Flugausfall: Champagner als Entschädigung ist angemessen

Bei Flugausfall: Airline muss Champagner bezahlen

Wenn der Flug annulliert wird, haben Reisende unter Umständen auf vieles Anspruch: Ausgleich des Flugtickets, wenn nötig eine Übernachtung mit Verpflegung. Selbst Champagner muss die Airline bezahlen! 

Champagner wird in Gläser eingeschenkt.
Sich auf Kosten der Airline mit Champagner den annullierten Flug schöntrinken? Im Fall dieses Passagiers soll das rechtens sein. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Tristan Gassert

Champagner auf der Rechnung? Kein Problem, die Airline muss trotzdem zahlen! Zumindest ist das Düsseldorfer Amtsgericht dieser Meinung und entschied in einem Fall (Az.: 27 C 257/18) für den Kläger. Dessen Flug von Göteborg nach Düsseldorf wurde zwei Stunden vor Abflug von der Airline annulliert.

Für ein Hotel und Verpflegung wollte die Airline nicht aufkommen – die Passagiere buchten also auf eigene Kosten eine Unterkunft und gönnten sich im Restaurant Wein und Champagner. Ausgegeben haben sie 286,50 Euro für das Hotel und 243,09 Euro für Essen und Trinken – davon fast 45 Euro für Champagner und Dessertwein.

Passagiere bestellen Champagner – Airline muss zahlen

Die Rechnung reichten sie bei der Airline ein – doch die wollte die Kosten noch immer nicht übernehmen. Die Sache ging vor Gericht, denn nach der EU-Fluggastrechteverordnung sahen sich die Passagiere im Recht, dass ihnen eine pauschale Entschädigung von jeweils 250 Euro plus die Hotel- und Restaurantkosten zustünden.

Das Düsseldorfer Amtsgericht teilte diese Ansicht und entschied: Die Airline sei ihrer Betreuungspflicht, bei dem Flugausfall für Unterbringung und Verpflegung zu sorgen, nicht nachgekommen. Außerdem gehöre zu einem gelungenen Essen nicht nur der Verzehr begleitender Biere und/oder Weine, sondern darüber hinaus auch der Genuss von Champagner und Dessertwein.

Die Kosten seien deshalb angemessen – außerdem wird in dem Urteil betont, dass gerade bei Champagner auch deutlich hochpreisigere Produkte angeboten werden würden. Zur Erinnerung: Die Passagiere zahlten inklusive Dessertwertein aufgerundet 45 Euro.

Airline wollte zunächst Passagiere gar nicht für Flugausfall entschädigen

Die Airline, deren Name übrigens nicht genannt wird, verweigerte grundsätzlich auch Entschädigungszahlungen nach dem EU-Fluggastrecht.

Begründet wurde das mit „außergewöhnlichen Umständen“, da es am Abflugtag. dem 29. Mai 2018, am Ankunftflughafen Düsseldorf heftige Gewitter und Hagel gegeben haben soll. Die Annullierung des Fluges sei alternativlos gewesen. 

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