärm draußen auf der Straße mitbekommst.

Beim Frühstück im idyllischen Garten der Boston Tea Party bekommst du vom Lärm auf der Straße nichts mit.

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Bei Regen flüchten sie ins Obergeschoss, wo sie ihre Eggs Benedict oder ihren Smoothie genießen und auf die langsam hinuntergleitenden Tropfen auf den Scheiben starren. Besucher bekommen hier schnell mal einen Tipp für die beste Party am Abend oder das nächste Konzert. 

Alle wollen immer ins große London. Warum nur? In Bristol spielt sich der britische Alltag ab, hier erlebst du England an den Wurzeln.

Ein Pint mit Blick auf die Suspension-Brücke

Die Clifton Suspension Bridge ist das Wahrzeichen Bristols. Der geniale Ingenieur Isambard Kingdom Brunel hat sie entworfen. Seit 1864 überspannt sie die Schlucht des Flusses Avon in 75 Metern Höhe. Nur eine Brücke? Nein, die Clifton Suspension Bridge ist viel mehr als eine Verkehrsverbindung – sie ist ein Stück Identität der Stadt.

Die Clifton Suspension Bridge ist das Wahrzeichen Bristols.

Die Aussicht ist gigantisch, die Umgebung malerisch. Komm nicht mit dem Auto hierher – nicht nur, weil freie Parkplätze hier oben Mangelware sind und die Brücke selbst eine Mautgebühr kostet. Sondern auch, weil du zu Fuß den Ausflug mit einem Pint Bier auf der Terrasse des Avon Gorge Hotels krönen kannst.

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Auf der Terrasse des Avon Gorge Hotels angekommen, stellst du dich mit deinem Bier direkt an die Brüstung und genießt den Blick auf die Suspension Bridge.

Bei schönem Wetter ist es voll, denn auch die Bristolians kommen bei den ersten zweistelligen Temperaturen mit Vorliebe hierher. Du holst dir dein Bier (wie überall in England) direkt am Tresen, dann gehst du am besten direkt zur Brüstung und genießt den einmaligen Blick auf die Suspension Bridge. Du wirst kaum Touristen erleben – hier oben sind die Einheimischen oft genug unter sich.

Der Avon unterhalb der Brücke war einst das Tor zum Reichtum der Stadt. An ihm liegen die Hafenbecken, die früher mal Waren aus aller Welt nach England brachten – aber auch Sklaven.

Zu Bristols dunkler Vergangenheit gehört, dass von hier aus im 18. Jahrhundert mehr als eine halbe Million Menschen aus Afrika gegen ihren Willen nach Amerika befördert wurden.

Bristols Hafen im 18. Jahrhundert ist Teil der dunklen Vergangenheit der Stadt.

An diese Zeit erinnern heute die Museen der Stadt, unter anderem das M Shed, ein Wissenschafts- und Technikmuseum in einem der früheren Lagerhäuser, außerdem die „SS Great Britain“, das erste schraubenangetriebene Stahlschiff der Welt. Es wurde hier in Bristol gebaut, ebenfalls von Brunel, und hier liegt es heute wieder als Besucherschiff im Trockendock.

Von so viel Geschichte erfahren Touristen abends nicht mehr viel: Der Hafen wird längst nicht mehr von den großen Schiffen angesteuert. Er ist heute Kulturviertel und Partyecke der Stadt. In den Restaurants, Bars und Clubs am Bordeaux Quay kannst du bis tief in die Nacht feiern.

Bristols Hafen wird längst nicht mehr von den großen Schiffen angesteuert – heute ist er das Kulturviertel der Stadt.

Sieh aber zu, dass du morgens aus dem Bett kommst. Denn die Joggingrunde um die Hafenbecken gehört hier zum morgendlichen Ritual. Je nach Route kannst du über eine halbe oder eine ganze Stunde deinen Kopf frei kriegen für den Tag.

Festival an Festival

Das hilft, nichts zu verpassen: Vor allem im Sommer gibt es in Bristol etliche Veranstaltungen: das Harbour Festival (Juli), die Ballon Fiesta (August), das Downs-Musikfestival (August), Cocktail Weekend, Weinfest, Pride-Monat– irgendwas ist eigentlich immer los. Und wenn nicht, dann spielt sich der Abend ohnehin dort ab, wo er sich in England so oft zuträgt: im Pub.

Bei der Balloon Fiesta im August fahren bis zu 100 Heißluftballons gleichzeitig über Bristol.

Einer ist immer in der Nähe, meist sind es zwei, drei oder mehr. Dort probierst du am besten nicht nur Bier, sondern auch Cider, der hier in der Nähe in Somerset hergestellt wird, Englands Apfelgegend.

Und natürlich gibt es inzwischen längst einige Gin-Brennereien in der Stadt. Das Pump House, ein Pub am Hafen, ist der beste Ort, ihn zu probieren. Denn zwischen den mehreren Hundert Ginsorten, die hier im Regal stehen, findest du auch alle vor Ort hergestellten.

Bristol ist die Stadt der Luftfahrt und der Street-Art

Das Luftfahrtwerk im Stadtteil Filton ist Teil des europäischen Airbus-Konzerns. Hier wurden einst Teile der legendären Concorde gebaut. Heute ist es auch Standort des Aerospace, eines Flugzeugmuseums, in dem du eine der letzten verbliebenen Concordes sehen kannst.

Bristol ist auch eine DER Street-Art-Hochburgen Großbritanniens.

Bodenständig ist eine andere Berühmtheit der Stadt: Der geheimnisvolle Street-Art-Künstler Banksy stammt von hier. An vielen Häuserwänden siehst du seine Werke – und die etlicher weiterer Künstler. Bristol ist so etwas wie die Street-Art-Hochburg Großbritanniens.

Warum also fahren alle immer nach London? Es bleibt unklar – ich jedenfalls werde hier sein, an meinem persönlichen Top Place 2020.