Malta: Verbot von Pferdekutschen in der Mittagshitze

Tierschutz: Malta verbietet Pferde-Kutschfahrten

Keine Kutschfahrten mehr auf Malta – zumindest zwischen 13 und 16 Uhr in den Sommermonaten. Bei Touristen sind die Touren nach wie vor beliebt, doch die Pferde leiden – vor allem in der Mittagshitze. 

Pferdekutsche vor dem Naturkundemuseum auf Malta.
Eine Pferdekutsche wartet vor dem Palazzo Vilhena in Mdina.

Foto: imago images/Karl Schöfmann

In einer Pferdekutsche Malta erkunden – das ist bei vielen Touristen auf der Insel immer noch ein beliebter Urlaubsausflug. Nun haben Tierschützer, die dieses Angebot kritisieren, einen ersten Erfolg errungen. Das maltesische Parlament hat nämlich ein neues Gesetz verabschiedet, das die Tiere vor der prallen Sonne und hohen Temperaturen schützen soll.

Touristen müssen auf Pferde-Kutschfahrt in der Mittagszeit auf Malta verzichten

Die Pferde dürfen nun nicht mehr zwischen 13 und 16 Uhr auf den Straßen sein, das meldet die Zeitung „Times of Malta“. Zudem darf ein Pferd nur noch maximal drei Tage in der Woche eingesetzt werden, um es zu schonen. 

Aber das Gesetz geht noch weiter: Eine Kutsche darf nur noch mit maximal vier Menschen besetzt sein, und eine Fahrt darf nicht länger als 45 Minuten dauern. 

Proteste gegen Tierleid auf Malta

Die neuen Regelungen gelten ab sofort und vorerst für die Monate Juli und August, wenn die Temperaturen am höchsten sind. Wer gegen das Gesetz verstößt, muss mit einer Strafe von bis zu 65.000 Euro rechnen. 

Die Pferde würden nun nicht mehr als Teil eines Fahrzeuges gewertet, sondern als Lebewesen mit Rechten, sagte der parlamentarische Sekretär für Tierrechte, Clint Camilleri, der „Times of Malta“.

In Malta wie auch in anderen Ländern, etwa Griechenland, gibt es immer wieder Proteste gegen Tierattraktionen, da die Tiere häufig darunter leiden. Tierschützer hatten ein komplettes Verbot gefordert.

Die Kutscher hingegen warnten davor: Infolge eines Verbots oder einer Kürzung der Stunden würden Pferde geschlachtet werden. Camilleri ist zufrieden mit der Lösung: „Es gab zwei extreme Sichtweisen, und ich denke, dass unsere Lösung nun eine gute Balance ist.“ 

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