Kopenhagen will hyggelig bleiben: Kampf gegen Overtourism

Kopenhagen will hyggelig bleiben: Kampf gegen Overtourism

Fast zehn Millionen Urlauber zählte Kopenhagen im vergangenen Jahr. Das Problem dabei: Alle Touristen wollen ins Stadtzentrum – das bedeutet viel Lärm, Verkehr und Müll. Ein Kampf gegen Windmühlen?

Kilian Genius
Kopenhagens Touri-Magnet: Nyhavn ist das gastronomische Zentrum der Stadt.
Kopenhagens Touri-Magnet: Nyhavn ist das gastronomische Zentrum der Stadt.

Foto: imago images/Dean Pictures

Die meisten Urlauber kommen in Dänemarks Hauptstadt, weil es dort gemütlich ist – oder besser gesagt hyggelig! Hygge ist die warme und herzliche Atmosphäre, die Kopenhagen umhüllt und die Stadt jedes Jahr aufs Neue zu einer der lebenswertesten der Welt macht. Das dänische Lebensgefühl zieht viele Touristen an, zu viele.

Ein Bericht der EU zählte Kopenhagen im vergangenen Jahr den 105 Städten, die vom Overtourism „befallen“ sind.

Die meisten Touristen – 87 Prozent – verbringen ihren Urlaub im Herzen der Stadt. Besonders beliebt ist Kopenhagens zentraler und historischer Hafen: Nyhavn. Aber genau hier liegt das Problem. Die Touristenmassen verteilen sich nicht in der Stadt, sondern sorgen im Zentrum für viel Lärm, Verkehr und Müll.

Nyhavn: Beliebter Instagram-Hotspot

Als Antwort darauf will die Tourismusagentur Wonderful Copenhagen Nyhavn nicht mehr als Sehenswürdigkeit bewerben, sondern den Fokus auf Bereiche außerhalb des Stadtkerns legen. Vesterbro, Nørrebro und Amager sollen die neuen hippen Bezirke werden. 

Vesterbro, Nørrebro und Amager: Das erwartet dich

Vesterbro ist ein alternativer und urbaner Stadtteil. Touristen dürfen sich auf coole Cafés und bunte Street-Art freuen. Nørrebro besticht durch seine traditionellen böhmischen Häuser und ist besonders multikulturell. Die Einflüsse der verschiedenen Kulturen spiegeln sich in den Restaurants und Galerien wider. 

Amager fällt etwas aus der Reihe – dabei handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Stadtteil, sondern um eine Insel. Die liegt direkt neben Kopenhagen. Besonders beliebt ist der Strandpark.

Einige Tourismus-Experten sind aber der Meinung, dass die Bewerbung der „neuen“ Stadtteile nicht ausreicht, um den Overtourism zu bekämpfen. 

Die Stadt stehe jetzt in der Verantwortung, sich des Problems anzunehmen. Zum Beispiel solle sie die Zahl der Kreuzfahrtschiffe reduzieren. Kopenhagen ist der am häufigsten angesteuerte Hafen für Kreuzfahrtschiffe in Europa – im vergangenen Jahr legten 343 in Dänemarks Hauptstadt an. 

Im vergangenen Jahr kamen 343 Kreuzfahrtschiffe nach Kopenhagen – kein anderer europäischer Hafen wurde so häufig angesteuert.
Im vergangenen Jahr kamen 343 Kreuzfahrtschiffe nach Kopenhagen – kein anderer europäischer Hafen wurde so häufig angesteuert. Foto: imago images/PEMAX

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