Neuseeland verbietet Delfin-Schwimmen in der Bay of Islands

Tierschutz: Neuseeland verbietet Delfin-Schwimmen

Es steht bei vielen auf der Bucket-List: einmal mit Delfinen schwimmen, und das am liebsten in der freien Wildbahn. In Neuseeland bedroht das die Delfin-Population – in einer Bucht kommt nun das Verbot.

Ein Schnorchler schwimmt in Ägypten mit einem Großen Tümmler.
Schwimmen mit dem Großen Tümmler: In der Bay of Islands auf der Nordinsel Neuseelands ist damit Schluss. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Nature Picture Library

In der Bay of Islands auf der Nordinsel Neuseelands dürfen Touristen künftig nicht mehr mit Delfinen schwimmen. Das hat die Regierung unter Tierschutzaspekten entschieden. In der Urlaubsregion galt das bislang als eine beliebte Attraktion. Die Delfine schien die Anwesenheit der Menschengruppen nicht zu stören – doch genau da liegt das Problem.

Die Naturschutzbehörde (Department of Conservation, kurz DoC) stellte in Untersuchungen fest, dass sich das Fress- und Ruheverhalten des Großen Tümmlers verändert hat. Ebenso soll die Population seit 1990 um zwei Drittel geschrumpft sein! Aktuell soll eine Gruppe mit 19 Tieren regelmäßig in die Region kommen. 

Nun zieht die Behörde die Reißleine.

Neuseeland verbietet Schwimmtouren mit Delfinen

Das Schwimmen mit den Tieren wird verboten, außerdem dürfen Tourveranstalter nur noch morgens und nachmittags die Bootsausflüge anbieten. Der Trip wird von 30 Minuten auf 20 Minuten verkürzt. Dahinter steckt die Intention, den Meeressäugern wieder mehr Ruhe und Zeit für sich zu geben.

Ein Bootstour zu den Delfinen in der Bay of Islands.
Touren in der Bay of Islands: Der Kontakt mit den Delfinen wird künftig nur noch vom Boot aus möglich sein – allerdings zehn Minuten weniger als bislang. Foto: unsplash.com/Simon Infanger

Zudem müssen sich die Bestände des Großen Tümmlers erholen. Die Wissenschaftler stellten eine Sterblichkeitsrate von 75 Prozent bei Kälbern fest – die höchste in Neuseeland und international.

„Die Menschen lieben Delfine zu sehr“, erklärte die neuseeländische Naturschutzbehörde. Das vermeintlich immer lächelnde Gesicht der Tiere führt viele Menschen in die Irre. Gerade in der Küstenregion hält sich der Große Tümmler gern auf, Urlauber kommen auch wegen des milden Klimas und der goldenen Strände.

Tierschutz-Maßnahme wird von anderen kritisch beäugt

Kritisch werde das Verbot von Tourveranstaltern in der Bay of Plenty gesehen, die viel weiter südlich liegt. Das berichtet der „NZ Herald“.

Sie befürchten einen negativen Einfluss auf die Besucherzahlen. Und machen auf ein anderes Problem aufmerksam: Denn weniger offizielle Ausflugsboote würden auch bedeuten, dass private Boote, die womöglich mit den schützenswerten Tieren falsch interargieren, weniger begutachtet würden.

Ob der schlechte Effekt tatsächlich eintritt, bleibt abzuwarten – in anderen Regionen, zum Beispiel auch auf der Südinsel, ist das Schwimmen mit diversen Arten wie dem Schwarzdelfin und dem Gemeinen Delfin weiterhin erlaubt.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Foodies & Genießer
Das könnte dich auch interessieren