Knöchel gebrochen: Tui-Airways-Passagier darf nicht fliegen

Knöchel gebrochen: Tui-Airways-Passagier darf nicht fliegen

Fußknöchel gebrochen und Rückflug dahin – so das Ende eines Pärchenurlaubs auf Teneriffa. Ein Brite durfte wegen seiner Verletzung nicht in den Flieger und harrte stattdessen 17 Stunden am Flughafen aus.

Ein Mann sitzt mit Gipsbein im Rollstuhl.
Mit Knochenbruch in den Flieger: Für einen Urlauber aus England war das nicht möglich. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Panthermedia

Ärgerlich genug, dass sich der britische Urlauber Ross während des Teneriffa-Urlaubs verletzte. Noch dicker sollte es allerdings am Tag der Rückreise kommen. Denn mit seinem Bruch und dem bandagierten Bein durfte der 30-Jährige nicht bei Tui Airways in den Flieger steigen.

Und das, obwohl er ein Dokument vom Arzt hatte, auf dem gestanden haben soll: „Patient kann wie geplant zu seinem Heimatland am Freitag zurückkehren.“ Für die britische Tochtergesellschaft von Tuifly nicht ausreichend – die Maschine hob ohne Ross und seine Freundin Richtung Newcastle ab.

Patient darf mit gebrochenem Knöchel nicht mit Tui Airways fliegen

Für Ross war das unverständlich, wie er jetzt auf Facebook schilderte. „Sie wollten uns nicht nach Hause fliegen, weil wir kein ‚Fit to fly‘-Dokument hatten, und das, obwohl ich einen Brief vom Krankenhaus hatte, der ausdrücklich erklärte, dass wir fliegen können.“

Nachdem er zwei Tage vor dem Abflug, am 14. August, unglücklich hingefallen war, verbrachte er elf Stunden mit dem gebrochenen Knöchel in einem Krankenhaus auf Teneriffa. Gegenüber der „Sun“ wehrte sich Ross, auch sein behandelnder Arzt habe nicht gewusst, warum die Airline den Schrieb nicht akzeptiert habe.

Warum verweigerte Tui Airways dem verletzten Passagier die Flugreise?

Der reisereporter hat bei Tui nachgefragt, der Touristikkonzern bestätigte den Vorfall. Es sei korrekt, dass der Brief nicht ausreichte. Es gäbe zwar kein einheitliches „Fit to fly“-Dokument bei den Tui-Airlines, dennoch müsste im entsprechenden Schreiben detailliert stehen,

  • wann der Unfall passiert ist,
  • welche Verletzungen der Passagier genau hat
  • und in welcher gesundheitlichen Lage er sich befindet.

Demnach würde auch ersichtlicher, unter welchen Bedingungen der Fluggast überhaupt mitreisen dürfe. Das soll nach Angaben des Tui-Sprechers aber nicht der Fall gewesen sein. Als „Risiko für Leib und Leben“ beschreibt er den Umstand mit der Begründung, dass bei einem frischen Bruch das Gesundheitsrisiko einfach zu hoch sei. 

Davon abgesehen hätte es für Ross nach den Airline-Bestimmungen auch keinen ausreichenden Platz gegeben, sowohl seine gebuchte Maschine als auch weitere waren ersatzlos voll. Eine Mitnahme hätte gegen die Richtlinien verstoßen, da er mindestens zwei Sitze gebraucht hätte.

Passagier wartet 17 Stunden am Flughafen auf Teneriffa auf Rückflug

Daraufhin blieb Ross und seiner Freundin erst mal nichts anderes übrig, als zu warten – und das ganze 17 Stunden lang. Ross buchte auf eigene Kosten für 600 Pfund Rückflüge bei Ryanair für den Folgetag gegen 14 Uhr. Dieses Mal klappte es mit einer neuen ärztlichen Bescheinigung.

Warum er sich dafür entschieden hat, ist für Tui Airways nicht ganz nachvollziehbar. Die Airline habe ihm angeboten, ihn auf einen anderen Flug kostenfrei umzubuchen, eben mit längerem Aufenthalt auf Teneriffa, teilt der Tui-Sprecher dem reisereporter mit. Nur aus Kulanz, betont er, denn der Passagier würde in solch einem Fall als „No-Show-Gast“ laufen.

Mit Knochenbruch in den Flieger: Das musst du wissen

Für den lädierten Ross wäre es „die schlimmste Nacht“ seines Lebens gewesen, beklagt er sich. Seitens Tui ist der Fall jedoch klar: „Alle Passagiere, die mit gebrochenen Gliedmaßen im Gipsverband eine Flugreise antreten möchten, müssen vor Reiseantritt folgende Wartezeiten einhalten: Innerhalb von 24 Stunden nach einer Fraktur sind keine Flüge erlaubt. Zwischen 24 Stunden und 48 Stunden nach einer Fraktur sind nur Flüge mit einer Dauer von unter zwei Stunden erlaubt.“

Was kannst du aus der Story mitnehmen? Der Tui-Sprecher empfiehlt, von vornherein einen Arzt zu konsultieren, der im Urlaubsland von der Deutschen Auslandsvertretung empfohlen wird.

In dem Schreiben müssen relevante Details zur gesundheitlichen Verfassung stehen, außerdem sei es immer ratsam, eine Reiserücktrittskostenversicherung abzuschließen, zusätzlich zu der privaten Auslandskrankenversicherung, die dich im Notfall vor horrenden Kosten bewahrt.

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