An diesen Stränden Spaniens herrscht Fäkalien-Alarm

An diesen Stränden Spaniens herrscht Fäkalien-Alarm

Abwasser, das vorbei an Stränden ungehindert ins Meer fließt – nicht nur auf Mallorca ein Problem. Umweltaktivisten markierten nun 48 Strände in ganz Spanien, wo die Verschmutzung am größten ist.

Can Picafort im Norden von Mallorca.
Sieht hübsch aus, hat aber ein Problem mit Fäkalien im Wasser: Can Picafort auf Mallorca.

Foto: imago images/Michael Eichhammer

48 Strände in Spanien weisen Verschmutzungen oder ein schlechtes Umweltmanagement auf. Das offenbart ein 97-seitiger Bericht des Umweltverbands Ecologistas en Acción, eines Zusammenschlusses von rund 300 Umweltorganisationen.

Diese haben 8.000 Kilometer Küstenlinie Spaniens untersucht und 24 Gebiete mit der „Schwarzen Flagge“ gekennzeichnet. Diese warnt vor möglicher Verschmutzung der Strände. Immer wieder müssen sogar Badestrände gesperrt werden.

Auf dem Festland sind beispielsweise Girona an der Costa Brava sowie Strände vor Barcelona, Granada, Màlaga, Càdiz, Alicante, Murcia und Valencia mit Verunreinigungen aufgefallen. Auf den Kanaren sind Strände rund um Las Palmas de Gran Canaria auf Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife auf Teneriffa betroffen. 

Ungefiltertes, fäkalienhaltiges Wasser landet im Mittelmeer

Fäkalien-Alarm auf Mallorca: Auf der Baleareninsel ist ein Gebiet ausgewiesen, das als besonders eklig gilt, nämlich rund um die Playa de Santa Margalida. „Schwarze Flaggen“ gehen demnach an die Strände Son Bauló und Can Picafort, die zu dem Gebiet gehören. Moniert wird hier, dass Abwasser unzureichend oder gar nicht gereinigt ins Meer gelangt, dadurch wird die Wasserqualität beeinträchtigt.

Schuld daran ist, so schreibt es das „Mallorca Magazin“, die Kläranlage von Son Bosc. Dort fehlen die technischen Möglichkeiten für eine mikrobiologische Klärstufe, die gesetzlich vorgeschrieben ist, wenn das gereinigte Wasser ins Meer geleitet werden soll. 

Am schlimmsten ist es dort, wo das Wasser nicht tief ist

Über Umwege durch S’Albufera und Son Bauló landet die mit Fäkalien versetzte Brühe im Mittelmeer. Besonders betroffen sind Abschnitte, in denen das Wasser nicht sehr tief ist. Der Grund: Der Wasseraustausch ist zu gering. Eben genau der Bereich, wo sich Urlauber und Badegäste am liebsten aufhalten. 

Richtig schlimm wird die Situation bei Regen: Die Kläranlage hat nämlich keine Kapazitäten, das Regenwasser abzufangen, überlaufende Becken führen dazu, dass fäkalienhaltiges Wasser direkt und völlig ungefiltert im Meer landet. 

Die Folge: Algenbildung und trübes Wasser. Nach Berichten des „Mallorca Magazin“ gab es erst im Februar wieder einen Algen-Alarm, weil sich zu viel schleimige Masse am Meeresboden angesammelt hatte. 

Wassersportverbände klagen wegen unzureichender Informationen

Zwei Wassersportverbände hatten im Frühjahr Klage gegen die Regierung Mallorcas eingereicht, weil die Strände – anders als rund um Palma – nicht geschlossen werden, wenn keimhaltiges Wasser seinen Weg ins Meer findet. Badegäste würden zudem nur unzureichend oder gar nicht informiert. 

Die Stiftung Umwelterziehung (FEE) teilt die Meinung der Umweltschützer nicht: Sie hatte im Mai an Son Bauló und Can Picafort zwei der 29 „Blauen Flaggen“, die für gute Wasserqualität stehen, auf Mallorca verteilt. Die Ecologistas en Acción kritisieren das: Damit würde noch Werbung für die verschmutzten Strände gemacht.

Gegenüber dem „Mallorca Magazin“ sagte der FEE-Präsident, man wolle mit der „Blauen Flagge“ auch zu Verbesserungen animieren. 

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Das könnte dich auch interessieren
Zur
Startseite