Obwohl sie nach Kiew die zeitgrößte Stadt der Ukraine ist, hast du vermutlich von Charkiw (auch Kharkov) noch nichts gehört – doch tierische Bewohner lockten seit der Eröffnung Anfang August bereits 2.000 Menschen in ein kleines Café.

Schon von außen lassen die Wandmalereien erahnen, welche gefräßigen Tiere hier ihr Unwesen treiben: Waschbären!

In Europa gibt es nun ein Waschbären-Café

Bis zu 30 Minuten müssen Gäste auf ihre Kuscheleinheit mit den Tieren warten, berichtet der Fernsehsender „CNN“, nachdem ein Reporter das Raccoon Café besuchte. 

Für die Waschbären wurde im Gebäude ein Extrazimmer mit Klettermöglichkeiten und eine Außenanlage mit Platz zum Spielen gebaut. Der Besitzer Mark Kolesnikov holte die Tiere von einer Öko-Farm und brachte sie bis zur Fertigstellung des Cafés bei sich in der Wohnung unter, berichtet der ukrainische Fernsehsender „ATN“.

Bevor die Waschbären jedoch ins Gehege einziehen durften, konsultierte er einen Tierarzt. Immerhin sind sie Überträger diverser Krankheiten wie Tollwut. Die Café-Besucher schreckt der Gedanke nicht ab. Sie finden es cool, da sie sonst nicht die Chance hätten, den Säugetieren so nah zu kommen, geschweige denn, sie als Haustier zu halten.

Waschbären-Café in der Ukraine: Tierquälerei oder okay?

Doch der Biologe und Tierpsychologe Andrey Gapchenko äußerte Bedenken: Das ständige Füttern von Besuchern und die Liebkosung könnte den Tieren auf Dauer zu viel werden. Der Besitzer widerspricht dem, die Waschbären könnten genauso wie Mitarbeiter eine Pause einlegen, zudem sei der eine Raum mit schalldichtem Glas vom Rest abgeschottet.

Einen separaten Entspannungsraum soll es auch noch geben. Für den Tierexperten Gapchenko zähle, dass die Allesfresser nicht als Geldquelle gesehen werden dürfen. Selbst wenn das Café schließen sollte, wolle Besitzer Mark sie aber keinesfalls weggeben.

Ganz neu ist die Idee nicht: In Asien, zum Beispiel in Südkorea gibt es mehrere Adressen, die Waschbär-Fans ansteuern können, unter anderem das Café Blind Alley. Auch dort wurde das kritisch gesehen: Blogger berichteten davon, dass die Tiere zu wenig Platz hätten, zu viele Gäste kämen und die Tiere dadurch gestresst seien.