Leben, wo andere Urlaub machen: Diese Orte bezahlen dich dafür

Leben, wo andere Urlaub machen: Diese Orte zahlen dafür

Das Abenteuer ruft: Hast du schon mal über einen Neuanfang nachgedacht – Koffer packen, kündigen und weg? Diese Orte machen es dir besonders einfach, indem sie dich bezahlen, wenn du hinziehst.

Kilian Genius
Früher war Vermont ein beliebtes Ausflugsziel fürs Wochenende – heute sind manche Orte menschenleer.
Könnte ein Städtchen im US-Bundesstaat Vermont bald deine neue Anschrift sein?

Foto: imago images/Danita Delimont

1. Dörfer in Molise, Italien

Die italienische Region Molise braucht dringend neue Einwohner und hat sich daher etwas Besonderes einfallen lassen: Wer hinzieht, hat die Chance, 700 Euro pro Monat zu bekommen, und das drei Jahre lang!

Um die insgesamt 25.000 Euro abstauben zu können, müssen Neuankömmlinge zwei Bedingunge erfüllen Erstens: Sie müssen in ein Dorf ziehen, in dem weniger als 2.000 Menschen leben. Zweitens: Neue Bewohner müssen für mindestens fünf Jahre in einem der Dörfer arbeiten – im besten Fall sogar ein eigenes Geschäft aufbauen.

Pietrabbondante in der Region Molise hat weniger als 750 Einwohner. Dort könntest du dein Business eröffnen.
Pietrabbondante in der Region Molise hat weniger als 750 Einwohner. Dort könntest du dein Business eröffnen. Foto: imago images/imagebroker

2. Andikythira in Griechenland

Andikythira ist eine kleine Insel zwischen Kythira und Kreta, auf der nur etwa 40 Menschen leben. Die Insel badet in Sonne und besticht durch tiefblaues Wasser und unberührte Natur, ist aber auch sehr abgeschieden. Jetzt will der Bürgermeister über eine Kampagne Menschen dafür begeistern, dauerhaft auf der Insel in Griechenland zu leben – am liebsten Familien.

Dem Bürgermeister fehlt lautes Kinderlachen auf Andikythira

Diejenigen, die ausgewählt werden, bekommen ein Haus, ein kleines Stück Land und in den ersten drei Jahren einen monatlichen Scheck über 500 Euro. Vier Familien aus Athen sind 2019 auf die Insel gezogen und haben bereits dafür gesorgt, dass die Insel-Schule nach einem Jahr wieder ihre Türen geöffnet hat. 

Das erwartet dich auf Andikythira: einsame Buchten und das Meer für dich allein.

3. Vermont, USA

Das idyllische Vermont, dessen Seen und Wälder jedes Jahr in den wärmsten Herbstfarben erstrahlen, sucht tatsächlich neue Einwohner. Der Bundesstaat im Nordosten der USA hat die zweitkleinste Bevölkerung nach Wyoming.

Der „Green Mountain State“ hat schon seit Jahren mit Landflucht zu kämpfen. Immer mehr Menschen wollen rein in die große Stadt und weg vom vermeintlich öden Land. Das soll sich jetzt ändern! 

Seit Januar dieses Jahres lockt Vermont mit einer Kampagne: Neue Einwohner sollen bis zu 10.000 US-Dollar jährlich bekommen, wenn sie mindestens zwei Jahre bleiben. 

Früher war Vermont ein beliebtes Ausflugsziel fürs Wochenende – heute sind manche Orte menschenleer.
Früher war Vermont ein beliebtes Ausflugsziel fürs Wochenende – heute sind manche Orte menschenleer. Foto: imago images/Danita Delimont

4. Tulsa, Oklahoma, USA

Genauso wie Vermont hat auch der US-Bundesstaat Oklahoma ein Bevölkerungsproblem – vor allem in der zweitgrößten Stadt Tulsa fehlen Menschen. Das Tulsa Remote Program lockt potenzielle Auswanderer mit 10.000 US-Dollar als Starthilfe.

Außerdem bekommen neue Einwohner Mietunterstützung und ein kleines Büro in einem Co-Working-Space. Für 2019 gibt es schon ausreichend Bewerber, für das kommende Jahr kannst du dich aber noch anmelden. 

Tulsa ist die zweitgrößte Stadt im US-Bundesstaat Oklahoma – trotzdem fehlen hier Menschen.
Tulsa ist die zweitgrößte Stadt im US-Bundesstaat Oklahoma – trotzdem fehlen hier Menschen. Foto: imago images/robertharding

5. Candela, Italien

Candela in Apulien, Italien, ist wegen seiner verwinkelten Gassen und urigen Häuser als „Klein-Neapel“ bekannt. In den 1990er-Jahren lebten hier mal 8.000 Menschen – heute sind es nur noch 2.700 Einwohner.

Der Bürgermeister Nicola Gatta hat dem Einwohnerschwund jetzt den Kampf angesagt: Er bietet Neuankömmlingen Geld dafür an, wenn sie nach Candela ziehen.

Candela ist als „Klein-Neapel“ bekannt

Singles sollen 800 Euro, Paare 1.200 Euro und Familien mit Kindern bis zu 2.000 Euro bekommen. Einzige Voraussetzung: Die neuen Einwohner müssen ein Haus kaufen oder mieten und im Ort arbeiten. Dabei sollten sie mindestens 7.500 Euro im Jahr verdienen, berichtet die britische Online-Zeitung „The Independent“.

Viele Häuser mit Panoramaterrasse und verzierten Balkonen stehen leer und warten nur auf neue Menschen. Das Angebot gilt auch für Ausländer. Übrigens: Candela ist nicht nur ein besonders malerischer, sondern auch friedlicher Ort – in den vergangenen 20 Jahren wurde hier kein Verbrechen erfasst.

6. Locana, Italien

Mittlerweile gibt es in Italien 139 Dörfer, in denen nur noch maximal 150 Einwohner leben. Locana ist eines davon. Um das sterbende Dorf wiederzubeleben, will Locanas Bürgermeister 9.000 Euro den Familien auszahlen, die in seine Gemeinde in Piemont ziehen. 

Die Familien sollen mindestens ein Kind und ein Jahreseinkommen von mindestens 6.000 Euro haben. Im Gegenzug dürfen sie sich auf ein großzügiges Willkommensgeld und viel Natur in der bergigen Region freuen.

7. Santiago de Chile, Chile

Die Hauptstadt Chiles will moderner und fortschrittlicher werden und bietet Unternehmern und Gründern bis zu 80.000 US-Dollar, wenn sie nach Santiago ziehen, um dort an ihrer Idee zu arbeiten. Vor neun Jahren wurde das Programm „Start-Up Chile“ ins Leben gerufen.

Kreative Menschen aus aller Welt können sich mit ihrer Idee bewerben. Wer angenommen wird, bekommt obendrein ein einjähriges Arbeitsvisum, kostenlosen Zugang zu Büroräumen und wertvolle Business-Kontakte. Bisher wurden mehr als 1.600 Start-ups ins südamerikanische Land geholt. 

In Santiago soll die größte Start-up-Szene Südamerikas enstehen.
In Santiago soll die größte Start-up-Szene Südamerikas enstehen. Foto: imago images/Photocase

7 1/2 Grottole, Italien

Kostenloser Urlaub in Grottole

Du willst nicht sofort auswandern, sondern erst mal für längere Zeit im Ausland leben? Im italienischen Dorf Grottole ist das möglich, denn Airbnb bezahlt dir einen dreimonatigen Aufenthalt. Es warten aber nicht nur Pasta, Rotwein und Entspannung auf dich – während der drei Monate sollst du Italienisch sprechen und kochen lernen, bei der Bewirtung des Gemüsegartens helfen und Urlaubern die Gegend zeigen.

Die Kampagne trägt den Namen „Italian Sabbatical“ und soll frischen Wind in das 300-Seelen-Dorf bringen. Das kam richtig gut an: Mehr als 280.000 Menschen haben sich beworben, fünf von ihnen wurden bisher angenommen. 

Sobald es eine neue Kampagne gibt, bei der du dich bewerben kannst, lassen wir es dich wissen!

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