Den „Circle of Life“ kennen wir spätestens seit „Der König der Löwen“. Aber auch auf die Sicherheit an Flughäfen richtet sich ein solcher Lebenskreis aus – involviert sind Maus, Vogel und Fuchs.  

Denn um Vogelschläge zu verhindern, also Kollisionen von Flugzeugen mit Vögeln, müssen diese ferngehalten werden. Viele Raubvögel fressen gern Mäuse, und die leben auch im Flughafen-Umfeld. Und hier kommt der Fuchs ins Spiel.

Siedelt er sich am Flughafen an, frisst er den Vögeln die Mäuse weg – und diese suchen sich ein neues Jagdgebiet.

Wer also mal wieder einen Rotfuchs beobachten möchte, sollte statt in den Wald an den nächsten Flughafen fahren. Dort haben die Tiere nämlich ausreichend Platz und viel Futter. In Berlin-Tegel sind Füchse manchmal sogar vom Fenster der startenden Maschinen aus zu sehen. 

Ein Fuchs beaufsichtigte die Bauarbeiten im BER

„Weil Füchse Nager, aber auch Schwarmvögel und Aas fressen, werden andere Beutegreifer wie Greifvögel ferngehalten, was die Gefahr von Vogelschlag bei den Flugzeugen deutlich minimiert“, zitiert die Zeitung „Welt am Sonntag“ Richard Krauß vom Vogelschlag- und Wildtiermanagament an den Berliner Flughäfen.   

In Tegel gibt es zwei, in Schönefeld bis zu zehn Fuchsbauten am Flughafen – dort leben je zwei Füchse. Einer davon hat sich auch schon einmal in das Terminal des unfertigen BER geschlichen und die Bauarbeiten beaufsichtigt, erzählt Krauß in dem Youtube-Video „Unser Flughafenfuchs“: „Wir mussten ihn dann nach draußen begleiten, damit er sich nicht verirrt.“

Auch am Flughafen Tegel schaute schon ein Fuchs vorbei, am Flughafen Frankfurt-Hahn schnupperte einer am Mülleimer. 

1.600 Vogelschläge und 17 tote Füchse an deutschen Flughäfen

Insgesamt gab es 2018 an deutschen Flughäfen rund 1.600 Vogelschläge, die im Zweifel die sensible Elektronik des Flugzeuges durcheinanderbringen können. Getötete Füchse gab es auf Rollfeldern oder in Triebwerken im gleichen Zeitraum 17, schreibt die „Welt“.

Durch Füchse werden andere teurere Methoden, mit denen Vögel verscheucht werden, verdrängt. Die Truppe von Klauß ist sonst mit Pyrothechnik, Blitzlicht, Schreckschussmunition und Jagdhund unterwegs, um ungebetene Gäste zu vertreiben. 

Der Deutsche Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr sagte bereits, er möchte deshalb auch die Präsenz von Füchsen an Airports fördern.   

In Stuttgart werden deshalb Kunstbauten angelegt, in Hamburg wird die Öffentlichkeit mit Videos vom hauseigenen Fuchs versorgt, und auch ein jagender Fuchs am Flughafen Dresden fand seinen Weg auf Youtube.