„I Protect Nature“: Dieser Instagram-Geo-Tag soll die Natur schützen

Instagram: Dieser neue Geo-Tag soll die Natur schützen

Eine Umweltorganisation fordert Instagram-Nutzer auf, den Geo-Tag „I Protect Nature“ für ihre Fotos zu verwenden. Damit soll ein Zeichen gegen Massentourismus und Umweltverschmutzung gesetzt werden.

Kilian Genius
Zum Schutz der Natur müssen immer wieder Orte für Touristen gesperrt werden. (Symbolbild)
Zum Schutz der Natur müssen immer wieder Orte für Touristen gesperrt werden. (Symbolbild)

Foto: imago images/Seeliger

Unberührte Orte in der Natur abseits der Touri-Pfade sind bei Instagram-Nutzern sehr beliebt. Schnell ein Foto vom Sonnenuntergang oder ein Selfie in den Dünen – für die Likes. Dann wird der Ort auf Instagram getaggt, damit alle sehen, wo das Urlaubsfoto entstanden ist. Doch so bleibt die Natur nicht lange unberührt, die Artenvielfalt werde bedroht, sagt die Umweltorganisation WWF.

Dass dabei Pflanzen zertrampelt oder aus der Erde gerissen werden, ist den meisten Touristen egal. Und wenn sie ihre leere Plastikflasche stehen lassen, ist auch das schnell vergessen. Der WWF Frankreich sagt: So geht es nicht weiter!

Mit einer Social-Media-Kampagne soll auf das Problem aufmerksam gemacht werden: Mit „I Protect Nature“ (deutsch: „Ich schütze die Natur“) schafft die Umweltschutzorgansiation einen alternativen Geo-Tag für Instagram-Nutzer.

Instagram: Neuer Geo-Tag soll Natur und Artenvielfalt schützen

Sie fordert Instagram-Nutzer dazu auf, den Ort „I Protect Nature“ zu nutzen, wenn sie ihre Natur- und Urlaubsfotos teilen. Diese Art des Geo-Taggings ermöglicht es, schöne Bilder zu teilen – jedoch ohne zu verraten, wo genau der oder die Reisende sich gerade befindet.

Diesem Appell folgen bereits etliche Instagram-Nutzer – klick dich durch die Galerie: 

Der WWF sagt: Es gibt ganz einfach Landschaften, die nicht für den Massentourismus ausgelegt sind – Stichwort Maya-Bucht, Boracay, Venedig, Nusa Penida. Wenn an diesen Orten eine Infrastruktur aufgebaut wird, um den Menschenmassen gerecht zu werden, geschehe das immer auf Kosten der Natur.

Instagrammer zerstören die Natur – kein neues Phänomen

Erschreckende Beispiele: Weil zu viele Touristen auf der Jagd nach dem perfekten Insta-Foto ein Sonnenblumenfeld in Kanada stürmten, musste die Farm das Feld im vergangenen Jahr schließen. Die Lage eskalierte so sehr, dass sogar die Polizei eingreifen musste.

In diesem Frühjahr sperrten Betreiber in den Niederlanden ihre Tulpenfelder, weil die Blumen von Touristenmassen im Foto-Wahn zertrampelt wurden. Und auch die Lavendel-Bauern in Frankfreich haben mit einer regelrechten Influencer-Invasion zu kämpfen.

Die Touristenmassen in der Maya Bay auf der Insel Ko Phi Phi Leh sorgten dafür, dass die Bucht geschlossen wurde.
Die Touristenmassen in der Maya Bay auf der Insel Ko Phi Phi Leh sorgten dafür, dass die Bucht geschlossen wurde. Foto: imago images/Loop Images

Overtourism: Betroffene Orte für Urlauber sperren?

Die Maya-Bucht auf der thailändischen Insel Ko Phi Phi Leh – bekannt aus dem Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio – ist seit über einem Jahr geschlossen. Bis 2021 darf kein Tourist den Strand betreten, damit sich das Ökosystem erholen kann. 

Die örtlichen Behörden hatten mit Verschmtzungen zu kämpfen, die mehr als 80 Prozent des Korallenriffs in der Maya-Bucht zerstörten. Grund dafür waren 5.000 Touristen und 200 Boote, die täglich den Strand belagerten. 

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