„Extrem aggressiv“: Feuer auf Gran Canaria außer Kontrolle!

„Extrem aggressiv“: Feuer auf Gran Canaria außer Kontrolle!

Tausende Einwohner und Touristen fliehen vor den Flammen, die auf Gran Canaria wüten! Die Waldbrände auf der Kanareninsel sind außer Kontrolle geraten – sie bedrohen Dutzende Ortschaften und Naturgebiete.

Hunderte Helfer und 16 Löschflugzeuge kämpfen gegen die Flammen auf Gran Canaria.
Hunderte Helfer und 16 Löschflugzeuge kämpfen gegen die Flammen auf Gran Canaria.

Foto: imago images/Agencia EFE

Hunderte Helfer hatten in den vergangenen zwei Nächten gegen die Feuer gekämpft, doch ohne Erfolg: Die verheerenden Waldbrände in den Bergen von Gran Canaria sind außer Kontrolle geraten – die Flammen schlagen teilweise 50 Meter hoch in den Himmel! 

Inzwischen mussten 8.000 Menschen, darunter auch viele Touristen, aus Dutzenden Gemeinden – darunter Tejeda und Artenara – in Sicherheit gebracht werden. Das berichtet die Lokalzeitung „La Provincia“.

Mehr als 3.400 Hektar Land sind betroffen, auch ein wichtiges Naturschutzgebiet ist bedroht: Die berühmten Kiefernwälder im Nationalpark Tamadaba gelten als „die grüne Lunge“ Gran Canarias, die 7.500 Hektar zählen zum Unesco-Biosphärenreservat im Westen der Insel.

Video: Waldbrände wüten auf Gran Canaria

Das Feuer sei „extrem aggressiv“, sagte der Präsident der Kanarischen Inseln, Ángel Victor Torres. Es könne „weder eingekreist noch stabilisiert oder unter Kontrolle“ gebracht werden.

Das heiße Sommerwetter und die geringe Luftfeuchtigkeit machten es schwer, die Brände in den Griff zu bekommen. Mehr als 800 Helfer, darunter auch Soldaten, und 16 Löschflugzeuge sind im Einsatz.

Feuer auf Gran Canaria: Cruz de Tejeda gesperrt

Die große Evakuierungsaktion begründete Torres damit, keine Opfer riskieren zu wollen: „Wir wollen, dass dies ohne Verluste endet.“ Bereits am Samstag wurden unter anderem der bei Touristen beliebte Aussichtspunkt Cruz de Tejeda und das Luxushotel Parador geräumt.

Es ist das zweite Feuer innerhalb einer Woche – erst am Dienstag hatte die Feuerwehr einen Waldbrand in der gleichen Region im Zentrum der Kanareninsel unter Kontrolle gebracht.

Waldbrände auf Gran Canaria: Was ist mit meiner Reise?

Waldbrände zählen als außergewöhnlicher Umstand, Reisende können bei einer konkreten Beeinträchtigung ihres Urlaubs oftmals kostenlos stornieren. „Bei einer Pauschalreise muss der Veranstalter dann den Preis zurückzahlen“, sagt Reiserechtsanwalt Paul Degott.

Das gilt im Fall der Waldbrände auf Gran Canaria allerdings nur, wenn diese tatsächlich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Urlaubsort auftreten. Wenn du bereits auf der Insel bist und deine Reise plötzlich beeinträchtigt ist, kannst du diese beim Veranstalter vorzeitig kündigen. Die Mehrkosten für eine frühzeitige Rückreise würden dann zwischen Reisendem und Veranstalter geteilt, so Degott.

Bei Individualreisen, beispielsweise mit Unterkunft in einer Ferienwohnung, sieht die Rechtslage jedoch anders aus. Wenn du über einen Anbieter in Deutschland gebucht hast, gelten ähnliche Kündigungsbedingungen, die Ansprüche für Erstattung oder Minderung betreffen aber nur den Mietpreis. Das Risiko für An- und Abreise trage der Reisende, erklärt Degott. 

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