Thomas Cook: Mann sagt verspäteten Flug ab – trotzdem Entschädigung

Mann storniert verspäteten Flug – trotzdem Entschädigung

Sein Flug war 24 Stunden verspätet, ein Mann trat deshalb von der Reise zurück und erhielt sein Geld zurück. Doch nun urteilt eine Schlichtungsstelle: Dem Mann stehen zusätzlich auch 400 Euro Entschädigung zu.

Anzeigetafel am Flughafen Oslo-Gardermoen.
Der Flug startete mit 24 Stunden Verspätung in Oslo – ohne den klagenden Passagier.

Foto: imago images/Zuma Press

Es ist nicht immer einfach, Entschädigungen bei Airlines geltend zu machen, wenn der Flug verspätet ist. Doch ein Norweger hat nun sogar 400 Euro Entschädigung für einen Flug bekommen, den er nie angetreten hat! 

Der Mann wollte im August 2018 vom norwegischen Oslo nach Alanya in der Türkei reisen. Er hatte eine Pauschalreise mit Flug und Hotel gebucht. Als er erfuhr, dass der Flug 24 Stunden Verspätung hatte, nutzte er das Rücktrittsrecht und gab die Reise ab. Der Reiseanbieter Ving erstattete ihm sämtliche Kosten für die Tour, berichtet die Reisenews-Plattform „FlySmart24“.

Thomas-Cook-Flug 24 Stunden verspätet

Doch damit nicht genug: Der Mann reichte auch bei der Airline Thomas Cook Beschwerde ein und forderte 400 Euro, die nach EU-Fluggastrechten Passagieren auf der Mittelstrecke zustehen, wenn der Flug mindestens drei Stunden verspätet ist. Thomas Cook lehnte ab – immerhin war der Mann nicht an Bord. 

Rückerstattung ist keine Kompensation für entstandene Umstände

Doch der Norweger wandte sich an die Schlichtungsstelle in seinem Land, das Pauschalreise-Amt, die wegweisende Beurteilungen einer Situation abgibt. Und dort entschied die Mehrheit der Beamten, dass dem Mann Entschädigung zustehe: Der zurückgezahlte Reisepreis sei keine Kompensation für die Umstände, die ihm entstanden seien. 

„Die Mehrheit findet, dass der Kläger einen Anspruch auf Kompensation nach der EU-Verordnung hat. Er bleibt auf einem ruinierten Urlaub sitzen“, heißt es in einer Mitteilung des Amtes, das Empfehlungen ausspricht, dem die Airlines nicht folgen müssen, es in der Regel aber tun. Thomas Cook zahlte die 400 Euro aus. 

Entschädigung, obwohl ein Paar nicht im Flieger saß

Es ist in Norwegen nicht das erste Mal, dass Fluggäste Entschädigung bekommen, obwohl sie nicht im Flieger saßen. Im Spätsommer 2018 trat ein Paar eine Reise von Alta nach Oslo nicht an, nachdem das Flugzeug mehrere Stunden verspätet war, berichtet „FlySmart24“.

In diesem Fall hatte Norwegian einer Entschädigung von jeweils 250 Euro zugestimmt, damit aber auch die Kosten von rund 200 Euro pro Person für die Flugtickets abdecken wollen. Im März schließlich urteilte das norwegische Transport-Klage-Amt, dass den beiden zusätzlich die rund 400 Euro für die Flugtickets erstattet werden sollen. 

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