Sitz-Verbot in Rom: Polizei vertreibt Touristen von Spanischer Treppe

Verbot in Rom: Polizei vertreibt Touris von Spanischer Treppe

Das Sitzen auf der Spanischen Treppe ist inzwischen verboten – wer es trotzdem tut, muss bis zu 400 Euro Strafe zahlen. Am Dienstag rückten Polizisten an und vertrieben Touristen mit Trillerpfeifen.

Die Polizei vertrieb Touristen von der Spanischen Treppe in Rom.
Die Polizei vertrieb Touristen von der Spanischen Treppe in Rom.

Foto: twitter.com/antonella delprino

Eine Sightseeing-Tour durch Rom ist ganz schön anstrengend – eine Pause auf der Spanischen Treppen gehört daher zu jeder Reise in die italienische Hauptstadt. Eigentlich. Denn inzwischen ist es verboten, sich auf eine der 135 Stufen zu setzen. Einen entsprechenden Erlass hat der Stadtrat im Juni verabschiedet. Er sieht Strafen von bis zu 400 Euro vor.

Nun geht die Polizei gegen Regelverstöße vor: Mit Trillerpfeifen rückten Beamte am Dienstag an und räumten den Platz. „Steht auf, es gibt eine Vorschrift, ihr könnt hier nicht sitzen“, sollen Beamten gesagt haben.

Seltenes Bild: Spanische Treppe ohne sitzende Touristen

Einige Touristen hätten zunächst protestiert und die Maßnahme als übertrieben bezeichnet. „Dass man hier nicht essen soll, verstehe ich ja noch. Aber dass man sich nicht einmal mehr hinsetzen darf, ist absurd“, so Marcos Morales aus Mexiko gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur „Andkronos“.

Am Ende gehorchten sie aber doch. Folge: Die Spanische Treppe sei am Vormittag menschenleer gewesen. 

Rom: Diese Dinge sind inzwischen verboten

Das Sitz-Verbot ist eines von vielen: Ebenso dürfen Touristen nicht mehr in Brunnen baden, sich als Gladiatoren verkleiden oder oben ohne spazieren gehen. Auch das Trinken von Alkohol zwischen 22 und 7 Uhr in der Öffentlichkeit ist tabu. Rom will mit der neuen Polizeiverordnung die Auswirkungen des Massentourismus unter Kontrolle bringen.

Bisher ein gewohntes Bild in Rom: Touristen, die auf der Spanischen Treppe sitzen.
Bisher ein gewohntes Bild in Rom: Touristen, die auf der Spanischen Treppe sitzen. Foto: imago images/imagebroker

Diese sind auch an der Spanischen Treppe zu sehen: Luftverschmutzung, aber auch Kaugummis, Kaffee- und Rotweinflecken hatten das im 18. Jahrhundert errichtete Bauwerk so arg in Mitleidenschaft gezogen, dass es 2016 für 1,5 Millionen Euro renoviert wurde. Die Treppe führt zur Kirche Trinità dei Monti und ist Teil des Unesco-Weltkulturerbes.

„Die Treppe ist ein Meisterwerk, und man sitzt nicht auf Meisterwerken“, so begründet der Präsident der Organisation „Via Condotti“, Gianni Battistoni, gegenüber der Agentur „Andkronos“ das Sitzverbot. Es sei nicht möglich, ihre Schönheit zu genießen, wenn sich dort permanent Menschen aufhielten. „So geht man hin, schaut, und geht weiter.“

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