Mega-Roadtrip: Dieser Mann war in allen 419 US-Nationalparks

Mega-Roadtrip: Dieser Mann war in allen 419 US-Nationalparks

Drei Jahre, 419 US-Nationalparks, ein Roadtrip – damit hat Mikah Meyer einen Weltrekord aufgestellt. Doch es geht ihm nicht nur um Vanlife und Abenteuer: Mikah hat eine wichtige Botschaft im Gepäck.

Mikah Meyer in seinem Van.
In seinem Van „Vanny McVanFace“ hat Mikah Meyer die US-Nationalparks bereist.

Foto: facebook.com/Mikah

Mikahs Geschichte beginnt mit einem großen Verlust – und endet mit einem Weltrekord. Mit gerade einmal 19 Jahren verliert der US-Amerikaner seinen Vater, einen Priester. Nur wenige Tage nach der Beerdigung startete Mikah auf seinen ersten Roadtrip – und war überrascht, wie heilsam sich dieser für ihn anfühlte. 

Weltrekord: Drei Jahre Roadtrip durch US-Nationalparks

Als Gedenken an seinen Vater ging er seitdem einmal im Jahr auf einen Roadtrip. Der Höhepunkt: Am elften Todestag seines Dads bricht Mikah zu einem Trip der Superlative auf: In drei Jahren legt er fast 322.000 Kilometer zurück. Er besucht jeden einzelnen Staat der USA – und alle 419 vom National Park Service ausgezeichneten Stätten.

Er klettert auf Berge, paddelt auf Flüssen und lernt die verschiedenen Kulturen seines Landes kennen. Dabei ist sein Van „Vanny McVanFace“ sein treuer Begleiter. 

Noch einen Gegenstand hat Mikah immer mit dabei: eine Regenbogenflagge. Mit ihr lässt er sich in jedem der Nationalparks ablichten. Ein stolzes Zeichen für die LGBTQ-Community – denn vor seiner Reise hat Mikah festgestellt, dass es bislang kaum Content über queere Outdoor-Abenteurer gibt.

Der Natur ist es egal, dass ich schwul bin. Aber den Menschen nicht.

Mikah Meyer

Doch nicht allen gefällt sein Einsatz: Ein Unternehmen, dass Mikah auf seiner Reise gesponsert hat, löste den Vertrag frühzeitig auf. Er sei „zu schwul“ gewesen, erklärt Mikah in einem „BBC“-Interview.

Schwuler Roadtrip-Abenteurer will LGBTQ in der Outdoor-Szene sichtbarer machen

Trotzdem steht für ihn fest: Er will der queeren Outdoor-Community ein Gesicht geben. Immer wieder erreichen ihn auf seiner Reise nämlich Nachrichten von Menschen, die sich in Mikah wiedererkennen und endlich eine Art Vorbild gefunden haben.

Mikah lebt deshalb das Motto der Bürgerrechtlerin Marian Wright Edelman vor: „Es ist schwer zu sein, was du nicht siehst.“

Auch wenn so ein Langzeit-Roadtrip nach jeder Menge Spaß und Abenteuer klingt: Leicht war es für Mikah nicht immer. „Ich habe ungefähr einmal pro Woche darüber nachgedacht, die Reise vorzeitig abzubrechen“, gesteht er. „Mir wurde klar, dass die sozialen Medien nicht alle Seiten vom Vanlife zeigen. Es war anstrengend.“

Und das, obwohl sein Van mit einem breiten Bett, einem Kühlschrank und Solarzellen sogar ziemlich komfortabel ausgerüstet ist. Neben verschiedenen Sponsoren tritt Mikah unterwegs immer wieder in verschiedenen Gemeinden auf und singt in Kirchen, um sich seinen Trip zu finanzieren.

Für Mikah ist die Reise aber trotz der Anstrengungen das Abenteuer seines Lebens. Er besucht auf seinem Roadtrip Orte, von denen er nie gedacht hätte, dass er sie jemals sehen würde.

Am 29. April 2019 endet Mikahs Rekord-Roadtrip – auf den Tag genau drei Jahre, nachdem er begonnen hat. Viel habe sich seit dem Beginn seiner Reise geändert, schreibt Mikah in den „High Country News“.

Zum Beispiel sponsern mittlerweile mehrere Unternehmen und NGOs einen jährlichen LGBTQ Outdoor Summit – und das in einer Industrie, die bis 2019 nie eine Werbung zum Pride Month geschaltet habe.

Für Mikah geht die Reise trotzdem weiter. Auf seiner Website verrät er seine Pläne für die Zukunft: Er plant einen Fotoreiseführer, Memoiren, eine Fernsehsendung – und natürlich noch mehr Reisen.

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