Der Badeurlaub in Spanien könnte in einem Kloake-Desaster enden: Ob auf dem Festland an der Costa Blanca oder auf den Baleareninseln Mallorca und Ibiza – immer wieder werden Strände wegen erhöhter E.-coli-Werte gesperrt.

Schwarze oder wie im aktuellen Fall auf Ibiza rote Flaggen sollen Touristen auf die unsichtbare Gefahr hinweisen. Dort durften Urlauber etwa drei Tage lang nicht ins Wasser. 

Doch am Strand Calò d’en Serral zogen einige Touristen einen falschen Schluss. Für sie schien das Meer offensichtlich sauber, und sie badeten trotz gehisster Fahnen in dem verdreckten Wasser.

Menschen baden trotz Kloake im Meer am Strand von Ibiza

Zu sehen ist das in Aufnahmen verschiedener lokaler Medien, unter anderem von der Tageszeitung „Diario de Ibiza“, aber auch der lokale Fernsehsender „IB3 Notícies“ berichtete vom vorübergehend gesperrten Strand – im Hintergrund badeten Gäste unbesorgt.

Der Stadtrat von Sant Josep de sa Talaia im Westen von Ibiza sperrte den Strandabschnitt Calò d’en Serral bereits am Mittwochmorgen. Das Gesundheitsministerium fand E.-coli-Bakterien in einer Konzentration oberhalb der zugelassenen Grenzwerte. Drei rote Fahnen auf einem ungefähr 30 Meter langen Abschnitt kennzeichnen das belastete Wasser.

Fäkalien sollen von Schiffen vor der Küste kommen

Anders als auf Mallorca soll hier nicht ungefiltertes Abwasser von der Kläranlage direkt ins Meer geleitet worden sein. Stattdessen sollen die Fäkalien direkt von Booten und Schiffen in die Badegewässer gespült werden. Ein Sprecher des Bürgerrats von Sant Josep, Daniel Becerra, kritistierte nach der Sperrung, dass das Problem bereits seit Monaten bekannt sei.

Man könne es sich nicht leisten, als Küstenregion dauerhaft deswegen in den Schlagzeilen zu sein, prangerte er an. Der Stadtrat wies die Vorwürfe zurück und bestritt, dass die Wasserqualität dauerhaft wegen der E.-coli-Bakterien unzureichend beziehungsweise gesundheistgefährdend sei. Der Strandabschnitt wurde am Freitag von der Stadt wieder freigegeben.