Respektloses Verhalten: Touristen zerstören diese Orte

Respektloses Verhalten: Touris zerstören diese Orte

Manche Touristen fallen nicht nur mit ihrem Verhalten unangenehm auf – an historischen Orten wie dem Kolosseum oder in geschützten Nationalparks tragen sie sogar (un)bewusst zur Zerstörung dieser bei.

Touristen in der Tempelanlage von Angkor Wat.
Für das perfekte Foto verlieren manche Touristen jeglichen Anstand. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Taylor Simpson

Wir kennen sie alle: Touristen, die mit ihrem Verhalten sämtliche Negativ-Klischees bestätigen – oder sogar noch übertreffen. In diesen Fällen regt das nicht nur auf, sondern gefährdet teilweise sogar schützenswerte Orte. Damit du nicht auf Reisen in die gleichen Fettnäpfchen trittst, kommen hier Fauxpas anderer Urlauber.

1. Zerstörte Felsen in Oregon

Die „Duckbill“-Sandsteinformation im US-Bundestaat Oregon ist eindrucksvoll. Entlang der Küste steht das pilzförmige Gebilde – beziehungsweise stand es einst. Denn Touristen haben einen der romantischsten Orte in Oregon einfach zerstört.

Viele von ihnen stiegen unerlaubterweise über die Schutzzäune, kletterten auf den Felsen, um dort ein Foto von sich machen zu lassen. Andere gingen noch weiter – und stürzten ihn um. Er zerbrach, wie dieses Video zeigt:

2. Schildkröten beim Eierlegen behindert

Gerade Costa Rica ist für Tierschutzmaßnahmen bekannt, kein Wunder, der Artenreichtum in dem Land ist nahezu unvergleichlich. Von Ökotourismus kann an diesem Ort jedoch keine Rede sein.

Ein Foto zeigt, wie Dutzende Urlauber den Strand Ostional Wildlife Refuge bevölkern – und damit Meeresschildkröten bei der Eiablage massiv stören.

Jährlich zieht es nicht nur die Meeresschildkröten, sondern auch Touristen zum Ostional Wildlife Refuge in der nordöstlichen Provinz Guanacaste. Massenweise kommen die gepanzerten Tiere an Land, um dort einen geeigneten Platz für ihr Nest zu suchen.

Sie graben eine Nistkammer und legen ihre Eier ab. Doch im Ostional Widlife Refuge kamen viele von ihnen nicht einmal dazu.

3. Münzen in heißer Quelle im Yellowstone-Nationalpark

Münzen aus Aberglaube ins Wasser schmeißen? Das kennst du sicher vom Trevi-Brunnen in Rom. Während dort die Münzen wieder rausgefischt werden und in der Regel keinen größeren Schaden anrichten, war das Ritual im Yellowstone-Nationalpark ein Eingriff in die Natur. Eine heiße Quelle veränderte ihre Farbe – von blau zu grün!

Die hineingeworfenen Münze, und weitere Gegenstände wie Steine sollen die Wasserzirkulation verlangsamt haben, weshalb sich die Temperatur senkte und sich so Bakterien vermehren konnten. Das Produkt: die unübliche Färbung.

4. Vandalismus in Roms Kolosseum

Tausende Jahre Geschichte, die einige Touristen mit einem Mal beschmutzen. Schon mehrmals wurden Besucher dabei erwischt, wie sie Initialien in die alten Gemäuer des Kolosseums in Rom ritzten. Mal ein „T“, mal ein „K“. Einem der Vandalen soll dafür 20.000 Euro Strafe drohen, berichtet „CNN“.

Ein Inder ging bei seinem Besuch noch weiter und klaute einfach ein Stück vom Kolosseum – wegen solcher Vorfälle sollen strengere Kontrollen bereits am Eingang in dem Amphitheater durchgeführt werden. 

5. Säulen im Hindu-Tempel zertrümmert

Unesco-Weltkulturerbe und einst Hauptstadt des größten Hindu-Reiches der Geschichte: Hamdi ist eine historische Stätte in Südindien.

Die Tempelanlagen um den Ort sind Zeugen der Zeit – vier Touristen war das offenbar egal. Sie stürzten mit voller Wucht mehrere Säulen im Vishnu-Tempel um. Ein Video lieferte sie der Polizei aus.

6. Bambuswald in Japan entzaubert

Der Bambuswald von Arashiyama in Kyoto (auch bekannt als Sagano Chikurin) lässt Besucher für einen kurzen Moment wie durch ein reales Märchenland wandern.

Die Bäume ragen teilweise bis zu zehn Meter in den Himmel. Als Liebesbeweis etwas in die Rinde zu ritzen – an diesem Ort ein No-Go!

Unter anderem auf Koreanisch, Englisch und Japanisch haben Besucher auf mehr als 100 Bambusbäumen ihre Spuren hinterlassen. Das berichtet die „Straits Times“.

Das kann fatale Folgen für den gesamten Wald haben, da die Wurzeln der Bäume miteinander verknüpft sind. „Wenn es einem Baum schlecht geht, kann das auf den anderen Auswirkungen haben. Im schlimmsten Fall müssen wir dann die Bäume fällen, um nicht alle zu verlieren“, erklärte Manager Takayuki Suzuki.

Weitere Orte, an denen sich Touristen danebenbenehmen

Die Liste ist endlos. Halt wird weder vor Kunstwerken am Louvre gemacht noch vor Straftaten. Eine Frau klaute in Pompeji Mosaiksteine als Souvenir, die Polizei nahm sie fest. Als letzte Konsequenz mussten bereits Touri-Sperrungen wie an der Fjaðrárgljúfur-Schlucht durchgezogen werden, damit sich die Umwelt erholen kann.

Auch schlichtweg unangemessenes Verhalten führt zu Kopfschütteln. Fragwürdige Posen am Holocaust-Mahnmal in Berlin oder Fotos auf Gleisen in der Gedenkstätte Auschwitz – mitunter Trends, die durch Instagram befeuert wurden.

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