Hamburg: Urlauber gibt Auto zum Parkservice – dieser rast damit herum

Urlauber gibt Auto zum Parkservice – dieser rast damit herum

Ein Mann übergibt sein Auto einem Park-Service am Flughafen Hamburg. GPS-Daten zeigen: Mit dem Auto wurde durch Hamburg gefahren. Andere Kunden erhielten sogar Strafzettel für Rasen und Falschparken.

Autos am Flughafen Hamburg.
Wer nicht direkt am Flughafen parkt, kann Geld sparen.

Foto: imago images/Waldmüller

Das Auto einfach am Terminal abgeben, und der Parkservice bringt es zu einem Stellplatz. Nach dem Urlaub den Parkservice anrufen und das eigene Auto am Terminal wieder in Empfang nehmen. Tausende Reisende nutzen diesen Service, so auch der Däne Lars Hørlyck Sørensen, als er von Hamburg aus seinen Urlaub in Frankreich antrat. 

Zu Hause jedoch checkte er das eingebaute GPS-System – und das verzeichnete interessante Infos: Anstatt für einige Tage stillzustehen, war das Auto auf Entdeckungstour in Hamburg – und das in ziemlich aggressivem Fahrstil.

Parkservice in Hamburg: Abgegebenes Auto wird genutzt

Die GPS-Daten belegen, dass das Auto immer wieder stark beschleunigt und abrupt abgebremst wurde. Und in mindestens einem Fall wurde der Wagen einfach am Straßenrand abgestellt.  

Sørensen ist nicht der Einzige, der mit diesem Problem zu kämpfen hat. Im Internet finden sich für besagten Anbieter zahlreiche ähnliche Vorfälle. Eine Frau schreibt, dass ihr Auto während ihrer Abwesenheit 104 Kilometer zurückgelegt habe – anstatt der rund zehn, die zum und vom Parkhaus angegeben sind.

Fahrer werden geblitzt – auf Strecken außerhalb Hamburgs

Ein Mann moniert, dass seinem Wagen deutlich anzusehen war, dass er nicht im Parkhaus, sondern im Freien geparkt wurde – „obwohl wir dafür bezahlt haben“. Zudem seien mehr Kilometer gefahren worden als abgesprochen. Eine Frau berichtet, dass ihr Autoschlüssel verschwand, ein weiterer Mann, dass er sein Auto beschädigt zurückbekam. 

Noch heftiger sind die Anschuldigung weiterer Personen: Eine Frau berichtet, dass während ihrer Abwesenheit Ordnungswidrigkeiten mit dem Wagen begangen wurden – die Strafzettel hätte das Unternehmen bisher trotz schriftlicher Zusicherung nicht übernommen. 

Eine andere dokumentiert, dass die Kindersitze auf der Rückbank demontiert und gestapelt wurden, „was darauf hinweist, dass sogar mehrere Leute in meinem Auto saßen“. Sie erhielt ebenfalls einen Strafzettel, der Fahrer wurde zwölf Kilometer außerhalb Hamburgs geblitzt. 

Betreiberfirma klagt über Fahrer in den Sommermonaten

Betreiber „PMS Park and Fly“ kennt die Problematik. Die zu viel gefahrenen Kilometer rechtfertigt eine Sprecherin gegenüber dem reisereporter damit, dass man aus rechtlichen Gründen die Büro-Adresse angeben müsse, nicht die Tiefgaragen-Adresse, die weiter entfernt liege.

Die Probleme mit Fahrern gibt das Unternehmen hingegen zu. „Durch die Ferienzeit müssen wir Saisonkräfte einstellen. Leider hat man da nicht immer viel Glück mit diesen Mitarbeitern“, so Sprecherin Kimberly Ristok gegenüber dem reisereporter.

Auf einigen angemieteten Parkplätzen müssten Parkkarten in die Scheibe gelegt werden, „dies vergessen leider einige Fahrer. Das ist auch für uns ärgerlich, weil wir doppelt zahlen müssen.“

Mit ihren Fahrern ist das Team offenbar alles andere als zufrieden. „Wenn wir es schaffen, neues gutes Personal zu bekommen, würden wir gern fast das ganze Fahrerteam auswechseln“, sagt Ristok. Sie versichert, dass das Unternehmen keine Autos an Straßenränder stellen müsse, „aber bei bis zu 100 Abgaben am Tag passieren auch Fehler“.

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