Schottland: Urlauber driftet mit Luftmatratze aufs Meer ab und stirbt

Urlauber driftet mit Luftmatratze aufs Meer ab und stirbt

Ein zweifacher Vater ist unter tragischen Umständen im Schottland-Urlaub ums Leben gekommen. Er trieb auf einer Luftmatratze aufs offene Meer hinaus. Welches Risiko birgt das vermeintliche Bade-Vergnügen?

Eigentlich spaßig, bei Leichtsinn jedoch lebensgefährlich: Auf der Luftmatratze im Meer treiben. (Symbolfoto)
Eigentlich spaßig, bei Leichtsinn jedoch lebensgefährlich: Auf der Luftmatratze im Meer treiben. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Photocase

Der 37-jährige Vater machte unter anderem mit seinen zwei Kindern (sechs und 13 Jahre) und seiner Frau einen zweiwöchigen Urlaub auf den Äußeren Hebriden, einer Inselkette in Nordschottland, als die Tragödie passierte.

Die Familie verbrachte ihren Tag auf der Insel Eriskay – der Vater ließ sich vergangene Woche auf einer Luftmatratze auf dem Meer treiben. Dann driftete er von der Küste ab. So weit, dass sich seine Frau Sorgen machte. Nicht grundlos: Bei ihrem Mann wurde in seinen Zwanzigern multiple Sklerose (MS) diagnostiziert, welche den Körper extrem schwächen kann.

Hilfloser Vater driftet auf Luftmatratze ab – er stirbt während Schottland-Urlaubs

Da sie kein Handynetz hatte, rannte die Frau zu ihrer Unterkunft, in der auch ihre Eltern untergekommen waren. Dort alarmierten sie die Rettungskräfte. Als die Küstenwache den Mann fand, kam jede Hilfe zu spät. Wiederbelebungsmaßnahmen konnten ihn nicht mehr retten. Die genaue Todesursache werde derzeit noch untersucht, berichtet die lokale „Hebrides News“.

Die Schwiegermutter des Toten sagte, dass die See ruhig gewesen sei, das Wasser sei dem Verstorbenen bis zur Hüfte gegangen. Einheimische haben nun eine Spenden-Kampagne veranlasst, um den Transport des Leichnams zu finanzieren.

Mit Luftmatratze auf dem Meer: Wie gefährlich ist es?

Im offenen Meer auf der Luftmatratze liegen – bei Kindern und Erwachsenen beliebt. Das Schaukeln beruhigt, Abkühlung und Sonnenbad gehen parallel, und es ist deutlich ruhiger als am Strand. Doch viele Badegäste überschätzen sich und wähnen sich in Sicherheit.

Die Luftmatratze ist keine sichere Schwimmhilfe – weder trägt sie deinen möglicherweise erschöpften Körper von selbst zurück an den Strand, noch kann sie dich garantiert über Wasser halten. Immerhin verlieren die aufblasbaren Teile irgendwann ihre Luft.

Und das kühle Nass unter dir kann täuschen: Die direkte Sonneneinstrahlung kann im schlimmsten Fall zu einem Hitzschlag führen – und das mitten auf dem Wasser. Oder umgekehrt: Unterkühlung wegen zu langen Badens.

Hinzu kommt die Kraft des Meeres: Unterströmungen, Gezeiten und Wellen kannst du nicht steuern.

Im Notfall: Das musst du auf der Luftmatratze beachten

Dieser Gefahren solltest du dir bewusst sein, das Meer ist kein Pool – die Freude daran nehmen wollen wir dir natürlich nicht. Also was gibt es zu beachten? Such dir am besten bewachte Strandabschnitte aus und achte auf den Wellengang. Bei starkem Wind solltest du vorsichtig sein.

Außerdem zu beachten:

  • Lass (deine) Kinder nie aus den Augen. 
  • Versuch, nicht auf der Matratze einzuschlafen.
  • Informiere vorher Freunde/Familie, damit diese dich im Blick behalten.
  • Sei nicht leichtsinnig und lass dich nicht zu weit aufs Meer treiben.

Solltest du es aus eigener Kraft doch nicht zurück an die Küste schaffen, brich nicht in Panik aus. Ruhe bewahren, um Energie zu sparen.

Versuch, auf dich aufmerksam zu machen – und klammere dich so gut es geht an deine Luftmatratze, deren Auftrieb dich im schlimmsten Fall vor dem Ertrinken bewahren kann. Diese Tipps gibt der Ratgeber „luftmatratzen-schwimmspass.de“.

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