Im Skandinavien-Fieber: Blogger Stefan Peters macht Lust auf Nordeuropa

Im Skandinavien-Fieber: Stefan macht Lust auf Nordeuropa

Stefan Peters’ große Liebe ist Skandinavien – und er verrät gern seine besten Reisetipps. Aber nicht nur das: Er zeigt dir, wie du auch zu Hause den skandinavischen Lifestyle leben kannst.

Das hier ist Stefan – seit 2015 betreibt er seinen Blog und Instagram-Kanal „nordicwannabe“.
Das hier ist Stefan – seit 2015 betreibt er seinen Blog und Instagram-Kanal „nordicwannabe“.

Foto: nordicwannabe

Stefan Peters ist großer Skandinavien-Fan und hat aus seiner Leidenschaft für nordische Länder heraus eine Plattform erschaffen, die Lust auf Skandinavien macht.

Neben seinem Instagram-Kanal „nordicwannabe“ mit mehr als 36.000 Followern hat er außerdem einen eigenen Podcast und einen Blog, auf dem er seine Community mit Nordeuropa-Content versorgt. Im Interview erzählt er uns, warum ihn Skandinavien so fasziniert, welche Orte mehr Aufmerksamkeit verdienen und was seine Top-Reise-Learnings sind.

Wie sehen deine Reisepläne noch für dieses Jahr und 2020 aus?

Stefan: Meine nächste Reise geht nach Dänemark mit dem Wohnmobil – von Osnabrück aus fahre ich hoch bis Skagen entlang der dänischen Küste. Ich besuche viele kleine Städte, Strände und mache mich auf die Suche nach dem Ursprung von Hygge – dem dänischen Lebensgefühl.

Danach geht es übrigens direkt weiter für ein Wochenende nach Helsinki. Dann weiter nach Kopenhagen, Stockholm, Riga, Dublin und London. 2020 möchte ich noch mal nach Island und das erste Mal nach Amerika.

Smögenbryggan in Schweden: Für Stefan einer der schönsten Plätze in Schweden.
Smögenbryggan in Schweden: Für Stefan einer der schönsten Plätze in Schweden. Foto: nordicwannabe

Was ist dein liebstes Reiseziel?

Stefan: Mein Lieblings-Reiseziel ist Norwegen, weil es das erste nordische Land war, was ich bereist habe. Man sagt ja auch, dass die erste große Liebe immer das sei, was in Erinnerung bleibt.

Was für ein Reisetyp bist du?

Stefan: Ich bin immer neugierig und möchte neue Menschen und Orte kennenlernen. Ich möchte nicht nur der Betrachter von außen sein, sondern möchte in den Alltag der Menschen vor Ort eintauchen und suche deshalb oft den Kontakt zu Locals, die mir dann Insights geben.

Verrat uns deinen besten Travel-Hack.

Stefan: Heutzutage ist es immer gut, wenn man eine aufgeladene Powerbank dabeihat und Desinfektionsmittel.

Welches Reiseziel ist am stärksten überbewertet und welches verdient mehr Aufmerksamkeit?

Stefan: Überbewertet ist vielleicht das Nordkap in Norwegen. Viele reisen nur dorthin, um ein Foto von der Weltkugel zu machen – dabei ist es noch nicht der nördlichste Punkt des europäischen Festlandes, und die Halbinsel Magerøya hat viele andere tolle Spots zu bieten.

Die schwedische Stadt Karlskrona an der Ostküste hingegen verdient definitiv mehr Aufmerksamkeit, weil es dort einfach wunderschön ist und man viel unternehmen kann.

 Flåm –  ein Dorf im Südwesten Norwegens.
Flåm – ein Dorf im Südwesten Norwegens. Foto: nordicwannabe

Was war deine längste Anreise?

Stefan: Die längste Anreise war nach Spitzbergen mit dem Schiff.

Welches Land hat dich am meisten verändert?

Stefan: Norwegen mit seinen beeindruckenden Fjorden, Rentieren und der Natur.

Was sind deine Top 3 der schönsten Reiseerlebnisse?

Stefan: Platz eins: Für mich ist das Beobachten von tanzenden Nordlichtern definitiv immer wieder ein magischer Moment. Man schaut in den Himmel und denkt sich: Wie kann die Natur nur so etwas Schönes zaubern? Mittlerweile durfte ich Polarlichter schon in Nordnorwegen sehen und auf den norwegischen Lofoten.

Platz zwei war eine Wal-Safari vor den Vesterålen in Norwegen. Dort konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Pottwal sehen und viele kleinere Wale.

Auf Platz drei ist ein kleines Klavierkonzert in Bergen mit Liedern von Edvard Grieg. Die Musik war so emotional, die Pianistin hat umwerfend gespielt, und aus dem Zuschauerraum hatte man direkt einen Blick auf die Natur.

Diese Klavierkonzerte finden übrigens regelmäßig im Edvard-Grieg-Museum in Bergen um die Mittagszeit statt. Ich denke noch sehr oft zurück an diesen Moment und höre mir das Lied „Hochzeitstag auf Troldhaugen“ an.

Hier sieht man die für Skandinavien typischen roten Fischerhütten. Das Foto entstand auf  den Lofoten in Svolvær.
Hier sieht man die für Skandinavien typischen roten Fischerhütten. Das Foto entstand auf den Lofoten in Svolvær. Foto: nordicwannabe

Welche sind die Top-Learnings, die du von deinen Reisen mitgenommen hast?

Stefan: Jede Planung ist wichtig vor einer Reise, aber ich bin auch immer offen für spontane, neue Tipps am Reiseziel. Ab und zu sollte man sich auch etwas treiben lassen, um immer wieder neue spannende Orte und Menschen zu entdecken. Dann ist es immer hilfreich, wenn man ein bisschen die jeweilige Landessprache spricht.

In Norwegen beispielsweise bekommt man einen leichteren Zugang zu den Menschen, wenn man ein paar Worte auf Norwegisch kann. Ich habe das selbst schon oft erlebt – als Reiseblogger ist man ständig am Filmen, Fotografieren und Posten.

Bei einer Reise ist mir aufgefallen, dass ich zwar viel guten Content auf meiner Festplatte hatte, aber ich selbst hatte nicht die schönen Momente vor Ort genossen. Das ist für mich eigentlich das wichtigste Learning: auch mal den Moment vor Ort genießen, innehalten und nicht nur fotografieren und weiter zum nächsten Spot hetzen.

Wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen würden – welches wäre dein nächstes Reiseziel?

Stefan: Japan wäre ein Ziel, was mich definitiv noch reizt.

Senatsplatz in Helsinki, Finnland.
Senatsplatz in Helsinki, Finnland. Foto: nordicwannabe

Beschäftigt dich das Thema Nachhaltigkeit auf Reisen?

Stefan: Das Thema beschäftigt mich in letzter Zeit immer mehr, nicht nur beim Reisen. Aber oft fehlen leider aufgrund der begrenzten Zeit die Alternativen – und dann muss eben geflogen werden. Ich versuche, in meinen Berichten für meine Community dann auch zu erwähnen, wenn man das Reiseziel beispielsweise per Bahn erreichen kann. Ich begrüße, dass Kreuzfahrtgesellschaften daran arbeiten, die Schiffe umweltfreundlicher werden zu lassen, und mit neuen Filtern arbeiten.

Wenn ich nicht in Skandinavien unterwegs bin, bereise ich fast alles per Bahn, da ich kein Auto habe. Dann ist da noch das Thema Plastik, was mich auf meinen Reisen auch immer wieder begleitet. Viele Orte, auch in Nordeuropa, sind mittlerweile voll mit Plastik, das ans Ufer geschwemmt wird. In Island haben wir beispielsweise den Müll vom Boden aufgesammelt, etwa Zigarettenkippen und Verpackungen, und anschließend in der Stadt entsorgt.

Bei meiner nächsten Reise mit dem Wohnmobil werde ich darauf achten, dass ich wenig Müll produziere, sparsam mit dem Wasser umgehe und viele Produkte verwende, die nachhaltig sind, wie Stoffservietten.

Traumberuf Reiseblogger – (wie) kann man davon leben?

Stefan: Man kann davon leben?

Möwen stürzen sich ins eiskalte Meer in Norwegen.
Möwen stürzen sich ins eiskalte Meer in Norwegen. Foto: nordicwannabe

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