Jordanien: Mein persönlicher Top Place 2020 | reisereporter.de

Jordanien: Mein persönlicher Top Place 2020

Die Stille, die Weite, die Vielseitigkeit – und das Essen: Nur vier Gründe, um nach Jordanien zu reisen. reisereporterin Miriam war entzückt und verrät dir, warum Jordanien ihr Top Place 2020 ist.

Jordanien ist der Top Place von reisereporterin Miriam.
Jordanien ist der Top Place von reisereporterin Miriam.

Foto: Miriam Keilbach (Montage)

Ein bisschen Geschick ist gefragt, über ein paar Steine klettern, festhalten an dem, was die Natur so hergibt – und dann den Ausblick genießen. Rund 30 Meter unter mir lädt ein Beduine auf einer Decke mit einem provisorischen Zeltdach zum Tee ein, am Horizont ziehen Kamele vorbei, und ich sehe nur das eine: die Weite.

Jordanien: So abwechslungsreich kann Wüste sein

In jeder Richtung hat der Sand eine andere Farbe, er ist weiß, braun, rot, gelb. Überall ragen Felsformationen in die Höhe, die Steine zu merkwürdigen Gebilden getürmt. Dazwischen immer wieder einzelne kleine, grüne Punkte, der letzte Rest pflanzlichen Lebens, der der Hitze und Trockenheit der Wüste trotzt.

Ist es nicht faszinierend, wie abwechslungsreich die Wüste sein kann? 

Ausblick von einem der zahlreichen Felsen im Wadi Rum.
reisereporterin Miriam verliebte sich in die unendliche Weite des Wadi Rum. Foto: Miriam Keilbach

Ich bin in Wadi Rum in Jordanien – einem Königreich auf der arabischen Halbinsel. Die Menschen kommen vor allem hierher, um sich die Felsenstadt Petra im Süden anzusehen (manche sogar nur dafür), und fahren dann weiter nach Israel.

Das Wadi Rum, der ganz besondere Ort in Jordanien

Doch dann verpassen sie das Beste: die unendliche Weite, den Sand, die Stille des Wadi Rum. Sie verpassen es, oben auf einem der Berge, die hier Jebels heißen, zu stehen, tief durchzuatmen, die Schönheit aufzusaugen und sich dabei ganz klein zu fühlen – und gleichzeitig auch als ein Teil von etwas ganz Großem und Besonderem.

Jordanien: Der Top Place 2020 in Bildern

Für mich ist Jordanien einer der schönsten Flecken Erde, die ich je gesehen habe. Dabei stand das Land eigentlich gar nicht auf meiner Bucket-List. Aber: Wir wollten zu zweit im November weg, keine lange Flugzeit, warm, Bademöglichkeit und Kultur. „Warum nicht nach Jordanien?“, fragte unser Reiseberater. Ja – warum eigentlich nicht?

Jordanien – ist das überhaupt sicher?

Wir begannen, uns einzulesen: Jordanien ist auch eine Ausnahme im Nahen Osten, es ist eines der friedlichsten Länder dort. Wer hier Urlaub macht, muss keinen Terrorismus befürchten. Und doch lässt er sich nicht ausblenden, immerhin erinnert an nahezu jeder Kreuzung ein Schild an die Grenzübergänge nach Syrien, in den Irak oder nach Saudi-Arabien. Und gleich darunter der Wegweiser in Richtung Amman, der Hauptstadt Jordaniens.

Die weißen Fassaden der Stadt Amman, davor das römische Theater.
Die weißen Fassaden der Stadt Amman, davor das römische Theater. Foto: Miriam Keilbach

Sie bildet einen großen Kontrast zum Wadi Rum. Sie ist still, modern, komplett weiß. Die Stadtverwaltung erließ eine Ordnung, dass alle Fassaden aus Sandstein gefertigt sein müssen. Zwischen Märkten, Verkehr und Alltag warten die Zitadelle und das römische Theater, Überbleibsel aus längst vergangenen Tagen. Schon weil Amman so anders als das restliche Jordanien ist, solltest du hier einen Stopp einlegen.

Von Amman aus geht es in den Nordosten des Landes, dorthin, wo die Straßenschilder nur noch auf Arabisch beschriftet sind. Über Jerash, der einstigen römischen Gegenspielerin zu Petra, deren Struktur überraschend gut erhalten ist, geht es zwischen Olivenplantagen hindurch nach Al-Azraq, einer Oase mitten in der Steinwüste. 

Oase Al Azraq Wetlands
Die Oase Azraq Wetlands war einst Heimat von Tausenden Tieren, heute gibt es nur noch kleinere Schutzgebiete. Foto: Miriam Keilbach

Vielfältigkeit an der alten Handelsroute von Nord nach Süd

Hier hängen Ziegen zum Ausbluten an Fassaden, in den Restaurants wird das Fleisch kiloweise verkauft. Am Rande der Stadt, über die permanent Militärflieger von und nach Syrien und Irak fliegen, versuchen Naturschützer, die letzten Reste Natur zu retten: das Wasser und damit die Biosphäre in den Azraq Wetlands und die vom Aussterben bedrohten Oryx-Antilopen im Shaumari Wildlife Reserve.

Bis hierhin, nach Azraq, schaffen es die wenigsten Touristen – und genau deshalb ist es so speziell. Es ist authentisch, mit all seinen guten und schlechten Seiten. Andere Reisende trifft man erst wieder weiter westlich ab den Wüstenschlössern, die hier verlassen und aus der Zeit gefallen am Wegesrand stehen. Vor allem das wundervolle Qasr Amra ist gut erhalten, in dem einstigen Hamam sind Saunen und Vorräume noch beeindruckend dekoriert.

Wüstenschloss Qasr Amra.
Das Wüstenschloss Qasr Amra diente früher als Bad. Foto: Miriam Keilbach

Das Authentische im Norden, die Infrastruktur im Süden: Rund um die historische Handelsstraße Kings Highway, die bis nach Akaba ganz im Süden am Roten Meer führt, befinden sich die Sehenswürdigkeiten des Landes: Die Mosaike von Madaba, die Wellness-Tempel am Toten Meer, die Schluchten von Dana und natürlich die Felsenstadt Petra, in der man allein vier Tage verbringen kann, wenn man denn jeden Wanderweg gehen möchte.

Das Wadi Rum – zwischen Stille und Abenteuer

Wer mehr auf Action steht, muss allerdings in die Wadis: Das Wadi Mujib steht für Abenteuer. Hier starten Wandertouren auf trockenen und nassen Trails, es gilt, sich Wasserfälle hochzuhangeln und gegen den Strom des Flusses zu bestehen.

Und auch das Wadi Rum bietet trotz der Stille und Weite auch Abenteuer: etwa, wenn der beduinische Guide mit dem Jeep hindurchdüst oder du mit einem Sandboard die roten Sanddünen hinunterrast.

Hach, Jordanien, deine Vielseitigkeit ist es, die dich so besonders macht.

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