Jaipur: Proteste gegen Elefantenreiten als Attraktion

Elefantenreiten in Jaipur: So leiden die Tiere am Amber Fort

Auf einem mehrere Kilometer langen Weg aus Kopfsteinpflaster tragen etwa 100 Elefanten täglich Touristen zum Amber Fort in Jaipur. Für Tierschützer ist dieses Bild ein Graus – sie gehen auf die Barrikaden.

In Jaipur gehört Elefantenreiten an vielen Orten für Touristen dazu.
In Jaipur gehört Elefantenreiten an vielen Orten für Touristen dazu.

Foto: imago images/Zuma Press

In langen Schlangen trotten die Elefanten den Hügel hinauf. Sie sind bunt angemalt, haben lange Decken über dem Rücken. Darauf sind Gestelle befestigt, die an ein Bett erinnern. Tagein, tagaus schleppen Elefanten in Jaipur darin die Touristen hoch zum Amber Fort.

Es ist ein harter Aufstieg, mehrere Kilometer geht es auf Kopfsteinpflaster steil nach oben. Und das mit etwa 300 Kilogramm auf dem Rücken, direkt hinter dem Kopf sitzt der Mahout – der Elefantentrainer. Am Abend werden die Tiere in Ketten gelegt. Die Folge dieser Touristenattraktion in Jaipur: Etliche Elefanten sind verletzt oder krank.

Elefanten am Amber Fort in Jaipur – Tierschützer protestieren

Für Tierrechtler ist das Elefantenreiten ein absolutes No-Go – am Sonntag protestierte die Organisation World Animal Protection anlässlich des Weltelefantentages heute am 12. August in der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Rajasthan dagegen.

Ihr Ziel: Das Elefantenreiten soll verboten werden, stattdessen soll die Nutzung von Fahrrädern gefördert werden. Aus diesem Anlass waren die Demonstranten auch auf Rädern unterwegs. 

„Es geht nicht nur um die grausamen Methoden, mit denen sie trainiert werden, um sie fügsam zu machen, sondern auch darum, dass viele dringend medizinische Hilfe benötigen. Die Beschwerden sind Tuberkulose, Blutproblemen, Blindheit, Unterernährung und Fußverletzungen beim Gehen auf harten Oberflächen“, sagt Tierschützerin Kirsty Warren von WAP.

Und weiter: „Wir haben die Behörden aufgefordert, ein Schutzgebiet für die Elefanten in der Nähe der Festung zu schaffen, in dem Touristen sie in einem natürlichen Lebensraum beobachten können. Das könnte eine separate Touristenattraktion werden“, so Kirsty Warren.

Elefantenreiten: Nach wie vor beliebte Touristenattraktion

Die Organisation WAP kämpft seit mehreren Jahren für ein Verbot des Elefantenreitens in der indischen Stadt – ohne Erfolg. Erreicht hat sie bisher nur, dass die Anzahl an erlaubten Touristen auf dem Rücken der Tiere von vier auf zwei und die maximale Anzahl an Ritten auf fünf im Winter und drei im Sommer reduziert wurden.  

Die Elefantenbesitzer hingegen sagen, sie bräuchten die Ritte, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Nicht nur in Indien, sondern in vielen asiatischen Ländern wie Myanmar, Thailand, Sri Lanka, Nepal und Laos ist Elefantenreiten nach wie vor eine beliebte Touristenattraktion. Doch an einigen Orten tut sich etwas – so soll es beispielsweise an der berühmten Tempelanlage Angkor Wat in Kambodscha ab 2020 verboten werden.

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