Rekord! Mann wandert 6.000 Kilometer am Fluss Jangtse in China

Rekord! Mann wandert 6.000 Kilometer am Fluss Jangtse

Wahnsinn: Nach einem Jahr beendet ein britischer Abenteurer (28) seine 6.000-Kilometer-Wanderung am Fluss Jangtse in China. Mit seiner Rekord-Reise könnte er nun in die Geschichtsbücher eingehen.

Lebensader Jangtse: Der längste Fluss Chinas windet sich durch Schluchten und riesige Metropolen.
Lebensader Jangtse: Der längste Fluss Chinas windet sich durch Schluchten und riesige Metropolen. Ein Mann hat die Vielseitigkeit entlang des Stroms erlebt.

Foto: imago images /Zuma Press

Etwa 6.400 Kilometer und schätzungsweise acht Millionen Schritte: Ash Dykes ist nach bisherigem Stand der erste Mensch, der am Stück eine solche Strecke entlang des Jangtses in China gewandert ist. Rekord!

Gestartet war der 28-Jährige am 15. August 2018 im Hochland von Tibet. 352 Tage später, wegen des Taifuns „Lekima“ zwei mehr als geplant, kam er am 12. August an seinem Ziel nahe Shanghai an.

Start im Hochland von Tibet: Auf Tuchfühlung mit Wölfen und Bären 

Schon der Anfang wurde zur Zerreißprobe: Auf 5.100 Höhenmetern, vergleichbar mit dem Mount-Everest-Base-Camp, begann Ash seinen Rekord-Fußmarsch in Begleitung eines Teams.

Vier mussten bereits dort wegen Höhenkrankheit abbrechen – Ash trotzte gemeinsam mit einem Guide allen Widrigkeiten. Denn neben den extremen klimatischen Bedingungen mit bis zu minus 20 Grad Celsius erschwerten ihnen dann auch noch unfreiwillig pelzige Begleiter den Auftakt.

„Die Bären kamen von den Gipfeln der Berge herunter, weil es zu kalt war und sie jagten. Wir waren wie wandelnde Kalorien für sie“, erzählte Ash dem Fernsehsender „BBC“. Und die Bären sollten nicht die einzigen „Begleiter“ bleiben: Auch Wölfe folgten ihm. Doch obwohl ihm Locals deswegen abrieten, weiter ins Tal abzusteigen, setzte Ash weiter einen Fuß vor den anderen.

Vom Hochland Tibets bis nach Shanghai: mehr als 6.000 Kilometer am Jangtse

Nachdem er rückblickend die härteste aller Etappen erfolgreich gemeistert hatte, ging es weiter quer durch China in Richtung Ostküste. Auf seinem Weg wurde er, wie der britische „Mirror“ berichtet, ab und zu von chinesischen Influencern begleitet, einer streamte einen Teil der Wanderung sogar live.

Mehr als 1,6 Millionen Zuschauer hingen gefesselt vor den Bildschirmen: „Die Leute in China waren begeistert, Ecken ihres Landes zu sehen, die ihnen zuvor unbekannt waren, vor allem die Leute aus der Stadt“, sagt Ash.

Zwischen Dörfern, Städten und Mega-Metropolen lernte er viel über das Leben vor Ort. Dort, wo sich der Jangtse, der Mekong und der Saluen (englisch Salween) treffen, weiter durch V-förmige Schluchten und Täler, durch dicht bewachsene Wälder, vorbei an historischen Orten bis kurz vor Shanghai.

Abenteurer wanderte für den guten Zweck – und fürs Klima

Neben dem sportlichen Erfolg trieb Ash der gute Wille an: Er ließ sich von verschiedenen Firmen sponsern und nutzte das mediale Interesse, um auf wohltätige Organisationen und unser Plastik-Problem aufmerksam zu machen. Für Ash auch kulturell eine einmalige Erfahrung: „Das war vielmehr eine persönliche Errungenschaft; es setzt menschliches Potenzial frei.“

Und dieses Potenzial brachte ihn an die einsamsten Orte, selbst in dem Milliarden-Einwohner-Land China. Rund 400 Millionen Menschen leben am und viele von ihnen auch vom Jangtse. Er ist der längste Fluss, der durch ein einziges Land fließt – und mit insgesamt 6.380 Kilometern auch der längste Strom Asiens. Weltweit landet er nach dem Nil und und dem Amazonas auf dem dritten Platz.

Rekordverdächtig sind auch Ashs weitere sportliche Leistungen: Er gehört zur Spitze der Trekking-Szene, durchquerte die Mongolei 2014 von Westen nach Osten in 78 Tagen. Zwei Jahre später stand Madgaskar auf dem Plan – 2.500 Kilometer in 155 Tagen.

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