Es sollte eine besondere Reise werden: Einen Monat lang schipperte ein Ehepaar aus dem Allgäu von Mauritius nach Genua. Die Kreuzfahrt war ein Geschenk des Mannes an seine Frau und kostete insgesamt rund 10.000 Euro – doch sie verlief anders als geplant. Die Landgänge in Madagaskar und im Oman wurden nämlich kurzfristig abgesagt.

Die Reise ging vom 20. November bis zum 20. Dezember 2017. Zu der Zeit hatte Madagaskar mit einem großen Ausbruch der Pest zu kämpfen. Dort hatte es bis zum 10. November 2017 insgesamt 2.119 Fälle der Krankheit gegeben, 171 Menschen starben an der Pest. Das berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die Behörden des Landes verweigerten dem Schiff deshalb das Anlegen, stattdessen blieb die „MS Albatros“ einen Tag länger auf den Seychellen. Anschließend ließen aber auch die Behörden des Oman das Schiff nicht anlegen – zu groß war die Angst vor einem Einschleppen der Krankheit. 

Kreuzfahrt: Route wegen Pest geändert – Passagiere scheitern mit Klage für Entschädigung

Der Reiseveranstalter Phoenix Reisen entschädigte das Paar im Anschluss mit 500 Euro für die Änderungen im Reiseablauf. Doch die Senioren forderten mehr: Sie verklagten die Reederei auf rund 1.500 Euro Schadensersatz.

Die Amtsrichterin in Bonn wies die Klage nun allerdings ab, so der „General-Anzeiger Bonn“. Die Änderungen sollen ihr zufolge nicht den Charakter der Reise beeinträchtigt haben und rechtfertigen deshalb nur Minderungen des jeweiligen Tagespreises. Und die hatte die Reederei durch die 500 Euro bereits vor der Klage freiwillig beglichen.

Die „MS Albatros“ ist eines von fünf Kreuzfahrtschiffen der Phoenix Reisen GmbH Bonn. An Bord haben bis zu 830 Passagiere Platz.