Blühende Sonnenblumen-Felder: Nächste Touri-Invasion?

Explodierende Sonnenblumen-Felder: Nächste Touri-Invasion?

Lavendel in Frankreich, Tulpen in Holland, Mohn in Kalifornien: Für das Blütenmeer kommen Fotoverrückte in Scharen. Als Nächstes könnte dein Instagram-Feed ziemlich gelb werden. Die Sonnenblume sprießt.

Touristen fotografieren sich zwischen Sonnenblumenfeldern.
Was du bei Instagram siehst versus was sich in der Realität abspielt: Blüht North Dakota die nächste Selfie-Welle?

Foto: unsplash.com/Denis Malerbi

Heraufbeschwören will es keiner, aber der US-Bundesstaat North Dakota könnte bald von Foto-Touris überrannt werden. Sonnenblumenfelder sind ohnehin schon ein beliebtes Motiv bei Instagram – doch in North Dakota explodieren derzeit die Felder und färben die Landschaft in sattes Sonnengelb.

Sommerzeit – Sonnenblumen-Zeit! Kommt jetzt die nächste Touri-Flut?

August ist Hochblütezeit der Sonnenblume, erklärt das Tourismusbüro des US-Bundestaats, wie „CNN“ berichtet. „North Dakota liegt bei der Sonnenblumen-Produktion tatsächlich Jahr für Jahr auf einem der ersten beiden Plätze, sodass Reisende in den Staat kommen, um die malerische Aussicht zu genießen.“

Die Sonnenblume blüht jährlich von Ende Juni bis in den Oktober hinein. Im September können dann die Sonnenblumenkerne geerntet werden.

Optimistisch gab das Tourismusbüro einen kleinen Guide mit besonders schönen Foto-Spots heraus: Zumindest nach aktuellem Stand scheint es auf den Feldern um Bismarck und Mohall noch ruhig zu sein, einige haben sich den Schnappschuss ohne Massen schon mal gesichert.

Bunte Blumenfelder ziehen massenhaft Influencer, Instagrammer und Selfie-Touris an

Noch sind Besucher gern gesehen, insofern sie beachten, dass das Betreten der Felder nur mit Genehmigung der Inhaber erlaubt ist. 

Die Sonnenblumenfelder sind ein wichtiger Tourismusmotor, auch in anderen US-Staaten wie beispielsweise Tennessee, wo die Felder schon verfrüht Ende Juli in voller Farbenpracht erstrahlten. Grund für die besonders ausgeprägte Blüte ist das warme Wetter, das dem Wachstum einen Schubser verpasste.

Das siehst du auch in Deutschland:

Deutlich zu viel wurde der Andrang im vergangenen Jahr einer Farm in Kanada: Familie Bogle musste ihren Betrieb in der Provinz Ontario schließen, da Tausende wahnhafte Foto-Touris zwischen den Sonnenblumen-Feldern herumtrampelten, sogar die Polizei musste eingreifen. Für die Familie war die „Zombie-Apoklapyse“ vor allem auf den Hype in den sozialen Medien zurückzuführen.

Zugegeben: Das Blumenmeer peppt sicherlich jedes Instagram-Profil auf und garantiert dir einige Likes. Gegen ein schlichtes Foto hatten auch die Tulpenbauern in den Niederlanden nichts – doch es sind die Selfie-Freaks und (Hobby-)Influencer, die ohne Rücksicht auf die fragilen Pflanzen ihre Fotoshootings durchziehen.

Auf die Barrikaden gehen aktuell auch die Bauern in Frankreich, denn dort sind es Tausende Influencer, die sich vor romantischer Traumkulisse in den Lavendelfeldern in Pose schmeißen – in der Realität sieht ein Besuch in der Provence allerdings so aus: 

Lavendelfeld in Valensole, einer französischen Gemeinde mit 3195 Einwohnern im Departement Alpes-de-Haute-Provence.
In Valensole, einer französischen Gemeinde mit 3195 Einwohnern im Departement Alpes-de-Haute-Provence, müssen Bauern und Einheimische wohl bis zum Ende der Blütezeit im September dieses Szenario aushalten. Foto: imago images/Zuma Press
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