Es reicht – zwei Bürger-Initiativen haben Beschwerde beim Inselrat von Ibiza, dem Consell d’Eivissa, eingelegt. Der Grund: Sie beschuldigen andere Einheimische, dass diese ihre Balkone als Touristen-Unterkünfte vermieten.

Aktivisten des Mieterverbands Plataforma Prou! und der Eivissa Desperta wollen zur Hochsaison gesichtet haben, wie die Balkone mit Matratzen, Hängematten und sogar ganzen Betten ausgestattet wurden. Als Beweis teilten sie dieses Foto von der Catalunya-Straße. 

Matratze auf Balkon: Eine Nacht soll 25 Euro gekostet haben

Zu sehen ist, wie die Balkone spartanisch mit Laken verhüllt wurden. Dem Post zufolge sollen sich diese Szenen jedes Jahr abspielen. Teilweise sollen die Matratzen an Saisonarbeiter, aber auch an Touristen mit „niedrigen Ansprüchen“ illegal vermietet werden. Das berichtet die spanische Tageszeitung „Ultima Hora“.

Und die Anschuldigungen gehen noch weiter: So sollen die zweckentfremdeten Balkone für ungefähr 25 Euro die Nacht als Unterkunft bei Airbnb angeboten worden sein, so die „Nou Diari“. Airbnb hat dem jedoch auf reisereporter-Anfrage widersprochen: „Uns ist nicht bekannt, dass diese Unterkünfte auf Airbnb angeboten werden.“, sagte eine Sprecherin.

Einheimische sollen Beobachtungen melden

Mit dem Foto und der Beschwerde wollen die Initiativen erreichen, dass die örtliche Politik härter durchgreift und Bürger aufmerksamer werden: „Wenn eine große Anzahl der Bürger sich mit diesem Missbrauch auseinandersetzt, dann gibt es eine Chance, für diese Zerstörung eine Lösung zu finden“, erklärte der Mieterbund Prou! gegenüber der „Ultima Hora“.

Er fordert deshalb auch Locals zum Handeln auf, verdächtige Situationen per Mail oder per Brief zu melden.

Illegale Vermietung von Privatunterkünften über Airbnb strafbar

Die eigene Wohnung dauerhaft auf Plattformen wie Airbnb zu vermieten steht in vielen Städten bereits unter Strafe: So musste ein Salzburger seine Sozialwohnung räumen, nachdem er drei Jahre lang verdeckt über die Vermietung Bares einkassierte.

Auch in deutschen Städten, zum Beispiel München, ist das verboten. Dort wurden im vergangegen Jahr 850.000 Euro Bußgeld verhängt.