Mehr als vier Milliarden Flugpassagiere gab es allein im vergangenen Jahr – da kommt einiges an Müll zusammen. Durchschnittlich hinterlässt jeder Passagier pro Flug 1,43 Kilo Abfall, das schätzt die Linienluftfahrtorganisation IATA.

In den knapp eineinhalb Kilo sind auch menschliche Ausscheidungen enthalten, den größten Teil machen aber Plastik, Pappe und Papier aus.

Es gibt bereits eine Handvoll Airlines, die das Plastikproblem bekämpfen will, aber auch Passagiere müssen ihr Verhalten ändern. Deshalb kommen hier ein paar Tipps, wie du Plastikmüll beim Fliegen vermeiden kannst.

Kein Sonnenuntergang über den Wolken, sondern viel Plastikmüll.

1. Druck dein Flugticket nicht aus

Die wenigsten Airlines verlangen ein ausgedrucktes Ticket – lade es einfach auf dein Smartphone herunter. Außerdem kannst du Zeit und Akkuladung sparen, indem du ein Screenshot von deinem Ticket machst.

Dann kannst du schnell und unkompliziert den Screenshot an den Gates zeigen und musst nicht lange suchen. 

Lade dein Ticket auf dein Smartphone runter.

2. Pack eine Zero-Waste-Tasche

Bereite dich vor und packe eine Tasche mit Dingen, die du während des Flugs brauchst. Um Abfall an Bord zu vermeiden, solltest du diese Dinge einpacken: 

  • wiederverwendbare Trinkflasche (kannst du nach dem Security-Check auffüllen)
  • Kopfhörer 
  • Reisebecher für heiße Getränke 
  • Stoffservietten 
  • wiederverwendbares Besteck 
  • Snacks (dann kannst du auf die Flugzeug-Brezeln verzichten)

Essen, das du dir zu Hause frisch zubereitest, schmeckt sowieso viel besser als das Pappsandwich aus der Plastikfolie.

3. Besorg dir einen Ziplock-Beutel 

Der Ziplock-Beutel, den du für Flüssigkeiten brauchst, ist eigentlich wiederverwendbar. Aber wie oft hast du diesen Beutel schon verloren und musstest dir einen neuen kaufen, als du am Flughafen standest?

Nimm ein paar Euro in die Hand und kauf dir einen transparenten und stabilen Beutel – vorzugsweise aus Silikon. 

Besorg dir einen wiederverwendbaren Beutel für Flüssigkeiten.

Und ja, die kleinen Duschgel-Packungen in Reisegröße sind sehr verlockend, aber sie verursachen extrem viel Plastikmüll. Schnapp dir ein paar wiederverwendbare Fläschchen und füll sie mit deinem Lieblingsshampoo auf.

Du kannst natürlich auch ganz auf Flüssigkeiten verzichten – der Trend geht zu festen Kosmetikprodukten wie feste Seife und festes Shampoo, auch Shampoo Bars genannt.

4. Nimm eine Jacke mit

Dieser Tipp ist genauso praktisch wie offensichtlich. Beim Fliegen vergessen Urlauber immer wieder das Wichtigste: eine Jacke. Durch die Klimaanlage spielen die Temperaturen gern mal verrückt. Es ist wird immer kälter oder wärmer, als du vorher dachtest. 

Kommst du vorbereitet in den Flieger, musst du die Crew nicht nach einer Decke fragen, die wahrscheinlich in Plastik verpackt ist und nicht selten im Müll landet, nachdem du sie benutzt hast. 

Die Klimaanlage im Flieger lässt es manchmal ziemlich kalt werden.

5. Verzichte auf den Besuch im Duty-free-Shop

Was gibt es im Duty-free-Shop, das du nicht auch woanders kaufen kannst? Dazu kommt, dass die meisten Gegenstände mehrmals verpackt werden oder es schon sind. 

Sogar Glasflaschen sind meist von einer dünnen Plastikschicht ummantelt, um sie sicherer zu machen. Also verzichte auf den Kauf der Riesen-Toblerone und geh direkt zum Gate. 

Der Umwelt zuliebe solltest du auf den Besuch im Duty-free-Shop verzichten.

6. Nimm deinen Müll mit 

Die Airlines selbst recyceln kaum. Die Putzkolonne kommt in die Maschine, sobald diese am Boden ist. Dann muss es schnell gehen, denn der Flieger soll so bald wie möglich wieder in der Luft sein. Für Abfalltrennung bleibt da keine Zeit – an manchen Orten ist sie sogar verboten.

Es gibt Länder, die den Kabinenabfall von ankommenden Flugzeugen aus anderen Ländern als Biogefahr einstufen und die sofortige Vernichtung fordern. Mehr als 80 Prozent des gesamten Bordabfalls wandern direkt auf die Halde oder werden verbrannt. 

Viele Flughäfen bieten aber eine vernünftige Mülltrennung an. Nimm einfach deinen Müll mit und wirf ihn am Gate weg. 

Nimm deinen Müll mit und wirf ihn am Flughafen weg – die Airlines selbst recyceln kaum.

Zusatztipp: Kompensiere deinen Flug

Wie man es dreht und wendet: Fliegen ist und bleibt schlecht für das Klima. Aber wenn du es tust, gibt es eine Möglichkeit, um die negative Klimawirkung zu „neutralisieren“ oder zumindest zu verringern.

Mittlerweile gibt es verschiedene Anbieter für sogenannte CO2-Kompensationen. Dabei zahlt der Reisende einen zusätzlichen Betrag zum Flugticket und unterstützt damit konkrete Klimaschutzprojekte.