Taiwan: 6 Highlights für deine Reise | reisereporter.de

6 Highlights in Taiwan, die du nicht verpassen darfst

Taiwan to go: Der Inselstaat vor Chinas Küste lockt mit pulsierenden Partynächten genauso wie mit Tempeln, Traditionen und Traumstränden. reisereporterin Jasmin stellt dir ihre sechs Highlights vor.

Taiwan vereint Moderne in Taipeh und Tradition in Dörfern wie Jiufen. reisereporterin Jasmin hat beides erlebt.
Taiwan vereint Moderne in Taipeh und Tradition in Dörfern wie Jiufen. reisereporterin Jasmin hat beides erlebt.

Foto: unsplash.com/Daniel Gregoire

1. In den Lifestyle von Taipeh eintauchen

Bei einem Trip nach Taiwan führt kein Weg an Taipeh vorbei – und das ist auch gut so. Denn die Stadt ist ein bunter Mix aus alten Traditionen und neuen Hipster-Hotspots.

Es gibt viel zu entdecken, allem voran in Ximending, Taipehs beliebtestem Einkaufs- und Vergnügungsviertel: Wer hip ist, zieht hier um die Häuser – und die sind bunt und voll blinkender Reklame.

Nicht New York und auch nicht Tokio – der „Times Square“ von Taipeh.
Nicht New York und auch nicht Tokio – der „Times Square“ von Taipeh. Foto: Kreulitsch

Am „Times Square“ von Taipeh ist alles möglich. Trinken, tanzen, tätowieren? Check! Der Tätowierer Lee Yaoming eröffnete im Jahr 2000 in Ximending den ersten Tätowierladen, seither zogen unzählige Tattookünstler nach – und die Hanzhong Street ist heute als „Tätowierungsstraße“ bekannt.

Hier wird die ganze Nacht gefeiert, es ist laut, voll und schrill. Auch shoppen ist hier ziemlich cool: Es reihen sich etlliche internationale Labels aneinander, eben wie am Times Square, nur in Taipeh. 

Lifestyle spielt eine große Rolle in der Stadt, das spürst du vor allem im roten Ziegelhaus „The Red House“ (No. 10 Chengdu Road): Einst ein traditionelles Theater, finden hier heute Ausstellungen und Konzerte statt, es gibt Studios für lokale Künstler und am Wochenende einen Designmarkt.

Auch der „Songshan Cultural and Creative Park“ spielt in Sachen Coolness weit vorne mit: Hier gibt es lauter hippe Shops, Cafés, Restaurants – und mit dem „Eslite Spectrum Store“ (No. 88 Yanchang Road) einen fancy Concept-Store. 

Wanhua, der älteste Teil der Stadt, besteht aber nicht nur aus Ximending. Das Bild der Stadt verändert sich wenige Meter weiter, wenn du den Longshang-Tempel betrittst, einen der ältesten Tempel der Stadt. Viele Taiwanesen kommen mit Blumen, Obst oder Papiergeld und bitten damit für ihre Anliegen.

Der Mengjia-Longshan-Tempel ist knapp 1.600 Quadratmeter groß.
Der Mengjia-Longshan-Tempel ist knapp 1.600 Quadratmeter groß. Foto: Kreulitsch

Vor Entscheidungen werden nämlich die Götter befragt und beschenkt. Religion in Taiwan wird übrigens friedlich zelebriert: Die Religionsfreiheit ist in der Verfassung verankert. Merken musst du dir nur eines: Gehst du in einen Tempel, dann immer bei der rechten Tür rein und bei der linken Tür raus.

Den schönsten Blick über die Stadt hast du übrigens, wenn du den Elephant Mountain hochläufst. Der Weg führt über unzählige Stufen nach oben. Das ist zwar eine schweißtreibende Angelegenheit, der Ausblick ist die Anstrengung aber wert.

reisereporterin Jasmin ist beeindruckt vom Blick auf Taipehs Skyline.
reisereporterin Jasmin ist beeindruckt vom Blick auf Taipehs Skyline. Foto: Kreulitsch

Der Elephant Mountain ist Teil der sogenannten „Four Beasts Mountains“, die nach den Tieren Elefant, Leopard, Löwe und Tiger benannt sind, der Weg auf den Elephant Mountain ist am einfachsten zu erreichen. Der Start des Wanderwegs befindet sich circa 700 Meter von der Metro-Station Xiangshan entfernt.

2. Am Sonne-Mond-See relaxen und Rad fahren

Ein Kontrast zum bunten Taipeh ist das romantische Naturgebiet rund um den Sonne-Mond-See in Zentraltaiwan. Und mit Romantik meinen es die Taiwanesen hier tatsächlich ernst: Der Sonne-Mond-See ist der Ort in Taiwan, an dem die meisten Heiratsanträge gemacht werden!

Abendstimmung am Sonne-Mond-See.
Abendstimmung am Sonne-Mond-See. Foto: Kreulitsch

Abgesehen von der idyllischen Kulisse lockt aber vor allem das Seeufer, denn rund um den See führt eine der schönsten Radstrecken der Welt, dementsprechend easy ist es, sich ein Fahrrad auszuleihen (circa 1.500 Taiwan-Dollar für drei Tage, umgerechnet circa 42 Euro).

Wer nicht die ganze Route fahren will (es kann durchaus bergig zugehen), radelt ganz einfach nur eine Teilstrecke oder erkundet den See mit dem Boot. Tipp: Wenn du gegen den Uhrzeigersinn fährst, ersparst du dir die größten Steigungen. Den Namen erhielt der See übrigens wegen seiner Form: Während die nördliche Hälfte rund wie die Sonne ist, erinnert die südliche Hälfte an einem Halbmond. 

Einer der schönsten Stopps ist an der Pagode Ci-En. Wenn du auf die 954 Metern Höhe des Sha-Ba-Lan-Bergs wanderst, wirst du mit einem gigantischen Blick belohnt – und einem abenteuerlichen Aufstieg auf die Pagode. Chinas und Taiwans ehemaliger Präsident Chiang Kai-shek ließ die Pagode 1971 zu Ehren seiner Mutter erbauen. 

Der Sonne-Mond-See liegt in 760 Metern Höhe – die Seilbahn bringt dich über den acht Quadratkilometer großen See.
Der Sonne-Mond-See liegt in 760 Metern Höhe – die Seilbahn bringt dich über den acht Quadratkilometer großen See. Foto: Kreulitsch

Die schönste Aussicht über den See hast du, wenn du mit der Gondel über den See fährst (300 Taiwain-Dollar, umgerechnet circa 8,50 Euro). Der Weg zum „Formosan Aboriginal Culture Village“ legt man nämlich in einer Doppelmayr-Seilbahn zurück. Während der Fahrt liegt der riesige See weit unter dir und zeigt sich in seiner ganzen Pracht.

Der Einstieg ist am „Nantou Sun Moon Lake Youth Activity Center“. Das Ziel musst du übrigens nur besuchen, wenn du auf Vergnügungsparks mit Achterbahnen, Wasserrutschen und Co. stehst. Viele Besucher kommen nur wegen der spektakulären Gondelfahrt und fahren direkt wieder zurück.

3. In Pingxi einen Wunsch in den Himmel schicken

Im Norden Taiwans, nur eine knappe Autofahrstunde von Taipeh entfernt, vermischen sich im kleinen Dorf Pingxi Religion und Romantik. Denn Pingxi ist der einzige Ort in Taiwan, der ganzjährig und offiziell die Genehmigung für das Starten von Himmelslaternen hat – eine jahrhundertealte Tradition.

Früher sehr dünn besiedelt, gewann Pingxi Anfang des 20. Jahrhunderts an Bedeutung, als Kohle entdeckt wurde und der Ort ans Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Die Kohlevorkommen existieren heute nicht mehr, dafür aber die alten Bahnlinien. Genau über den alten Schienen geschieht das Schauspiel: Hunderte Menschen schicken ihre mit Wünschen beschrifteten Ballons in den Himmel.

Erfunden und benutzt wurden die Laternen schon um 200 nach Christus – immer als Mittel zur Kommunikation, beispielsweise, wenn die abgelegenen Dörfer angegriffen wurden. Die Laternen sollten den Menschen signalisieren, dass Gefahr drohte – oder umgekehrt vorbei war.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich aus diesem alten Brauch dann jene Tradition, die heute so viele Touristen anzieht. Menschen aus der ganzen Welt kommen nach Pingxi, schreiben und malen ihre Wünsche auf die Laternen und lassen sie in den abendlichen Himmel aufsteigen.

Der Anblick der schwebenden Papierlaternen über den Bahnschienen, auf denen unzählige Menschen warten, ist unvergesslich!

4. In Jiufen das schönste Dorf Taiwans erkunden

Taiwan hat viele spannende kleine Dörfer, eines der schönsten und meistbesuchten ist das ehemalige Goldgräberdorf Jiufen im Bezirk Ruifang an der Nordostküste Taiwans. Das Besondere ist die Lage über dem Pazifischen Ozean und die Dorfstruktur: Jiufen ist in einen Berg gebaut, unzählige Stufen führen in den Dorfkern – oder besser gesagt: in die sogenannte Old Street.

Hier tobt das Leben (und leider auch die Touristen): Alles ist voller Snackbuden und Souvenir-Shops. Doch auch wenn es hier meist voll ist, verströmt das Dorf einen besonderen Zauber und wirkt vor allem wegen der vielen roten Girlanden, mit denen alles geschmückt ist, wie eine märchenhafte Kulisse.

Die Gassen von Jiufen.
Das Bergdorf Jiufen lässt wohl jede Fantasie über Taiwan wahr werden. Foto: Kreulitsch

Spazierst du durch das Dorf, kannst du nicht nur malerische Aussichten auf die Umgebung und den Pazifischen Ozean erhaschen, sondern auch die Geschichte des Bergdorfes an den Gebäuden ablesen. Denn viele historische Häuser stammen aus der Zeit als japanische Kolonie und sind gut erhalten.

In Jiufen gibt es viele Restaurants und Streetfood-Stände, aber auch Teehäuser und individuellere Restaurants. Ein Highlight ist der Organic-Food-Laden „Siidcha“ (No. 166 Jishan Street): Das Essen ist fair und günstig – und absolut instagramtauglich!

So kunstvoll drapiert kommt das Essen im Siidcha auf den Tisch – fast zu schön zum Essen.
So kunstvoll drapiert kommt das Essen im Siidcha auf den Tisch – fast zu schön zum Essen. Foto: Kreulitsch

5. Im Yehliu-Nationalpark über Taiwans Naturwunder staunen

Landschaftlich hat Taiwan jede Menge zu bieten. Eine der schönsten Stellen des Inselstaates, die viel über die Naturwunder von einst erzählt, entdeckt man im Norden Taiwans im Yehliu-Nationalpark (80 Taiwan-Dollar, circa 2,30 Euro). Auf einer 1,7 Kilometer langen Landzunge hat sich über Jahrhunderte ein seltenes Landschaftsbild gebildet: Felsformationen, die durch Erosion und andere Naturgewalten entstanden und zu den bekanntesten der Welt zählen.

Spazierst du über das Gelände, wirst du aus dem Staunen nicht herauskommen: Die Gesteinsformationen türmen sich direkt am Meer auf und haben teilweise sehr skurrile Formen. Viele sehen aus wie Pilze in verschiedensten Formen und werden Hoodoos genannt.

Die von der Natur geschaffenen Felsformationen bei Yehliu, circa eine Autostunde von Taipeh entfernt.
Die von der Natur geschaffenen Felsformationen bei Yehliu, circa eine Autostunde von Taipeh entfernt. Foto: Kreulitsch

Je nach Form unterscheidet man zwischen Candle Rocks (sehen aus wie eine brennende Kerze), Ice Cream Rock (sieht aus wie eine Waffel mit einer Kugel Eis obendrauf), Sea Bird (erinnert an einen Vogel) oder Dragon’s Head (erinnert an einen Drachenkopf).

Noch heute verändern sich die Steine, denn stark aufbrandende Wellen und die salzige Seeluft tragen stetig das Gestein ab.

6. Auf den Penghu-Inseln den Hippie-Lifestyle Taiwans spüren

Was viele Urlauber nicht wissen: Taiwan ist nicht nur ein Inselstaat, sondern hat auch viele vorgelagerte Inseln, die man rasch und günstig ansteuern kann. Ein Highlight sind die Penghu-Inseln, die du in 45 Minuten mit dem Flugzeug erreichst (zum Beispiel über UNI AIR, one way ab etwa 1.700 Taiwan-Dollar, circa 47 Euro).

Die Inselgruppe umfasst insgesamt 64 Inseln, die bis zu 30 Kilometer vor der Westküste zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland liegen.

Hier entdeckst du eine völlig andere Welt, denn die Penghu-Inseln sind quasi das Ibiza von Taiwan: Alles ist lässiger und entspannter, das Meer ist überall gegenwärtig, und die Leute gehen das Leben langsamer an. Dazu kommt, dass die Inseln nicht nur mit malerischen Stränden überzeugen, sondern wie auf dem Festland Geschichte mit Traditionen und Naturwundern verbinden. 

64 Inseln gehören zum Penghu-Atoll circa 50 Kilometer vor der Westküste Taiwans.
64 Inseln gehören zum Penghu-Atoll circa 50 Kilometer vor der Westküste Taiwans. Foto: Kreulitsch

Ein besonders beeindruckender Ort befindet sich in Tongpanyu: Hier ragen unzählige Basaltformationen eindrucksvoll in den Himmel, deshalb nennt man den Ort auch „Penghu’s Yellowstone Park“. Eine Augenweide ist auch das Dörfchen Erkan.

Kaum betrittst du eine der schmalen Gassen, hast du das Gefühl, eine Zeitreise zu machen, wenn du zwischen Häusern aus Stein und Mauern aus Korallen spazierst. Die rund 50 Häuser stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert und stehen meist offen: Die Bewohner lassen fast immer ihre Türen offen, damit sich Besucher das Dorf ganz genau anschauen können. Viele verkaufen auch lokale Produkte, die hier wirklich einen authentischen Charakter haben und sehr günstig sind.

Antike Ziegel, Holzschnitzereien und handgefertigte Räucherstäbchen: Der Besuch in Erkan gleicht einer Reise mit der Zeitmaschine.
Antike Ziegel, Holzschnitzereien und handgefertigte Räucherstäbchen: Der Besuch in Erkan gleicht einer Reise mit der Zeitmaschine. Foto: Kreulitsch
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