Todesfall im Urlaub: Die wichtigsten Infos | reisereporter.de

Todesfall im Urlaub: Das musst du wissen

Was ist zu tun, wenn ein geliebter Mensch während des Urlaubs im Ausland verstirbt? Der reisereporter erklärt, was du beachten musst – von erforderlichen Dokumenten bis zur Rückführung nach Deutschland.

Ein Meer aus Teelichtern.
Stirbt ein Angehöriger im Urlaub, kann das schnell überfordern. Der reisereporter-Ratgeber. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Mike Labrum

Schicksalsschlag im Urlaub: Ein Todesfall im Ausland ist nicht nur eine emotionale Belastung, sondern mit viel organisatorischem und finanziellem Aufwand verbunden. Zeit zum Trauern bleibt da oftmals kaum. Stirbt ein Angehöriger auf Reisen, solltest du Folgendes wissen:

  • Welche Anlaufstellen gibt es?
  • Wie kann der Verstorbene in die Heimat transportiert werden?
  • Wer übernimmt die Kosten?

Schritt für Schritt erklärt dir der reisereporter, wie du bei dem Verlust eines geliebten Menschen auf Reisen vorgehen solltest.

1. Todesfall im Urlaub: Das ist zu tun

Zunächst musst du einen Arzt konsultieren, der den Tod feststellt. Ist dieser bestätigt, musst du die Behörden des jeweiligen Urlaubslandes darüber informieren. Brauchst du dabei Hilfe?

Pauschalreisende können sich an ihren Reiseveranstalter wenden, der vor allem sprachliche Barrieren überbrücken kann. Das rät die deutsche Versicherung „Ergo“. Stichwort Versicherung: Ein privater Auslandskrankenschutz (Reisekrankenversicherung) ist unbedingt ratsam. Diese sollten Reisende vorab, auch vor einer Kreuzfahrt, abschließen.

Das geht über deine gesetzliche Krankenkasse, aber auch über externe Anbieter wie beispielsweise den „ADAC“ oder aber über Vergleichsportale wie „Check24“ oder „test.de“. Die meisten Tarife beginnen bei zehn Euro im Jahr. In der Regel übernehmen diese die Kosten der Überführung im Todesfall und/oder der Bestattung im Ausland.

Aber: Kläre mit der jeweiligen Versicherung und/oder Krankenkasse genau ab, welche Kosten bis zu welcher Höhe tatsächlich inbegriffen sind.

Anschließend ist ein Bestattungsunternehmen im Ausland zu kontaktieren – auch wenn der Verstorbene in Deutschland beigesetzt werden soll.

Warum? Der Leichnam muss hygienisch versorgt werden, unter anderem durch Waschen, und das übernimmt das beauftragte Bestattungsunternehmen. Dieses bereitet den Leichnam auch für den Rücktransport vor. Wie du ein geeignetes Unternehmen finden kannst, erklären wir dir im nächsten Abschnitt.

2. Diese Anlaufstellen helfen dir

Diese Ausnahmesituation ist überfordernd. Unterstützung und professionellen Rat bekommst du über die deutsche Auslandsvertretung im jeweiligen Reiseland. Ob Botschaft oder Konsulat, die Behörde hilft dir weiter bei

  • Beantragung der Sterbeurkunde bei den Behörden und
  • Anfertigung beglaubigter Übersetzungen weiterer Dokumente.
Tipp von der „Ergo“: Neben der Auslandsvertretung kannst du dir Rat von Organisationen wie Horizont International oder dem Unternehmen Transrep International holen. Diese können den Kontakt zu seriösen Bestattern herstellen und dich zu Regeln und Kosten beraten. Grundsätzlich solltest du keine Formulare unterschreiben, die du inhaltlich oder sprachlich nicht verstehst.

3. Einäscherung oder Überführung im Sarg?

Wie in Deutschland gilt es zu entscheiden, ob der Leichnam in einem Sarg transportiert oder eingeäschert werden soll. Vielleicht weißt du ja, ob sich der Verstorbene eine Feuerbestattung gewünscht hat. Der Vorteil: Die Einäscheurng ist günstiger als der Transport im Sarg (mehr zu Kosten in Punkt 6).

Informiere dich, in welchen Ländern die Kremation erlaubt ist und in welchen du die Urne sofort oder nur per Post nach Deutschland befördern kannst.

4. Der Rücktransport nach Deutschland

Für die Rückführung hast du mehrere Optionen: Auto, Zug oder Flugzeug. Letztere ist natürlich die schnellste. Welche Dokumente und Freigaben für den Transport erforderlich sind, erklären wir in Punkt 5.

Soll der Leichnam in einem Sarg nach Deutschland überführt werden, gilt für den Transport mit dem Flugzeug Folgendes:

  • Der Leichnam wird in einen undurchlässigen Zinksarg gelegt – dieser widerum ist in einen Holzsarg gebettet.

Beide Särge werden dann in einem „neutralen Transportbehältnis“ überführt, erklärt der Bundesverband Deutscher Bestatter e.V. Warum so viele Behältnisse? Unter- und Überdruck im Sarg können so nicht entstehen, außerdem können andere Passagiere anhand der neutralen Kiste nicht erkennen, dass es sich um einen Sarg handelt.

Wichtig: Zudem musst du ein deutsches Bestattungsunternehmen beauftragen, das den Sarg (oder die Urne) am Flughafen in Deutschland annimmt und weitertransportiert.

5. Notwendige Dokumente zur Rückführung

Papierkram – anstrengend, kompliziert, aber notwendig. Der Bestatter benötigt unter anderem die Reisedokumente des Verstorbenen (im Original), eine Kopie der Geburtsurkunde und eine Vollmacht zur Überführung.

Geregelt wird das über das Berliner Abkommen und/oder das Straßburger Abkommen. Für den Transport des Leichnams verlangen diese einen mehrsprachigen Leichenpass. Den musst du bei der zuständigen Behörde des Landes beantragen.

Damit dieser ausgestellt werden kann, braucht das Standesamt des Reiselandes unter anderem: die Sterbeurkunde, den Totenschein, eine ärztliche Bestätigung, dass die Rückführung möglich ist, eine Bestätigung des Bestatters über die Einsargung.

Die Ausstellung der Überführungsdokumente kann mehrere Tage dauern. Wichtig: Die ausländische Sterbeurkunde musst du in Deutschland beim Standesamt vorzeigen können, um die deutsche zu beantragen.

6. Diese Kosten kommen im Todesfall im Urlaub auf dich zu

Eine genaue Kostenaufstellung können wir dir nicht geben, da dies je nach Land variiert. Grundsätzlich musst du dich aber auf Folgendes einstellen: Finanzierung des Bestattungsunternehmens im Ausland und in Deutschland, der Leichenpass (20 bis 120 Euro), Gebühren für die Beschaffung von Dokumenten, Überführung nach Deutschland. 

Gerade der letzte Punkt kann teuer werden: Aufgrund des hohen Gewichts des Sarges und der Kurzfristigkeit der Flugbuchung können dafür rund 4.000 Euro fällig werden. Deshalb: Unbedingt vorab mit der Krankenkasse/Versicherung in Kontakt treten.

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