Die 7 besten Restaurants in Johannesburg | reisereporter.de

Die 7 besten Restaurants in Johannesburg

Johannesburg ist die größte Stadt Südafrikas und bietet eine ebenso große kulinarische Vielfalt. Um dabei nicht den Überblick zu verlieren, gibt reisereporter-Local Johannes die besten Restaurant-Tipps. 

Johannes Dieterich
Unterhaltsame Geschichten und gutes Essen in den Tresorräumen einer ehemaligen Bank.
„Zwipi Underground“: Unterhaltsame Geschichten und gutes Essen in den Tresorräumen einer ehemaligen Bank.

Foto: Johannes Dieterich

Für die Wahl der sieben „besten“ Restaurants in Johannesburg gilt dasselbe wie für Kapstadt: Die Lokalitäten sind es für mich nicht in erster Linie wegen ihrer feinschmeckerischen Qualität, sondern eher wegen der mit ihnen verbundenen Erfahrung. Denn du kommst vermutlich auch nicht (nur) zum Schlemmen nach Südafrika, sondern um eine andere Welt und ein außergewöhnlich buntes Land kennenzulernen.

Wer lieber vertraut und eher steril speisen möchte, sollte in eines der unzähligen Hotelrestaurants im Johannesburger Nobelviertel Sandton gehen – und dort ein T-Bone-Steak mit Fritten bestellen.

1. „Zwipi Underground“ im Thunder Walker am Ghandi Square

Unterhaltsamer zu essen als im „Thunder Walker“ im Zentrum von Johannesburg ist wohl kaum möglich. Dort lädt Gerald Garner, Gründer der Stadttouren-Organisation „JoburgPlaces“, mittwochs, freitags und samstags in die Tresorräume des ehemaligen Bankgebäudes ein, um seine kurzweiligen Geschichten über die Goldstadt zum Besten zu geben – mit wechselnden Themen wie Migration oder die unterirdische Welt der Banken.

Damit neben dem Hör- auch der Geschmackssinn auf seine Kosten kommt, lässt Garner zu seinen Ausführungen viergängige Gerichte reichen, die sein Thema kulinarisch begleiten: Zur Migration gibt es malaysische Kürbissuppe, simbabwischen Maisbrei, mosambikanischen Carapau-Fisch sowie äthiopisches Mango-Lassi mit Wodka.

Natürlich kannst du im „Zwipi Underground“ auch à la carte und ohne erzählerische Begleitung essen. Aber das wäre, wie wenn du in einer Pizzeria eine Paella bestellen würdest.

Unterhaltsame Geschichten und gutes Essen in den Tresorräumen einer ehemaligen Bank.
„Zwipi Underground“: Unterhaltsame Geschichten und gutes Essen in den Tresorräumen einer ehemaligen Bank. Foto: Johannes Dieterich

2. Das „Carnivore“ in Muldersdrift

Wenn du wissen willst, wie hart du im Nehmen bist, musst du es Tausenden von Touristen gleichtun und den „Fleischfresser“ genannten Fresstempel im Nordwesten von Johannesburg aufsuchen. Dort kannst du essen, bis du unter einem der 600 Stühle des Restaurants verschwindest. Und zwar Fleisch von Tieren wie Zebra, Giraffe, Kudu, Impala oder Krokodil – aber auch vom Rind oder Schwein.

Das Fleisch wilder Tiere, im Englischen „venison“ genannt, ist in den meisten Fällen vorzüglich: Der Schwanz des Krokodils schmeckt fast so gut wie eine Languste. Im Carnivore bekommt jeder Gast zu Beginn des Gelages ein Fähnchen auf den Tisch gestellt: Die Bedienung eilt so lange mit immer neuem Fleisch am Spieß an deinen Tisch, bis du das Fähnchen schließlich geschlagen auf Halbmast setzt. Anschließend empfiehlt sich ein Schnaps.

Fresstempel für „Fleischfresser“: Zebra, Giraffe, Krokodil und Co. bekommen Gäste auf Schwertern serviert.
Fresstempel für „Fleischfresser“: Zebra, Giraffe, Krokodil und Co. bekommen Gäste auf Schwertern serviert. Foto: Johannes Dieterich

3. „Fresh Earth“ in Greenside

Wenn dir schon beim Lesen des vorhergehenden Vorschlags schlecht geworden ist, dann solltest du lieber das Gegenteil aufsuchen: das vegane und vegetarische Restaurant „Fresh Earth“ im lieblichen Johannesburger Stadtviertel Greenside.

Dessen Spezialität sind eine breite Palette von Gemüse- oder Falafel-Burgern im Vollkornbrötchen. Außerdem werden in der „Frischen Erde“ gesunde Müsli-Frühstücke, Gemüse-Pasta und vegane Kuchen gereicht.

Vorsicht: Das relaxte Lokal mit Tischen draußen und drinnen macht schon um 17 Uhr, am Wochenende sogar um 15 Uhr, zu. Nach dem Essen empfiehlt sich ein Spaziergang im nahe gelegenen ehemaligen botanischen Garten, dem wunderschönen Emmarentia Park: die Krönung eines durch und durch gesunden Tags in Johannesburg.

Frisch und fleischfrei: Im „Fresh Earth“ gibt es Gemüse-Pasta, Falafel-Burger und vegane Kuchen.
Frisch und fleischfrei: Im „Fresh Earth“ gibt es Gemüse-Pasta, Falafel-Burger und vegane Kuchen. Foto: Johannes Dieterich

4. „La Parreirinha“ in La Rochelle

Johannesburg hat eine nicht unerhebliche portugiesische Bevölkerungsminderheit. Viele Südeuropäer haben sich nach der Unabhängigkeit ihrer Kolonien Mosambik und Angola ans Kap der Guten Hoffnung abgesetzt, wo sie vor allem in der Bauindustrie und in der Gastwirtschaft Erfolg hatten.

La Rochelle ist ein früher fast ausschließlich von Portugiesen bewohntes Stadtviertel im Süden der Stadt, und das „Parreirinha“ („die kleine Weinlaube“) sein mit weitem Abstand nettestes Lokal. Die Räume der Gaststätte sind mit mehr als 4.000 Krawatten behangen, die allesamt von Kunden gestiftet wurden. Sie fühlten sich in der kleinen Weinlaube so wohl, dass sie unbedingt ihre beklemmende Halsbekleidung loswerden wollten, erklärt der Besitzer.

Portugiesische Küche ist auch in Südafrika vor allem ihrer Fisch- und Meeresfrüchte-Gerichte wegen beliebt: „La Parreirinha“ bezieht seine vorzüglichen Langusten und Garnelen aus dem Nachbarland Mosambik und dem dortigen Indischen Ozean.

Portugal pur: Leckere Weine und typische Fischgerichte können Gäste in gemütlicher Atmosphäre genießen.
Portugal pur: Leckere Weine und typische Fischgerichte können Gäste in gemütlicher Atmosphäre genießen. Foto: Johannes Dieterich

5. „Chong Qing Hot Pot“ in Cyrildene

Auch in Südafrika ist kaum noch ein Dorf ohne ein Geschäft mit chinesischem Besitzer zu finden. In Johannesburg gibt es riesige chinesische Großhändlerzentren, in denen Ladenbesitzer aus dem ganzen südlichen Afrika ihren Lagerbestand auffüllen – und das im Osten der Stadt gelegene Cyrildene, wo Chinesen ihr Heimweh mit Dumplings oder Chow Mein bekämpfen.

In der dortigen Derrick Avenue schmiegt sich ein chinesisches Lokal ans andere: Mir fiel das „Chong Qing Hot Pot“ mit seiner Küche aus Sezuan und direkt gegenüber das „Shun De“ auf, das etwas vornehmer, aber auch etwas langweiliger ist. „Chong Qing Hot Pot“ besticht mit seinen in die Tische eingelassenen Gaskochern, auf denen eine scharfe und eine nicht so scharfe Brühe köcheln. Darin garst du wie beim europäischen Fondue deine Fleisch-, Fisch- oder Gemüsestücke.

Im „Hot Pot“ begegnete ich einem fließend Mandarin sprechenden Zeugen Jehovas aus Deutschland, der über der heißen Brühe mit mehreren Chinesen seine Missionsgespräche führte, für die er im Reich der Mitte verhaftet worden wäre. Typisch Johannesburg!

An den Tischen köchelt über eingelassenen Gaskochern eine Brühe, in der du wie beim Fondue Fleisch- und Gemüsestücke garst.
An den Tischen köchelt über eingelassenen Gaskochern eine Brühe, in der du wie beim Fondue Fleisch- und Gemüsestücke garst. Foto: Johannes Dieterich

6. „Dosa Hut“ in Fordsburg

Ihre Hochburg ist eigentlich Durban, doch auch in der Stadt des Goldes leben Zigtausende aus Indien stammende Südafrikaner. Ihre traditionellen Wohngebiete sind die Stadtviertel Fordsburg und Mayfair im Westen Johannesburgs: Dort leben inzwischen zwar fast mehr Somalier als Inder, doch die indischen Restaurants sind geblieben.

Mein Geheimtipp ist das „Dosa Hut“, ein einfaches Speiselokal, das statt mit seiner Einrichtung mit seinem Essen besticht. Dosa ist eine Art weicher oder knusprig gegrillter Pfannkuchen aus Reismehl, der mit pikanter Soße oder Curry aller Art gegessen wird.

Neben dieser südindischen Spezialität sind aber auch die meisten anderen vom asiatischen Subkontinent bekannten Gerichte zu haben, wie Tandoori-Hühnchen, Khorma-Lamm, Samusas oder Daal. Und das alles zu Preisen, die einem Europäer die Schamesröte ins Gesicht treiben. Da das Restaurant strikt halal ist, wird kein Alkohol gereicht. Auch deine eigene Flasche mitzubringen, ist hier keine gute Idee.

„Dosa“ ist ein weicher oder knusprig gegrillter Pfannkuchen aus Reismehl, der mit pikanter Soße oder Curry aller Art gegessen wird.
„Dosa“ ist ein weicher oder knusprig gegrillter Pfannkuchen aus Reismehl, der mit pikanter Soße oder Curry aller Art gegessen wird. Foto: Johannes Dieterich

7. „Epicure by Chef Coco“ in Sandton

Der afrikanische Gourmet-Tempel „Epicure“ im Nobelviertel Sandton verzückt selbst verwöhnteste Gaumen. Der belgisch-kongolesische Küchenchef Coco Reinharz machte sich bereits vor der Gründung seines eigenen Lokals in Johannesburgs Hotelrestaurants einen Namen: Er verfügt über das Gastronomen-Gen – sowohl sein Großvater als auch seine Mutter waren Profi-Köche in Kongos Hauptstadt Kinshasa.

„Chef Coco“ verwandelt einfache afrikanische Gerichte in kulinarischen Erlebnisse. Selbst den notorisch geschmacksneutralen Maisbrei, „Papp“ genannt, weiß er durch Gewürze in eine Gaumenfreude aufzuwerten. „Epicures“ Speisekarte ist in eine nord-, west-, ost- und südafrikanische Sektion aufgeteilt: die erste „panafrikanische“ Küche des Kontinents, sagt ihr Gründer.

Sein Johannesburger Edel-Restaurant, in dem die gut betuchte schwarze Elite Südafrikas – die sogenannten „black diamonds“ – aus- und eingeht, will Coco zu einem globalen Brand machen: Das nächste Lokal ist in der nigerianischen Hafenstadt Lagos geplant, anschließend wird Dubai an der Reihe sein. Soll bloß noch jemand behaupten, der Kontinent mit dem Imageproblem sei auch kulinarisch eine Tabula rasa.

Der belgisch-kongolesische Küchenchef Coco Reinharz verwandelt einfache afrikanische Gerichte in kulinarische Erlebnisse.
Der belgisch-kongolesische Küchenchef Coco Reinharz verwandelt einfache afrikanische Gerichte in kulinarische Erlebnisse. Foto: Johannes Dieterich

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