Protest gegen Touristen auf Mallorca: Gruppe demoliert Mietwagen

Protest gegen Touristen auf Mallorca: Mietwagen demoliert

Sie schlagen Scheiben ein, zerstören Reifen und schmieren Autos mit Graffiti voll: Auf Mallorca hat eine Anti-Tourismus-Gruppe mehrere Mietwagen demoliert. Ein Video der Tat teilten sie auf Twitter.

Mietwagen am Flughafen Palma de Mallorca.
Rund 100.000 Mietwagen sollen über die Insel Mallorca düsen.

Foto: imago images/Geisser

Die militante Gruppierung Arran, die sich gegen den Tourismus auf der Balearen-Insel wehrt, hat mutwillig mehrere Mietautos auf ganz Mallorca demoliert.

„Mehr als 100.000 Mietwagen auf der Insel sorgen für Überlastung, Unnachhaltigkeit, Umweltverschmutzung und machen die Stadt zu einem touristischen Schaufenster“, schreibt die Gruppe auf Twitter.  

Dazu posteten sie ein Video, das zeigt, wie die Gruppe, die sich selbst als „die Jugend“ bezeichnet, in der Hauptstadt Palma zahlreiche Autos demoliert. Sie sprühen Farbe auf die Wagen, zerstören Autoreifen und schlagen Frontscheiben mit einem Hammer ein. Der Beitrag ist mit dem Hashtag #turismemassiuvsveïnes („Massentourismus oder Nachbarschaft“) versehen. 

Ein Sprecher sagt in dem Video, die Politik schaffe es nicht, eine Balance zwischen Tourismus und Einheimischen zu finden. Er thematisiert eine Überbelegung des öffentlichen Raums und eine Verschlechterung des Verkehrs sowie der Infrastruktur durch Overtourism.

Die Angriffe fanden inselweit statt, das Zentrum lag in Palma

Angegriffen hat die Gruppe wohl Mietwagen auf der gesamten Insel, in welchem Umfang, ist noch unklar. Das Zentrum der Aktion soll Palma gewesen sein – aber laut der Newsplattform „Majorca Daily Bulletin“ soll Arran, deren Ursprung in Barcelona liegt, gedroht haben, sie inselweit auszuweiten. Sie prangern auch an, dass 80 Prozent der Mietwagen in den Händen von internationalen Großfirmen sind. 

Arran protestiert seit rund zwei Jahren immer wieder gegen den Tourismus auf der Insel. Sie hatten etwa zu Protestaktionen vor bei Touristen beliebten Restaurants und Sehenswürdigkeiten aufgerufen und griffen einen Touristenbus an. Im Frühjahr schrieben sie: „Touristen, geht heim!“ an Wände in Palma. 

Vandalismus-Aktion erntet Kritik – aber auch viel Zuspruch

Für ihren jüngsten Protest erhält die Gruppe viel Kritik, einige bezeichnen sie als Terroristen. „Der Tourismus macht 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf den Balearen aus, ich denke nicht, dass das so zielführend ist. Aber natürlich wissen diejenigen, die noch nie in ihrem Leben gearbeitet haben, es besser...“, schreibt ein Nutzer. 

Nutzer weisen daraufhin, dass Unschuldige die Kosten für die Aktion tragen müssen, wieder andere fürchten, das berechtigte Anliegen der Gruppierung würde durch diese Kampagne in den Hintergrund gedrängt. Ein Mann fordert, das Video zum Anlass zu nehmen, um die Gruppierung zu verbieten.

Dennoch finden sich auch Unterstützer. „Weiter so! Kämpft auf der Straße für das, was Gerichte und Parlamente uns stehlen“, schreibt ein Befürworter. Ein anderer kommentiert: „Wegen dieser Handlungen muss ich nicht weinen.“ 

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