8 Gründe, warum du mal nach Katar reisen musst | reisereporter.de

8 Gründe, warum du mal nach Katar reisen musst

Zwischen Skyline, Sanddünen und Strand zeigt der arabische Kleinstaat Katar, dass er längst mit den anderen Emiraten am Persischen Golf mithalten kann. Acht Gründe, warum du mal hinreisen musst.

Die Skyline von Doha: Spektakulär anzusehen, vor allem bei einer abendlichen Bootstour.
Die Skyline von Doha: Spektakulär anzusehen, vor allem bei einer abendlichen Bootstour.

Foto: Kreulitsch

1. Katar ist klein, entspannt und unabhängig

Katar ist zwar wie Dubai ein Emirat – wird also regiert von einem Emir –, aber anders als Dubai ist Katar völlig unabhängig. Während Dubai Teil der Vereinigten Arabischen Emirate und mittlerweile auch das bevölkerungsreichste Emirat der VAE ist, ist der Kleinstaat Katar auf sich gestellt.

Dazu kommt, dass Katar wirklich klein ist. Das hat zur Folge, dass auch die Expat-Gemeinde in Doha viel kleiner ist als in Dubai. Expats, also Arbeiter aus anderen Ländern, haben hier deshalb eine engere Community als in Dubai.

Katars Emir, der Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, wird verehrt und bewundert, sein Gesicht pappt als Aufkleber auf jedem zweiten Auto und wird auf die Wolkenkratzer der Stadt illuminiert.

Das Gesicht des Scheichs klebt auf jedem zweiten Auto.
Das Gesicht des Scheichs klebt auf jedem zweiten Auto. Foto: Kreulitsch

2. Katar baut, aber keine Superlative

Es ist auch der Fußballweltmeisterschaft 2022 geschuldet, dass in Katar gerade überall gebaut wird. Doha wirkt aktuell wie eine einzige, große Baustelle. Denn der Gastgeber will glänzen: Straßen werden verbreitert, Stadien modernisiert – ein halbes Dutzend neue kommen dazu –, eine Metrolinie wird errichtet und weitere Wolkenkratzer sind geplant.

Doch dabei geht es nicht wie in Dubai um Superlative und darum, alles am größten und besten zu bauen, sondern einfach nur darum, die Stadt vorzubereiten auf das Event und die vielen Besucher. Klimatisierte Skihallen in der Wüste? Nein. „Genau diese Gigantomanie wollen wir vermeiden“, sagt Jan De Boer, Chef des Katarer Tourismusbüros.

Die Touristenströme sind überschaubar und man kann ganz relaxt reisen, ohne von anderen Urlaubern umringt zu sein.
Die Touristenströme sind überschaubar und man kann ganz relaxt reisen, ohne von anderen Urlaubern umringt zu sein. Foto: Kreulitsch

3. Katar möchte keinen Massentourismus wie in Dubai

Keine Frage: Der Tourismus in Katar steckt noch in den Kinderschuhen. Doch das, was in dem Emirat passiert, das passiert bedacht. Man blickt sehr genau nach Dubai. Allerdings nicht, um zu kopieren, sondern um aus Fehlern zu lernen.

Für den Kleinstaat ist ganz klar: Massentourismus soll hier nicht entstehen. Deshalb positioniert sich das Land in einer Nische und setzt seine Schwerpunkte auf Sport und Kultur, immer bedacht auf Qualität und Exklusivität.

„Massentourismus soll es bei uns nie geben“, so Jan De Boer. Das spürt man, wenn man durch das Land reist: Die Touristenströme sind überschaubar, und man kann ganz relaxt reisen, ohne von anderen Urlaubern umringt zu sein.

4. Katar protzt – aber anders

Auf der Straße zeigt sich oft der Reichtum eines Landes. Doch wo in Dubai Luxusschlitten in allen Farben und Formen präsent sind, gibt es in Katar so gut wie nur ein Automodell: robuste Geländewagen.

„Auf der Straße erkennst du, wer Katarer ist“, sagt Abdullah al-Louh, Chef des Touranbieters q-explorer.com, der selbst täglich in seinem Range Rover sitzt. Katarer fahren oft in die Wüste, da braucht man einen starken Wagen.“ Denn am Wochenende wollen alle raus aus der Stadt.

Das bedeutet: Wohnmobile werden hinter Geländewagen gespannt und es geht in die knapp eine Stunde entfernte Wüste. Als Urlauber kannst du die Wüstenerfahrung auch machen. Am coolsten ist das sogenannte Dune-Bashing.

Da saust man kreischend im Geländewagen die Dünen rauf und runter und fühlt sich wie auf einer Achterbahn, nur eben in der Wüste. Bevor die Fahrt beginnt, wird übrigens die Luft aus den Reifen gelassen, denn im Sand braucht man weniger Druck auf den Reifen. 

Am Wochenende wollen alle raus aus der Stadt. Das bedeutet: Wohnmobile werden hinter Geländewagen gespannt und es geht in die knapp eine Stunde entfernte Wüste.
Am Wochenende wollen alle raus aus der Stadt. Das bedeutet: Es geht in die knapp eine Stunde entfernte Wüste. Foto: Kreulitsch

5. Doha ist hip

Ja, in Doha wird viel gebaut, und ja, es gibt auch viele futuristische Wolkenkratzer und schicke Luxushotels. Doch zwischen den Hotelklassikern, die sich hier angesiedelt haben, findest du auch solche, die das Etikett „hip“ mehr als verdienen.

Die Kulinarikszene ist groß, viele Promiköche haben Restaurants in Doha, meist in den Fünfsternehotels in der West Bay, wie das „Opal“ von Gordon Ramsay im The St. Regis Doha oder das „CUT by Wolfgang Puck“ im Mondrian Hotel.

Letzteres ist wirklich einen Besuch wert: Das Hotel ist so schräg eingerichtet, dass du ganz klar ein „Alice im Wunderland“-Feeling haben wirst! Besonders cool: Hier gibt es auch eine Filiale der aus „Sex and the City“ bekannten „Magnolia Bakery“.

Es sind auch die Hotels, wo man die hipsten Rooftop-Bars findet, übrigens die einzigen Orte in Katar, wo es Alkohol gibt. Besonders hip sind die „RISE Bar“ (Mondrian Hotel), der „Secret Garden“ (Kempinski Hotel) und das „Strata“ (Intercontinental Hotel).

6. Traditionen statt Touristenabzocke in Doha

Das Leben der Katari spielt sich in den Souqs ab, und du kannst entspannt flanieren, ohne ständig Verkäufer abwehren zu müssen. Besonders spannend ist es, wenn du abends auf den Souq Waqif gehst, wenn es in den Garküchen brutzelt.

Dann kommen auch die Einheimischen. Männer in makellos weißen Dishdashas und ihre in Schwarz gehüllten Frauen schlendern über den Markt, rauchen Shisha oder trinken Tee. Karak ist übrigens das inoffizielle Nationalgetränk, das Einheimische mehrmals täglich genießen: schwarzer Tee mit Milch und Gewürzen.

Besonders spannend ist es, wenn du abends auf den Souq Waqif gehst, wenn es in den Garküchen brutzelt.
Besonders spannend ist es, wenn du abends auf den Souq Waqif gehst, wenn es in den Garküchen brutzelt. Foto: Kreulitsch

7. Katar erinnert sich an seine Wurzeln

Keine Frage: Katar gilt als eines der wohlhabendsten Länder der Welt mit dem höchsten Pro-Kopf-Jahreseinkommen. Doch der Kleinstaat erinnert sich trotz all des Geldes an seine Anfänge als einstiges Fischer- und Perlendorf. 1938 sprudelte das erste Öl aus Bohrlöchern, 1971 wurde das weltgrößte Erdgasfeld entdeckt.

Zuvor war das Land aber unerschlossen und lebte vorwiegend vom Perlentauchen. Spazierst du heute entlang der Strandpromenade – der sieben Kilometer langen Corniche – und siehst die traditionellen Holzboote auf dem Wasser schaukeln, kannst du dir vorstellen, wie es früher hier war, auch wenn die Lichter der Skyline allgegenwärtig sind.

Die Skyline von Doha leuchtet nachts magisch. Den schönsten Blick hast du während einer Bootsfahrt in einer Dau
, mit denen man einst auf Perlensuche ging.

Mit dem Dau-Boot waren früher die Perlentaucher unterwegs.
Mit dem Dau-Boot waren früher die Perlentaucher unterwegs. Foto: Kreulitsch

8. Katar drängt Religion nicht auf, sondern macht sie erlebbar

Reist man in arabische Länder, muss man sich auf eine andere Kultur einstellen. Doch wo man in vielen Ländern oft belehrt wird, gibt sich Katar zurückhaltend – und will Religion stattdessen erklären.

Eines der schönsten Gebäude der Stadt ist das Museum of Islamic Art, das vom Stararchitekten I.M. Pei entworfen wurde und von außen an eine arabisch gekleidete Frau mit Gesichtsschleier erinnert.

Innen entdeckt man eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen islamischer Kunst, aber auch eines der hipsten Cafés mit einer tollen Aussicht auf die Skyline. Tipp: Auf der Außenterrasse kannst du das perfekte Instagram-Foto machen! So richtig eintauchen in die islamische Kultur kannst du im Islamic Cultural Center in der Fanar Mosque (Abdullah Bin Jassim Street).

Hier können Urlauber mit Einheimischen Tee trinken und plaudern – und sich den Glauben der Katari näherbringen lassen, unaufdringlich und unaufgeregt. Es gibt übrigens keine Eintrittspreise in Katar: Der Zugang zu allen Museen ist kostenlos.

Das „Museum of Islamic Art“ hat eine tolle Außenterrasse.
Das „Museum of Islamic Art“ hat eine tolle Außenterrasse. Foto: Kreulitsch

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Das könnte dich auch interessieren
Zur
Startseite