Vibrionen in der Ostsee: Erste Tote – Gefahr für Urlauber?

Vibrionen in der Ostsee: Gefahr für Badeurlauber?

Vorsicht beim Badeurlaub: Durch das heiße Sommerwetter vermehrten sich Vibrionen extrem schnell in der Ostsee. Die Bakterien haben jetzt ihr zweites Todesopfer gefordert. Was Urlauber wissen müssen.

Massenhaft zieht es Badeurlauber im Sommer an die Ostsee – so wie hier nach Warnemünde.
Massenhaft zieht es Badeurlauber im Sommer an die Ostsee – so wie hier nach Warnemünde.

Foto: imago images / Bildwerk

Zwei Tote und mehrere weitere Erkrankungen durch Vibrionen-Infektionen – das ist die bisherige Zwischenbilanz. Darüber berichtet die „Ostsee Zeitung“. Wo genau sich die beiden verstorbenen Frau infizierten, teilte das Amt aus Datenschutzgründen nicht mit.

Bei einer Wassertemperatur über 20 Grad vermehren sich Vibrionen schnell.

Vibrionen: Gibt es Badeverbote an der Ostsee?

Badeverbote wurden nicht ausgesprochen.  „An den knapp 500 ausgewiesenen Badestellen ist das Baden uneingeschränkt möglich“, teilt das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock nach dem ersten Todesfall im August mit. Das Gesundheitsamt untersucht jedoch seit Juni die Ostseeküste und nahe Boddengewässer auf Vibrionen. 

Noch bis September sollten die Behörden alle 14 Tage Proben nehmen, um Badende bei einem erhöhtem Risiko zu warnen oder gar Badeverbote auszusprechen.

Wie gefährlich sind Vibrionen in der Ostsee?

Die Bakterien können für ältere Menschen und solche mit geschwächtem Immunsystem und Vorerkrankungen (zum Beispiel Lebererkrankungen, Alkoholabhängigkeit, Diabetes) gefährlich sein, so die Behörde. Wenn Badeurlauber zur Risikogruppe gehörden, dann „sollte ein Kontakt mit Meer- oder Brackwasser unterbleiben“.

Die Bakterien gelangen vor allem über offene Wunden oder Hautverletzungen in den Körper. Eine Folge kann eine schwere Wundinfektion mit einer Nekrose sein. Daraus könne sich sehr schnell eine sogenannte Sepsis mit Fieber, Erbrechen und Schüttelfrost ausbilden, teilt das Landesamt mit. Und weiter: „Die Infektion ist durch einen rasanten Verlauf mit hoher Sterblichkeitsrate gekennzeichnet.“

Wenn Badegäste nach dem Schwimmen Anzeichen einer Wundinfektion bei sich feststellen, sollen sie so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen.

An welchen Ostsee-Stränden gibt es aktuell Vibrionen?

Grundsätzlich treten Vibrionen immer auf, sie sind ein natürlicher Bestandteil der Meere. Aber massenhaft treten sie erst ab Wassertemperaturen von 18 bis 20 Grad auf.

Auf einer Karte können sich Badeurlauber über die Qualität der Badegewässer in Mecklenburg-Vorpommern informieren. Der reisereporter hat außerdem beim Landesamt angefragt, an welchen Stränden massenhaft Bakterien gemessen wurden – eine Antwort steht noch aus.

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