Vibrionen in der Ostsee: So hoch ist die Gefahr einer Infektion

Vibrionen: Wo kommen sie vor und wie gefährlich sind sie?

Die Sorge wegen Vibrionen ist bei Urlaubern groß. Vor allem an der Ostsee sollten sie sich über das Risiko einer Infektion informieren. In welchen Gewässern kommen die Bakterien vor und wie hoch ist das Risiko?

Patrick Fam
Baden in der Ostsee – dabei sollten immungeschwächte Menschen aktuell aufpassen. (Symbolfoto)
Baden in der Ostsee – dabei sollten immungeschwächte Menschen aktuell wegen der Vibrionen-Häufung aufpassen. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Westend61

Sonne, Strand und Meer – eigentlich ein schöner Dreiklang. Dass der Sommer jedoch auch Schattenseiten hat, macht die aktuelle explosionsartige Vermehrung von Vibrionen in der Ostsee deutlich. Durch hohe Wassertemperaturen vermehren sich die Bakterien besonders stark. Betroffen sind dabei aber nicht nur Badegäste an der Ostsee.

Wo kommen Vibrionen vor?

Vibrionen können sowohl in Salz- als auch in Süßwasser vorkommen und befinden sich bei niedrigen Temperaturen vor allem im Meeresboden. Kurz gesagt: Das gefährliche Bakterium schlummert auf der ganzen Welt. 

Auch in Deutschland wurden Infektionen bereits an der Ost- und der Nordsee nachgewiesen. Zudem vermehrten sich die Bakterien in den vergangenen Jahren stark in den Flussmündungen von Elbe, Weser und Ems. Die deutsche Ostsee zählt wegen ihres geringen Salzgehalts sogar zu den gefährdetsten Gebieten im Sommer.

Ab einem Salzgehalt von 0,5 Prozent oder weniger und einer Wassertemperatur von über 20 Grad Celsius vermehren sich Vibrionen stark. Gerade im Sommer verbreitet sich der Erreger daher besonders schnell, in Deutschland stellt er also eher ein saisonales Problem dar.

Im vergangenen Sommer wurden hierzulande 18 Infektionen registriert, drei Menschen starben. In dieser Saison starben in Mecklenburg-Vorpommern bisher zwei Frauen an den Folgen einer Infektion.

Wie gefährlich ist eine Vibrionen-Infektion?

Das kommt darauf an. Menschen mit einem schwachen Immunsystem sind prinzipiell gefährdeter, sich zu infizieren. Doch auch wer mit offenen Wunden baden geht, sollte sich des Risikos bewusst sein. Gelangen die Bakterien in den Körper, kann das zu schweren Wundinfektionen führen. Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwölf und 72 Stunden.

Vibrionen: Kann ich noch Austern essen?

Doch nicht nur Strandurlauber laufen Gefahr, sich mit dem gefährlichen Erreger zu infizieren. Besonders in Japan ist die Infektionsrate hoch. Aber: Nicht etwa, weil die Japaner häufiger baden gehen als Menschen anderswo, sondern weil das Vibrionen-Bakterium auch über die Nahrung aufgenommen werden kann. Der hohe Konsum von rohem Fisch und Meeresfrüchten in Japan ist hier der Grund.

Meeresfrüchte sind aber auch in Deutschland beliebt. Vor allem bei Austern und anderen roh verspeisten Meeresfrüchten sollte deshalb darauf geachtet werden, woher sie ommen. Bei Austern, die aus warmen Gewässern stammen, ist Vorsicht geboten.

Um einem Magen-Darm-Infekt vorzubeugen, empfiehlt es sich, Meeresfrüchte vor dem Verzehr mindestens zehn Minuten abzukochen.

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